Fernwärme – wie hoch sind die Kosten im Vergleich zu anderen Heizsystemen?


Fernwärme gilt als zuverlässiges und vor allem komfortables Heizsystem. Allerdings können Kund*innen bei Fernwärme meist nur aus einem oder wenigen regionalen Anbieter wählen, was zu überdurchschnittlich hohen Heizkosten führt. Wie hoch diese genau beziehungsweise im Vergleich zu anderen Heizsystemen ausfallen, erklären wir in diesem Artikel.

Überblick: Was kostet Fernwärme im Jahr 2024?

  • Die Kosten für Fernwärme liegen im Frühjahr 2024 bei durchschnittlich 12 Cent pro Kilowattstunde. Je nach regionalem Anbieter kann der tatsächliche Preis für Fernwärme jedoch stark variieren.
  • Zusätzlich zum Preis pro Kilowattstunde fällt bei Fernwärme noch ein Grundpreis an, der im Einfamilienhaus bei etwa 400–700 € pro Jahr liegt. 
  • Für den Anschluss ans Fernwärmenetz zahlen Kund*innen derzeit einmalig zwischen 5.000 € und 12.000 €.
  • Von diesen Anschaffungskosten können bis zu 70 % über das KfW-Programm 458 gefördert werden; je nach Zeitpunkt der Umstellung, altem Heizsystem und Haushaltseinkommen.
  • Wie sich die Kosten für Fernwärme langfristig entwickeln, ist nur schwer einzuschätzen. Allerdings haben die meisten Anbieter von Fernwärme eine Monopolstellung und daher hohe Preissetzungsmacht.

Was kostet der Anschluss ans Fernwärmenetz?

Beim Anschluss an ein Fernwärmenetz sollten Kund*innen mit Kosten zwischen 5.000 € und etwa 12.000 € rechnen. In diesen Anschaffungskosten sind sowohl der Einbau der Fernwärmeübergabestation als auch der eigentliche Anschluss an das Fernwärmenetz inbegriffen. In vielen Fällen wird vom Fernwärmeanbieter zudem die alte Heizungsanlage entsorgt. 

Da Fernwärme laut dem Gebäudeenergiegesetz 2024 als „Erfüllungsoption“ gilt, wird der Anschluss ans Fernwärmenetz mit bis zu 70 % der Anschaffungskosten gefördert. Wie sich die Förderung konkret zusammensetzt, erfahren Sie in unserem Artikel zum entsprechenden KfW-Programm 458.

Wie setzen sich die Heizkosten für Fernwärme zusammen?

Wie hoch Ihre Heizkosten beim Bezug von Fernwärme ausfallen, hängt maßgeblich von der Preissetzung Ihres regionalen Anbieters (meist den Stadtwerken) ab. Aktuell liegen die Heizkosten für Fernwärme inklusive Grundpreis bei 16 Cent pro Kilowattstunde; allerdings kann es hier zu deutlichen Abweichungen sowohl nach oben als auch nach unten kommen. 

Die Kosten, die Sie als Kund*in am Ende monatlich für Fernwärme zahlen, setzen sich dabei aus zwei großen Bausteinen zusammen:

  • Grundpreis/Anschlusswert: Der Grundpreis, in manchen Fällen auch Anschlusswert oder Leistungspreis genannt, wird vom Fernwärmeanbieter für die Bereitstellung der Wärme sowie etwaige Wartungsarbeiten behoben. Die Höhe des Grundpreises richtet sich nach der Nennleistung Ihres Anschlusses und beträgt in der Regel zwischen 40 € und 60 € pro Kilowattstunde. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Anschlussleistung von etwa 12 Kilowatt kämen so ein jährlicher Grundpreis von 480 € bis 720 € zustande.
  • Arbeitspreis: Beim Arbeitspreis handelt es sich um den tatsächlichen Verbrauchspreis, den Sie pro Kilowattstunde bezogener Fernwärme zahlen müssen. Aktuell, also im Frühjahr 2024, liegt dieser bei durchschnittlich 12 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Heizwärmebedarf von 18.000 kWh, wie er im Einfamilienhaus üblich ist, kämen so reine „Arbeitskosten“ von 2.160 € zusammen.

In Summe kämen Sie beim Bezug von Fernwärme im Einfamilienhaus somit auf Betriebskosten von derzeit etwa 2.800 € im Jahr. Wie hoch die Kosten für Fernwärme in Ihrer Region am Ende wirklich ausfallen, hängt allerdings wie bereits erwähnt sehr stark von ihrem jeweiligen lokalen Anbieter ab. Starke Preisschwankungen sowie Nachzahlungen im vierstelligen Bereich sind dabei keine Seltenheit.

Kosten für Fernwärme im Vergleich

Mit jährlichen Kosten von durchschnittlich 2.800 € gehört Fernwärme zu den teureren Heizsystemen in unserem Vergleich. Als Hausbesitzer*in, die beim neuen Heizsystem die freie Wahl* hat, sollten Sie in puncto Kosten daher eher auf die Wärmepumpe oder eine Pelletheizung setzen. Mit jeweils unter 1.500 € pro Jahr sind diese Heizsysteme nämlich deutlich günstiger als der Bezug von Fernwärme.

*Zur Einordnung: In manchen Kommunen sind Mieter*innen sowie Hausbesitzer*innen dazu verpflichtet, Fernwärme von ihrem regionalen Anbieter zu beziehen. Das liegt daran, dass die Fernwärmenetze dort auf Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) beruhen und sich nur bei einer möglichst großen Zahl von Haushalten lohnt. Es ist jedoch auch hier oftmals möglich, alternative Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien zu nutzen.

Heizungsart Preis pro kWh
(Frühjahr 2024)
Jährliche Heizkosten im Einfamilienhaus
(18.000 kWh Heizbedarf)
Gasheizung11 ct1.980 €
Ölheizung12 ct2.160 €
Wärmepumpe (JAZ 4)8 ct1.440 €
Solarthermie0 ct0 €
Pelletheizung7 ct1.260 €
Elektroheizung32 ct5.760 €
Fernwärme (inkl. Grundpreis)16 ct2.760 €

Die Wärmepumpe als Alternative zur Fernwärmeheizung

Wie wir sehen, hat Fernwärme im Vergleich zu anderen Heizsystemen verhältnismäßig hohe jährliche Kosten, die zudem noch hohen Schwankungen und der Preissetzung des regionalen Anbieters unterliegen. Abgesehen davon hat das Heizen mit Fernwärme noch weitere Nachteile, allen voran die geringe Transparenz bei der Herkunft der Wärme sowie die langen Vertragslaufzeiten von bis zu zehn Jahren.

Beim Betrieb einer Wärmepumpe haben Sie all diese Nachteile nicht, im Gegenteil. Mit einer Wärmepumpe heizen Sie langfristig kostengünstig und unabhängig von steigenden Preisen bzw. schwindenden Rohstoffen. Zudem sind Sie in diesem Fall frei von langjährigen Verträgen und Anbietern mit einer Monopolstellung im Markt. 

Wie werden sich die Kosten für Fernwärme entwickeln?

Bis Mitte 2028 sind alle Kommunen in Deutschland dazu verpflichtet, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen; so will es das Gesetz für die Wärmeplanung und Dekarbonisierung der Wärmenetze. Ein essenzieller Bestandteil vieler, wenn nicht aller Wärmeplanungen soll die Planung klimaneutraler und flächendeckender Nah- und Fernwärmenetze sein. Das Problem: Für viele Kommunen würde dies erst einmal hohe Investitionen in den (Aus)bau ihres Fernwärmenetzes bedeuten. Diese Investitionen werden die Fernwärmeanbieter mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal an ihre Kund*innen weitergeben und für höhere Heizkosten sorgen.

Fazit: Mit Fernwärme lassen sich nur schwer Kosten sparen

Fernwärme gilt laut Gebäudeenergiegesetz als zentrale Säule der Wärmewende; und auch für Kund*innen bietet es eine scheinbar komfortable Lösung. Was die jährlichen Heizkosten angeht, kann für Fernwärme allerdings keine pauschale Empfehlung ausgesprochen werden. Denn: Im Vergleich zum Betrieb einer Wärmepumpe oder Pelletheizung zahlen Sie beim Bezug von Fernwärme nämlich mehr als 1.000 € pro Jahr drauf! Zudem sind Sie bei Fernwärme meist abhängig von nur einem regionalen Anbieter, der seine Preise jederzeit massiv erhöhen kann – woraufhin Sie dann auf den steigenden Heizkosten sitzen bleiben. Auch ist heute noch kaum absehbar, wie sich die Kosten für Fernwärme in den nächsten Jahren entwickeln werden. Wer stattdessen auf eine Wärmepumpe setzt, heizt ab dem Moment der Inbetriebnahme unabhängig und kostengünstig.

Hinweis: Die Inhalte des Artikels wurden nach sorgfältiger Recherche zusammengetragen. Trotzdem können sich die Gesetze stetig ändern. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Wegatech bezüglich der in diesem Dokument getroffenen Aussagen keine Haftung übernehmen kann.

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