Stromverbrauch im Einfamilienhaus – Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 11.05.2022

NADINE KÜMPEL
AKTUALISIERT AM: 11.05.2022

Die Stromkosten steigen kontinuierlich an und auch der Stromverbrauch wächst. Auch im Einfamilienhaus wird die jährliche Stromrechnung zunehmend eine Belastung. Doch welcher Stromverbrauch ist hier eigentlich typisch und wie können die Stromkosten reduziert werden? Wir klären auf.

Mensch betätigt Lichtschalter im Haus

Diese Themen erwarten Sie:

Durchschnittliche Verbräuche & Stromkosten

Wie viel Strom verbraucht ein 2-Personen-Haushalt bzw. eine Familie mit 5 Personen? Hier finden Sie eine Übersicht.

HAUSHALTSGRÖSSE

STROMVERBRAUCH

STROMKOSTEN (BEI EINEM STROMPREIS VON 34 CENT PRO KWH)

1 Person 

1.500- 3.000 kWh

510 € - 1.020 €

2 Personen

2.000 - 3.500 kWh

680 € - 1.190 €

3 Personen

2.500 kWh - 4.000 kWh

850 € - 1.360 €

4 Personen

3.000 kWh - 4.500 kWh

1.020 € - 1.530 €

5 Personen

3.500 kWh - 5.000 kWh

1.190 € - 1.700 €

Formel zur Berechnung des Stromverbrauchs im Einfamilienhaus

Der Stromverbrauch im Einfamilienhaus hängt vor allem von drei Faktoren ab: Der Größe des Hauses, der Anzahl der Bewohner*innen und der Anzahl und Effizienz der vorhandenen elektrischen Geräte. Möchten Sie ihren Stromverbrauch grob abschätzen, können Sie daher folgende Formel nutzen:

Diese setzt sich wie folgt zusammen: Pro Person wird ein Grundverbrauch von 200 kWh angenommen. Jeder Quadratmeter Wohnfläche macht im Schnitt einen Verbrauch von 10 kWh aus. Bei den Haushaltsgeräten fallen vor allem große Haushaltsgeräte wie Fernseher, Laptop oder Waschmaschine ins Gewicht. Hier sollten pro Haushaltsgerät ebenfalls 200 kWh hinzugerechnet werden. 

Prognose

Der Stromverbrauch wird in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen. Nach einer Analyse im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums wird 2030 ein Bruttostromverbrauch von ca. 658 Terawattstunden erwartet. Das sind im Vergleich zu 2018 eine Steigerung von 11%. Haupttreiber des steigenden Strombedarfs sind nach der Analyse die Erzeugung von Elektrolyse-Wasserstoff, die Produktion von Batterien, die zunehmende Elektromobilität und elektrische Wärmepumpen. Vor allem das eigene E-Auto und die Wärmepumpe wirken sich auch unmittelbar auf den Stromverbrauch im Einfamilienhaus aus. 

Elektroautos sind als umweltfreundliche Alternative zu Verbrennern ein entscheidendes Puzzleteil im Klimaschutz. Denn wird der Strom zum Betrieb des Elektroautos erneuerbar erzeugt, ist auch das Elektroauto grün. Künftig wird ein Großteil der Hausbesitzer*innen über ein Elektroauto verfügen. Das bedeutet einen zusätzlichen Stromverbrauch von 2250 kWh pro bei 15.000 km Fahrleistung.

Auch Wärmepumpen ersetzen fossile Energien, in dem sie an Stelle von Gas- oder Ölheizungen Gebäude beheizen. Neben Umweltenergie benötigen sie zum Betrieb Strom. Für 4 kWh Heizenergie wird etwa eine Kilowattstunde Strom benötigt. Ein modernes Einfamilienhaus hat einen Heizenergiebedarf von ca. 4.000 bis 10.000 kWh. Damit kommen für die Wärmepumpe weitere 1.000 bis 2.500 kWh Strom hinzu. 

Neben dem steigenden Strombedarf sind auch Preissteigerung für Strom zu erwarten. Jährliche Anstiege von 3% in den kommenden Jahren sind da nicht unrealistisch. Alles in allem bedeutet die Prognose vor allem eins für Einfamilienhausbesitzer*innen: steigende Stromkosten. 

Wer schon jetzt vorsorgen bzw. sparen möchte, kann der Entwicklung entgegenwirken und kostengünstig Solarstrom auf dem eigenen Dach erzeugen. Denn Strom aus einer Photovoltaikanlage ist günstig und zu 100% erneuerbar. Haben Sie die Anschaffungskosten erst einmal ausgeglichen, ist der Strom einer Photovoltaikanlage sogar vollkommen kostenlos. 

Zusammensetzung des Stromverbrauchs im Einfamilienhaus

Wie teilt sich der Stromverbrauch im Einfamilienhaus eigentlich auf die einzelnen Bereiche im Haushalt auf? Den größten Anteil am Haushaltsstromverbrauch hat die Informationstechnik. Hierzu zählt beispielsweise der Strom, der zum Betrieb des Fernsehers ,zum Laden des Smartphones oder zum Surfen im Internet benötigt wird. Durch zunehmendes Home Office und den vermehrten Gebrauch von Streaming-Diensten sind auch hier sogar Steigerungen zu erwarten. 

Ebenfalls einen hohen Verbrauch hat die Waschmaschine und der Trockner, gefolgt von der Raumbeleuchtung und dem Betrieb von Kühl- und Gefrierschränken. Kochen macht immerhin noch 9% des Gesamtverbrauches aus. Hinzu kommen weitere 8% allein zur Erwärmung des Spülwassers.

Stromverbrauch Privathaushalte

Energiespartipps – Stromverbrauch im Einfamilienhaus senken

Energieeffiziente Haushaltsgeräte nutzen

Der größte Hebel zur Reduzierung des Stromverbrauchs im Einfamilienhaus ist die Investition in energiesparende Geräte. So lassen sich die Zimmerlampen auf LED umstellen. Bei der Anschaffung eines Kühlschranks oder einer Waschmaschine ist auf Energiesparlabels zu achten. Während früher Labels mit A+++ erhältlich waren und ein A im Energiesparlabel nicht unbedingt hieß, dass das Gerät energiesparend war, gelten seit März 2021 hier nun die Klassen A bis G. Wem ein stromsparendes Geräte wichtig ist, sollte auf die Klasse A oder B setzen.

Überflüssige Haushaltsgeräte abschaffen

So energiesparend ein Haushaltsgerät auch ist, es verbraucht Strom. Überlegen Sie daher genau, ob Sie wirklich alle Elektrogeräte benötigen, die sie aktuell betreiben. Häufig sammelt sich mit der Zeit eine Vielzahl an überflüssigen Elektrogeräten an. Ein Trockner etwa kann problemlos durch einen herkömmlichen Wäscheständer ersetzt werden und auch Geräte wie die Mikrowelle oder der Thermomix sind nicht unbedingt nötig.

Standby Modus vermeiden

Denken Sie daran Geräte wie Fernseher oder Computer nach der Benutzung vollständig auszuschalten, denn auch der Standby Modus benötigt Strom.

Helligkeit von Bildschirmen

Häufig ist der Bildschirm unseres Smartphones oder Computers heller eingestellt als nötig. Eine reduzierte Helligkeit schont die Augen und spart Stromkosten. Zwar sind die tatsächlichen Kostenersparnisse hier eher gering, dennoch sollte unnötiger Verbrauch vermieden werden.

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