Heizung wird nicht warm – Das können Sie tun


Der Winter steht vor der Tür und ihre Heizung wird nicht warm? Wir geben Tipps für den Fall der Fälle und erklären auch, wann es lohnt, in eine neue Heizung zu investieren?

Heizung mit Regler an Wand

Diese Themen erwarten Sie:

Checkliste – Heizung wird nicht warm

  1. Sind nur einzelne Heizkörper betroffen oder bleibt die gesamte Wohnfläche kalt?
  2. Bei einzelnen kalten Heizkörpern: Heizkörper entlüften & Ventil checken
  3. Gesamte Wohnfläche betroffen: Energieversorgung der Heizung checken
  4. Helfen diese Maßnahmen nicht, Fachbetrieb kontaktieren! 

Das können Sie selbst tun

Wird die Heizung nicht warm, ist die Ursache für das Problem möglicherweise harmlos und leicht zu beheben. Hier erfahren Sie, was Sie selbst checken können, bevor Sie einen Fachbetrieb zu Rate ziehen. 

Zunächst sollten Sie sich die Frage stellen, ob nur einzelne Räume bzw. Heizkörper betroffen sind oder aber die gesamte Wohnfläche nicht warm wird. Werden nur einzelne Heizkörper nicht warm, kann dies an einem klemmenden Heizungsventil liegen oder der Heizkörper muss entlüftet werden. Außerdem kann es sein, dass der Heizkessel zu wenig Druck hat. Auch ein hydraulischer Abgleich kann erforderlich sein. Hier empfehlen wir, zunächst die betroffenen Heizkörper zu entlüften bzw. die Heizungsventile oder den Druck am Heizkessel zu checken.

Bleibt es hingegen in allen Wohnräumen kalt und Sie haben sichergestellt, dass Ihre Heizung eingeschaltet ist und mit Energie versorgt wird, muss zumeist ein Fachbetrieb kontaktiert werden.  

Heizkörper entlüften: So geht`s

Die häufigste Ursache für kalte Heizkörper trotz eingeschalteter Heizung ist Luft in den Heizkörpern. Oftmals ist in diesem Fall auch ein Gluckern in den Heizkörpern zu vernehmen. Luft in den Heizkörpern kann zu einer deutlich geringeren Heizleistung und damit höheren Energiekosten führen. Die gute Nachricht: Sie können Ihre Heizkörper in wenigen Schritten selbst entlüften! Haben Sie eine Öl- oder Gasheizung, ist ein Entlüften der Heizkörper sogar vor jeder Heizperiode sinnvoll.

Um die Heizung zu entlüften, benötigen Sie einen Heizungsentlüftungsschlüssel, welcher in jedem Baumarkt erhältlich ist. Auch ein Becher zum Auffangen des Heizwassers ist sinnvoll. Vor dem Entlüften sollten Sie die Umwälzpumpe der Heizung abstellen. Anschließend sollte der Heizkörper aufgedreht werden und der Becher unter das Entlüftungsventil gestellt werden. Schließlich ist es so weit und Sie können mit dem Entlüftungsschlüssel das Ventil am Heizkörper öffnen. Die Luft im Heizkörper sollte komplett entweichen. Wenn Heizwasser in den Becher läuft, wissen Sie, dass Sie fertig sind.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Umwälzpumpe abstellen
  2. Heizkörper aufdrehen
  3. Becher unter Ventil stellen
  4. Mit Entlüftungsschlüssel Ventil öffnen
  5. Luft entweichen lassen bis Heizwasser kommt

Heizungsventil klemmt

Bei Heizungen mit Thermostat wird über einen Ventilstift das Heizungsventil gesteuert. So wird die gewünschte Raumtemperatur erreicht. Klemmt der Ventilstift, kann kein Wasser durch den Heizkörper strömen und die Heizung wird nicht warm. 

Möchten Sie prüfen, ob das Ventil klemmt, müssen Sie zunächst den Thermostatkopf abmontieren. Danach ist das Ventil zu sehen. Können Sie den Stift des Ventils eindrücken und er springt von selbst wieder zurück, ist alles in Ordnung. Ist dies nicht möglich, klemmt der Stift. Um das Ventil zu lösen, klopfen Sie mit einem Hammer vorsichtig seitlich auf das Ventil. Entfernen Sie als Nicht-Fachmann*frau den Stift nicht. Anschließend können Sie den Stift ölen und den Thermostatkopf wieder montieren.

Falscher Druck im Heizkessel

Ist zu wenig Druck im Heizkessel, kann dies ebenfalls dazu führen, dass sich Ihre Heizkörper ungleichmäßig erwärmen. Den Druck können Sie am sogenannten Manometer am Heizkessel ablesen. Dieses hat einen Zeiger für die Druckangabe. Liegt der Druck im grünen Bereich, ist alles in Ordnung. Die roten Bereiche zeigen zu hohen und zu niedrigen Druck an. 

Druck zu hoch

Ist der Druck im Heizkessel zu hoch, muss unverzüglich ein Fachbetrieb kontaktiert werden. Hier können Schäden am Rohr- und Heizsystem entstehen. 

Druck zu niedrig

Achtung: Wir empfehlen das eigenständige Nachfüllen von Heizwasser nur, wenn Sie über die nötige Erfahrung verfügen. Laien sollten am besten eine*n Heizungsinstallateur*in beauftragen.

Bei zu niedrigem Druck kann es sich lohnen, Heizwasser nachfüllen. Zum Nachfüllen sollten Sie nur Leitungswasser nutzen, das mindestens einen mittleren Härtegrad hat. Vor dem Nachfüllen müssen Sie außerdem die Umwälzpumpe der Heizung oder aber die gesamte Heizung ausschalten. 

Das Wasser füllen Sie an jedem Heizkörper einzeln nach. Hierzu öffnen Sie zunächst die Thermostatventile der Heizkörper. Danach können Sie das Wasser entweder durch Öffnen des Ventils am Heizkörper einfüllen oder Sie schließen einen Schlauch an. Im Anschluss an das Nachfüllen sollte die Heizung entlüftet werden.

Hat die Heizung genug Energie?

Während die vorigen Maßnahmen sinnvoll sind, wenn einzelne Heizkörper nicht warm werden, ist bei einem Ausfall der gesamten Heizung zunächst zu prüfen, ob die Heizung überhaupt mit Energie versorgt wird. Klingt simpel, ist aber nicht selten die Ursache für eine kalte Wohnung. Bei einer Ölheizung sollten Sie prüfen, ob Ihr Öltank noch ausreichend gefüllt ist. Gleiches gilt für Besitzer*innen einer Gasheizung: Ist Ihr Gashahn aufgedreht  bzw. der Gastank gefüllt? Bei einer Wärmepumpe schließlich sollten Sie sicherstellen, dass die Stromversorgung gewährleistet ist.

Helfen diese Ratschläge nicht, sollten Sie eine*n Heizungsinstallateur*in kontaktieren und das Problem einem*r qualifizierten Expert*in überlassen. Im Folgenden finden Sie weitere Ursachen für eine kalte Heizung. Diese lassen sich jedoch nur durch Heizungsinstallateur*e beheben.

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Heizung wird nicht warm: weitere mögliche Ursachen

Vorlauftemperatur der Heizung ist zu niedrig

Die Vorlauftemperatur der Heizung ist die Temperatur, die nötig ist, um das Heizwasser ausreichend zu erwärmen. Ist die Vorlauftemperatur zu niedrig, werden die Heizkörper bzw. die Fußbodenheizung nicht ausreichend warm. Je nach eingebauter Heizung und dem Energiestandard des Gebäudes sind unterschiedliche Vorlauftemperaturen nötig. 

Hydraulischer Abgleich erforderlich

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Dass ein hydraulischer Abgleich erforderlich ist, merken Sie daran, dass Heizkörper nahe der Heizung besser mit Wärme versorgt werden als Heizkörper, die weiter von der Heizung entfernt sind. Sollen auch die hinteren Räume ausreichend warm werden, muss in diesem Fall mehr geheizt werden als notwendig. Mit einem hydraulischen Abgleich lassen sich daher häufig 10 bis 15 Prozent der Heizkosten sparen. 

Heizungspumpe kaputt

Ist die Heizungspumpe kaputt, funktioniert die gesamte Heizung nicht. Der Tausch der Heizungspumpe ist nicht immer sinnvoll. Handelt es sich um eine alte Heizungsanlage, lohnt es sich oftmals mehr, auf ein modernes und umweltfreundliches Heizsystem wie die Luft-Wasser-Wärmepumpe umzusteigen. Lassen Sie sich in dieser Frage am besten von einem Fachbetrieb beraten.

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