Solarstromspeicher installieren – Diese 5 Tipps sollten Sie beherzigen


Mit einem Solarstromspeicher nutzen Hausbesitzende bis zu 80% ihres selbst produzierten Solarstroms. Das senkt die jährlichen Stromkosten und spart eine Menge CO2. Doch worauf sollten Sie bei der Installation eines Solarstromspeichers eigentlich besonders acht geben? Wir geben 5 wertvolle Tipps.

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Solarstrom speichern – Lohnt sich das überhaupt?

Der Strompreis steigt seit Jahren kontinuierlich an. Anfang 2022 kostet eine Kilowattstunde Strom aus dem öffentlichen Netz mehr als 34 Cent, ein Rekordwert. Gleichzeitig stagniert die Quote der Erneuerbaren Energien im deutschen Strommix bei ca. 45%. Wenn Sie als Hausbesitzende also in Zukunft günstigen und emissionsarmen Strom nutzen möchten, bleibt eigentlich nur noch eine Option: Eine eigene PV-Anlage mit passendem Solarstromspeicher.

Graphische Darstellung des Prinzips eines Stromspeichers

Solarstromspeicher speichern den überschüssigen Solarstrom der sonnigen Mittagsstunden für den späteren Gebrauch – beispielsweise am Abend oder in der Nacht – zwischen. So können Hausbesitzende quasi den gesamten Tag ihren selbst produzierten Solarstrom nutzen. Mit gerade einmal 10 ct/kWh kostet dieser derzeit bis zu 75% weniger als Strom aus dem öffentlichen Netz. Auf ein ganzes Jahr gesehen können Sie so mehr als 1.000 € Stromkosten sparen. Gleichzeitig leisten Sie mit jeder Kilowattstunde Solarstrom vom eigenen Dach, die Sie selbst verbrauchen, einen aktiven Beitrag für mehr Klimaschutz. 

Das kostet ein Solarstromspeicher

Der Preis eines Solarstromspeichers richtet sich vor allem nach seiner Speicherkapazität. Im Einfamilienhaus kommen üblicherweise Speicher mit einer Kapazität zwischen 5 und 15 Kilowattstunden zum Einsatz. Die Kosten für Solarstromspeicher in dieser Größenordnung belaufen sich derzeit auf ca. 1.000 €/kWh. Wie hoch die Investition am Ende genau ausfällt, hängt jedoch ebenso sehr vom Hersteller und den möglichen Zusatzfunktionen des Speichers ab. Durch die hohe Stromkostenersparnis rechnet sich ein Solarstromspeicher aktuell nach etwa 10-15 Jahren im Betrieb.

Tipp 1 – Speicherkapazität individuell berechnen

Damit sich ein Solarstromspeicher rechnet, muss er an die jeweilige Verbrauchssituation im Haus angepasst werden. Die wichtigsten Faktoren dafür sind der jährliche Stromverbrauch, sowie die Größe der Photovoltaikanlage. Aber auch die Frage, ob größtmögliche Autarkie oder Wirtschaftlichkeit angestrebt werden, sollte in die Planung mit einbezogen werden. 

Ganz allgemein gilt aber: Bei einer wirtschaftlichen Ausrichtung der Anlage sollte zwischen 0,8 und 1 Kilowattstunde Speicherkapazität pro Kilowatt Peak Photovoltaikleistung installiert werden. Für größtmögliche Autarkie kann der Solarstromspeicher auch etwas größer dimensioniert werden, da so noch mehr eigener Solarstrom genutzt werden kann.

Tipp 2 – Höhe der Einspeisevergütung beachten

Eine PV-Anlage produziert vor allem im Sommer oder in den sonnenreichen Mittagsstunden mehr Solarstrom, als unmittelbar im Haus verbraucht werden kann. Die so entstehenden Überschüsse können entweder in einen Solarstromspeicher oder aber ins öffentliche Stromnetz geleitet werden. Für die Einspeisung ins öffentliche Netz erhalten Besitzende einer PV-Anlage eine festgeschriebene Vergütung pro eingespeister Kilowattstunde, die sogenannte Einspeisevergütung. Diese liegt aktuell, Februar 2022, bei 6,73 Cent/kWh

Zur Erinnerung: Die Stromkostenersparnis pro selbst verbrauchter Kilowattstunde Solarstrom liegt derzeit bei weit über 20 Cent. Deshalb ist es aktuell ratsam, so viel Solarstrom wie möglich selbst im Haus zu verbrauchen.

Anders sieht es aus, wenn die PV-Anlage schon seit einigen Jahren im Betrieb ist und nun über eine Speichernachrüstung nachgedacht wird. In diesem Fall ist es gut möglich, dass Anlagenbesitzende noch für weitere 10 Jahre eine Einspeisevergütung von 25 Cent oder mehr pro eingespeister Kilowattstunde Solarstrom erhalten. Ein wirtschaftlicher Betrieb des Solarstromspeichers ist unter diesen Voraussetzungen nur noch schwer möglich. 

Gleiches gilt, wenn Ihre Solaranlage nach fast 20 Jahren im Betrieb bald aus der Einspeisevergütung fällt. In diesem Fall ist allerdings nicht die hohe Vergütung, sondern die begrenzte Lebensdauer der Solaranlage der ausschlaggebende Grund. Diese liegt ohne größere und kostspielige Instandhaltungsmaßnahmen (Wechselrichter, Zählerschrank) selten über 30 Jahren. Auch in diesem Fall würde sich ein nachgerüsteter Solarstromspeicher kaum noch amortisieren.

Tipp 3 – Zyklenzahl des Solarstromspeichers überprüfen

Je länger ein Solarstromspeicher im Betrieb ist, desto mehr lohnt sich die Investition. Deshalb sollten Hausbesitzende bei der Auswahl ihres Speichermodells auf eine Kennzahl ganz besonders acht geben: Die Zyklenzahl. Diese gibt an, wie häufig ein Solarstromspeicher Energie aufnehmen, speichern und wieder abgeben werden kann, ohne dass seine Speicherkapazität spürbar nachlässt.

In einem typischen Einfamilienhaushalt durchläuft ein Solarstromspeicher meist 150-200 vollständige Ladezyklen pro Jahr. Für einen reibungslosen und wirtschaftlichen Betrieb über mindestens 15 Jahre hinweg benötigen Hausbesitzende demnach einen Solarstromspeicher, der mindestens 4.000 Ladezyklen oder mehr durchlaufen kann. Gut zu wissen: Alle Solarstromspeicher bei Wegatech erreichen 4.000 Ladezyklen oder mehr. Damit ist ein langlebiger Betrieb Ihres Speichers garantiert.

Tipp 4 – Mögliche Sonderfunktionen berücksichtigen

Solarstromspeicher ist nicht gleich Solarstromspeicher. Viele Hersteller bieten mittlerweile Speichermodelle mit unterschiedlichen Funktionalitäten an, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Dazu zählen beispielsweise Speichermodelle, die gemeinsam mit dem passenden Wechselrichter eine echte Notstromfunktion ermöglichen. Diese sorgt dafür, dass sich Hausbesitzende im Falle eines Stromausfalls weiterhin mit Solarstrom aus ihrem Speicher versorgen können.

Eine weitere beliebte Zusatzoption ist die sogenannte Strom Cloud. Mit dieser Funktion wird Ihr Solarstromspeicher sozusagen Teil eines virtuellen Speicher-Netzwerkes. Dadurch können Sie noch mehr Solarstrom selbst nutzen und so Ihren Autarkiegrad weiter erhöhen. Wie genau eine Strom Cloud funktioniert, erfahren Sie in diesem Video:

Tipp 5 – Regionale Fördermöglichkeiten nutzen

Solarstromspeicher erhöhen den Eigenverbrauch an Solarstrom um bis zu 50%. Das spart zwar eine Menge CO2-Emissionen, ist aber auch mit zusätzlichen Anschaffungskosten verbunden. Um trotzdem so viele Haushalte wie möglich mit einem Solarstromspeicher auszustatten, bietet die Politik sowohl bundesweite als regionale Fördermöglichkeiten an. So gibt es beispielsweise in Bundesländern wie NRW, Bayern oder Baden-Württemberg, aber auch in einzelnen Städten wie Münster oder Freiburg spezielle Förderprogramme für den Kauf eines Solarstromspeichers. Die Fördermenge variiert dabei von Programm zu Programm, üblich sind jedoch zwischen 100 € und 300 € pro Kilowattstunde Speicherkapazität.

Auf Bundeseben gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit, den eigenen Solarstromspeicher über einen zinsgünstigen Kredit der KfW-Bank (Programms 270) zu finanzieren.

Fazit

Nochmal zusammengefasst: Mit einem Solarstromspeicher können Sie bis zu 80% Ihres Strombedarfs mit eigenen Solarstrom decken. Das spart nicht nur einiges an Stromkosten, sondern schont auch die Umwelt. Bei der Auswahl Ihres Solarstromspeicher sollten Sie jedoch einige Dinge beachten, um einen möglichst langfristigen und wirtschaftlichen Betrieb Ihrer Anlage zu gewährleisten.

Besonders wichtig sind dabei vor allem Ihr jährlicher Stromverbrauch, sowie die Größe Ihrer PV-Anlage und die Höhe Ihrer Einspeisevergütung. Des Weiteren sollten Sie bei der Auswahl des Speichermoduls unbedingt auf eine Zyklenzahl von mehr als 4.000 achten. Prüfen Sie vorab außerdem, ob für Sie ein Solarstromspeicher mit besonderen Funktionen – wie beispielsweise einer Notstromfunktion – infrage kommt. Zu guter Letzt sollten Sie sich vor dem Kauf auch über Fördermöglichkeiten in Ihrer Region informieren. Je nach Programm können Sie so bis zu 20% der Investitionskosten für Ihren Solarstromspeicher einsparen.

Eigene Solaranlage mit passendem Solarstromspeicher

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