Austauschpflichten für Heizungen in Wohngebäuden – Diese Regelungen sollten Sie beachten

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 20.09.2021

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AKTUALISIERT AM: 20.09.2021

Nach 30 Jahren müssen alte Öl- und Gasheizungen spätestens ausgetauscht werden. Welche Ausnahmen es von dieser Regel gibt und was sie beim Einbau einer neuen Heizung beachten sollten, erklären wir hier.

Alter weißer Heizkörper auf dem Sperrmüll

Austauschpflicht nach 30 Jahren (§72 GEG)

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor welchen energetischen Standard ein Gebäude haben muss. Es verpflichtet Hausbesitzer unter anderem dazu Heizungen, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beheizt werden, nach 30 Jahren zu ersetzen (vgl. §72 GEG).

Tipp: Um das Alter Ihrer Heizung zu bestimmen, genügt oft ein Blick auf das Typenschild Ihrer Heizung, das sich direkt auf dem Heizkessel befindet.

Ausnahmen für bestimmte Heizungstypen

Diese Pflicht hat jedoch auch Ausnahmen. Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel sind bereits relativ effizient und müssen daher nicht ersetzt werden. Auch für Heizungen, die eine Heizleistung kleiner 4 kW und größer 400 kW haben, gilt die Austauschpflicht nicht. Schließlich können auch Heizkessel für besondere Brennstoffe, Anlagen, die nur Warmwasser bereiten, Küchenherde und Heizgeräte, die hauptsächlich für einen Raum ausgelegt sind, auch nach 30 Ablauf von 30 Jahren weiter betrieben werden.

Bewohner eines Ein- und Zweifamilienhauses seit 01.02.2002

Eine weitere Ausnahme besteht für Hausbesitzer, die ihr eigenes Haus bereits lange bewohnen. Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses mit maximal zwei Wohnungen, die dieses bereits seit dem 01.02.2002 bewohnen, sind so ebenso von der Pflicht ausgenommen. Mit dieser Regelung schützt das Gesetz Hausbesitzer, die Ihr Haus vor Inkrafttreten der EneV 2002 erworben haben, vor Kosten, die damals noch nicht voraussehbar waren.

Wird das Eigentum später durch Kauf, Schenkung oder Erbe von einer anderen Person übernommen, gilt die Austauschpflicht wieder, allerdings hat der neue Eigentümer dann zwei Jahre Zeit für den Tausch.

Austauschprämie für Ölheizungen

Das von der Bundesregierung beschlossene Klimapaket sieht eine Prämie beim Tausch einer bestehenden Ölheizung gegen ein effizienteres System vor. Seit Januar 2020 sind folgende Investitionszuschüsse erhältlich: Ersetzen Sie Ihre Ölheizung durch eine vollständig erneuerbare Heizung wie eine Wärmepumpe oder Biomasseheizung, können Sie einen Förderzuschuss von 45% erhalten. Tauschen Sie die Ölheizung hingegen gegen eine Gas-Hybridheizung – mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25% – gibt es einen Zuschuss von 40%. Bedingung für die Förderung ist immer, dass Sie alle notwendigen Fördervoraussetzungen einhalten.

Welche Heizungen dürfen eingebaut werden?

Grundsätzlich haben Sie beim Kauf einer neuen Heizung freie Wahl. Es empfiehlt sich jedoch, ein erneuerbares Heizsystem wie eine Wärmepumpe oder aber eine effiziente Gas- bzw. Ölheizung mit Brennwerttechnik zu wählen. In Baden-Württemberg ist die Nutzung von erneuerbaren Energien beim Heizungstausch verpflichtend. Hier müssen sie mit Ihrem neuen Heizsystem mindestens 15% des Wärmebedarfs erneuerbar decken.

Einbau von Ölheizungen nach 2026

Das Klimapaket sieht außerdem ein Verbot von Ölheizungen ab 2026 vor. Das bedeutet aber nicht, dass alle alten Ölheizungen ab 2026 ausgetauscht werden müssen. Nur der Einbau von neuen Ölheizungen soll ab 2026 verboten werden.

Die Regelung hat nicht zuletzt einige Ausnahmen. Hybrid-Lösungen, bei denen etwa ein Öl-Brennwertkessel mit Solarthermie kombiniert wird, sollen weiterhin erlaubt sein. Es ist aktuell noch unklar wie hoch der erneuerbare Anteil der Hybrid-Lösung sein muss, damit das System erlaubt ist. Auch wenn sich das Gebäude nicht mit Gas, Fernwärme oder erneuerbaren Energien beheizen lässt, ist der Einbau einer Ölheizung nach 2026 noch möglich. 

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