Kosten einer Fußbodenheizung – Diese Preise sind üblich

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 08.08.2022

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AKTUALISIERT AM: 08.08.2022


Fußbodenheizungen sind sehr beliebt. Sie sorgen für ein angenehmes Raumklima und halten die Füße warm. Außerdem benötigen sie nur eine geringe Vorlauftemperatur und ermöglichen so effizientes Heizen. Doch was kostet mich die Anschaffung einer Fußbodenheizung? Und gibt es große preisliche Unterschiede?

Rohrsystem einer Fußbodenheizung in Haus

Diese Themen erwarten Sie:

Anschaffungskosten einer Fußbodenheizung

Was Sie die Anschaffung einer Fußbodenheizung kostet, hängt von mehreren Faktoren ab. Den wichtigsten Einfluss hat die Bauart der Fußbodenheizung, aber natürlich kommt es auch darauf an, auf welcher Fläche die Fußbodenheizung verlegt wird. Außerdem ist es entscheidend, ob die Heizung beim Bau installiert oder nachträglich eingebaut wird und ob eine komplizierte Regelungstechnik notwendig ist. 

Einflussfaktoren auf die Anschaffungskosten einer Fußbodenheizung:

  • Bauart
  • Wohnfläche, die mit einer Fußbodenheizung ausgestattet werden soll
  • Nachrüstung oder Einbau beim Bau?
  • Regelungstechnik

Insgesamt kosten Fußbodenheizungen meist mehr als normale Wandheizkörper. Dafür sparen Sie im Betrieb der Heizung Kosten ein.

BAUART

Fußbodenheizungen sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Üblich sind mit Heizwasser gefüllte Rohre, die unter dem Estrich verlegt sind. Diese sogenannten Warmwasser-Heizsysteme unterteilen sich dann nochmals in Nass-, Trocken- und Dünnbettsysteme für die Nachrüstung. Auch elektrische Fußbodenheizungen sind erhältlich.

Nasssysteme

Bei einem Neubau werden meist Fußbodenheizungen verbaut, bei denen die Heizrohre direkt unter dem Estrich liegen und von ihm umschlossen werden. Hierzu werden zunächst Heizleitungen auf Dämmplatten angebracht. Anschließend werden diese von einem flüssigen Estrich übergossen. Damit ist das System dauerhaft im Boden verankert. Die Kosten für ein solches Nasssystem liegen bei 50 € bis 70 € pro Quadratmeter. 

Theoretisch ist auch der Einbau eines Nasssystems im Bestand möglich. Hier fallen jedoch Zusatzkosten von 20 Euro pro Quadratmeter an, denn der alte Estrich muss zunächst entfernt werden.

Trockensysteme

Bei Trockensystemen werden die Heizungsrohre in der Dämmschicht unterhalb des Bodenbelags platziert. Hierzu muss der bestehende Estrich nicht entfernt werden. Daher eignet sich die Methode insbesondere für den Altbau. Auf die Fußbodenheizung kommt nochmals ein sogenannter Trockenestrich. Die Kosten für ein solches System liegen bei 30 € bis 60 € pro Quadratmeter.

Dünnbettsysteme

Bei Fußbodenheizungen, die als Dünnbettsystem verlegt werden, liegen die Heizleitungen auf einer Trägerplatte auf dem alten Boden. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Aufbauhöhe möglichst gering ist. Der Vorteil eines Dünnbettsystems ist, dass der Estrich und sogar der Fußboden nicht entfernt werden müssen. Daher eignet sich das System für die Altbausanierung. Die Kosten für ein Dünnbettsystem liegen – wie auch beim Trockensystem – zwischen 30 € und 60 € pro Quadratmeter.

Elektrische Fußbodenheizungen

Elektrische Fußbodenheizungen bestehen aus einer Matte, die direkt unter dem Bodenbelag verlegt werden kann. Das macht die Installation in Neu- und Altbauten unkompliziert und hält die Kosten gering. Meist werden so nur 20 € bis 40 € pro Quadratmeter in Rechnung gestellt.

Regelungstechnik

Fußbodenheizungen werden über Thermostate gesteuert. Diese sind meist in jedem Raum installiert und kommunizieren über Funk mit der Schaltzentrale der Fußbodenheizung. Die Kosten für die Regelungstechnik liegen meisten bei 500 € bis 1.000€.

Förderung Fußbodenheizung

Um die Kosten für den Einbau einer Fußbodenheizung zu senken, können Sie eine staatliche Förderung in Anspruch nehmen. Denn Fußbodenheizungen benötigen nur geringe Vorlauftemperaturen und ermöglichen somit effizientes Heizen. Vor allem die Kombination von klimafreundlichen Wärmepumpen und Fußbodenheizungen ist ideal.

Die Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) fördert den Einbau einer Fußbodenheizung mit 15% der Investitionskosten. Bedingung für die Förderung ist, dass im gleichen Zug eine alte Gas- oder Ölheizung durch ein klimafreundliches Heizsystem ersetzt wird. Als klimafreundlich gelten Wärmepumpen, Pelletheizungen oder Brennstoffzellen.

Betriebskosten

Eine Fußbodenheizung mit Warmwasser-System senkt Ihre Heizkosten im Schnitt um 10%. Denn da Fußbodenheizungen nur niedrige Vorlauftemperaturen benötigen, muss das Heizwasser weniger stark erwärmt werden und Sie sparen Energie. Besonders sinnvoll ist es, die Warmwasser geführte Fußbodenheizung mit einer klimafreundlichen Wärmepumpe zu kombinieren. Diese arbeiten bei niedrigen Vorlauftemperaturen deutlich effizienter.

Elektrische Fußbodenheizungen sind im Betrieb deutlich kostspieliger als mit Warmwasser betriebene Fußbodenheizungen, denn Strom aus dem Netz ist teurer als Heizwärme. Bei einem aktuellen Strompreis von 34 Cent pro Kilowattstunde haben sie mit einer elektrischen Fußbodenheizung jährliche Heizkosten von etwa 6.800€. Stammt der Strom zum Betrieb der elektrischen Fußbodenheizung aus einer Photovoltaikanlage, lassen sich diese Kosten etwas senken. Da die elektrische Fußbodenheizung in der Regel jedoch nicht vollständig mit Solarstrom betrieben werden kann, bleibt sie teurer als das wassergeführte Modell.

Wartung

Nicht vergessen werden sollten außerdem die regelmäßige Wartung der Fußbodenheizung. Grundsätzlich sind Fußbodenheizungen zwar wartungsarm, spätestens 10 Jahre nach der Installation sollte aber die erste Wartung durchgeführt werden. Hier empfiehlt sich zunächst eine umfangreiche Wartung inklusive einem Spülen der Rohre. Denn im Laufe der Zeit kann sich Schmutz und Rost in den Rohren absetzen und die Effizienz der Fußbodenheizung sinkt. Die Kosten für eine Wartung inklusive Spülung belaufen sich auf 700 bis 2.500€ – je nach Art der Heizung und Wohnfläche.

Nach der ersten Wartung ist eine Funktionsprüfung der Fußbodenheizung im Abstand von zwei Jahren sinnvoll. Diese kostet meist nur wenige hundert Euro. Wie häufig das kostenintensive Spülen wiederholt werden muss, hängt von der Art der Rohre ab. Bei Rohren aus Kunststoff muss der Vorgang alle 2 bis 4 Jahre wiederholt werden. Handelt es sich um Kupferrohre, ist nur alle fünf Jahre eine Spülung erforderlich.

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