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Kosten und Wirtschaftlichkeit

Kosten und Wirtschaftlichkeit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Beim Bau eines neuen Hauses ist die Auswahl der richtigen Heizung nur eine Entscheidung von vielen. Doch eine die gut überlegt sein sollte. Denn bei Installation einer ineffizienten Heizanlage, ergeben sich vor allem langfristig erhebliche Mehrkosten. Neben den traditionellen Lösungen mit Öl- und Gas, werden heutzutage bei einem Drittel aller Neubauten umweltfreundliche Wärmepumpen eingesetzt. Auch der Heizkostenvergleich des BDEW zeigt, Wärmepumpen liegen beim Preis ganz weit vorne.

Heizkosten_sparen

Anmerkung:  Die Werte gelten für Heizungsanlagen in Neubauten, welche gemäß der EnEV 2016 errichtet wurden.  

Welche Arten von Kosten müssen beim Kauf einer Wärmepumpe berücksichtigt werden?

Investitionskosten (Kapitalkosten)

Die Investitionskosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sind von vielen Faktoren abhängig und variieren von Projekt zu Projekt. Maßgeblich sind vor allem die benötigte Größe, der Hersteller bzw. das Modell der Wärmepumpe, als auch die örtlichen Voraussetzungen im Haus. Die Gesamtinvestitionskosten für eine Wärmepumpenanlage im Neubau variieren zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Hierin enthalten sind bereits die gesamten Anschluss- und Zusatzkosten und die Kosten für den Wärmespeicher. Zu beachten ist auch, dass die Investitionskosten durch die Ausschöpfung von Fördermöglichkeiten der KfW oder Bafa für Wärmepumpen deutlich reduziert werden können.

Betriebskosten

Bei einer Wärmepumpe fallen nur sehr geringe jährliche Wartungskosten an. In der Regel kann man hier Kosten von ca. 200€ pro Jahr ansetzen.

Stromkosten

Die jährlichen Stromkosten einer Wärmepumpe können überschlägig mit folgender Formel berechnet werden:

Stromkosten= (Heizleistung/(Jahresarbeitszahl (JAZ)) x Heizstunden x Strompreis/kWh

bzw.: Stromkosten= Strombedarf Wärmepumpe x Strompreis/kWh

Für eine Wärmepumpe mit einer Heizleistung von 9 kW und einer durchschnittlichen JAZ von 3,8 ergibt sich so:

(9kW/3,8)x2000hx20 Cent/kWh= 4737kWh x 20Ct/kWh= 947€ (Nutzung Wärmepumpentarif 20 Cent/kWh)

(9kW/3,8)x2000hx29 Cent/kWh== 4737kWh x 29Ct/kWh= 1.374€ (normaler Netzstrombezug)

Kombinieren Sie Ihre Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage, können Sie einen Teil des Stromverbrauchs der Wärmepumpe durch selbst erzeugten Solarstrom decken und die Stromkosten für Ihre Wärmepumpe noch einmal senken.

Jahreskostenvergleich Heizen

Nachfolgend werden die durchschnittlichen jährlichen Kosten für die Beheizung eines Neubaus bei Installation verschiedener Heizsysteme verglichen (Angaben basieren auf dem Heizkostenvergleich des BDEW). Alle Varianten erfüllen die Vorgaben der EnEV. So ist es seit dem 01. Januar 2016 nicht mehr möglich nur eine Gas- oder Ölheizung zu installieren. Aufgrund des verpflichtenden Einsatzes erneuerbarer Energien ergänzt man Gas- oder Ölheizungen so meist mit Solarthermie – als kostengünstigste erneuerbare Variante. Eine Besonderheit ist: es werden nicht nur die konkreten verbrauchsabhängigen Heizkosten, die auch auf der Heizkostenabrechnung stehen, betrachtet, sondern auch die jährlichen Betriebs- und Kapitalkosten der Heizanlage. Dies ermöglicht einen realistischen Vergleich.Die Angaben basieren auf folgenden Annahmen:
  • Neubau
  • 150m²
  • typischer baulicher Wärmeschutz (85% des maximalen Transmissionswärmeverlusts des Referenzgebäudes aus der EnEV)
  • 8,1 kW Heizlast
jährliche Kosten Heizsysteme

          Quelle: Heizkostenvergleich BDEW

Die geringsten jährlichen Kosten verursachen die Varianten Luft-Wasser-Wärmepumpe, Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Photovoltaikanlage und die Variante Gas-Brennwertgerät mit Solarthermieanlage. Andere gängige Heizvarianten, wie etwa eine Ölheizung mit Solarthermieanlage und vor allem eine Pelletheizung, verursachen deutlich höhere Kosten. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat den Vorteil, dass sie deutlich umweltfreundlicher ist und weniger CO2 ausstößt, insbesondere, wenn sie mit einer PV-Anlage kombiniert wird. Die Kombination von Luft-Wasser-Wärmepumpe und PV ist nach der Amortisation sogar deutlich günstiger als alle anderen Varianten, da sie sehr geringe verbrauchs- und betriebsgebundene Kosten aufweist.

Welche Einflussfaktoren wirken sich auf die Wirtschaftlichkeit des Heizsystems aus?

Art des Heizkreisverteilsystems

Die Art des gewählten Heizkreisverteilsystems beeinflusst maßgeblich die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe. Es bietet sich vor allem der Einbau einer Fußbodenheizung an, welche eine geringe Vorlauftemperatur von 35 Grad benötigen. Radiatoren mit hohen Vorlauftemperaturen sind eher ungeeignet, denn je höher die Temperatur des Heizkreisverteilsystems ist, desto mehr Leistung muss die Wärmepumpe erbringen und desto größer muss Sie dimensioniert werden.

Dämmstandard des Hauses

Auch der Dämmstandard des Hauses spielt eine entscheidende Rolle. Je weniger Energie durch die Gebäudehülle verloren geht, desto geringer ist auch Ihr Heizwärmebedarf. Diese geringeren Wärmeverluste steigern die Effizienz der Wärmepumpe. Neubauten haben aufgrund der in der EnEV festgelegten Standards bereits einen relativ hohen Dämmstandard. Oft lohnt es sich aber auch den Dämmstandard über die Vorgaben hinaus zu verbessern und somit weiter Energiekosten zu sparen. Unsanierte Altbauten haben meist nur sehr wenig Dämmung. Hier sind die Wärmeverluste durch Wände, Fenster und Dach so hoch, dass die Anschaffung einer Wärmepumpe meist nicht lohnenswert ist.

Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe

Die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe gibt an, wie viel Wärme aus einer Einheit Strom erzeugt werden kann. Der Preis für eine Kilowattstunde (kWh) Gas liegt bei etwa 6 Cent. Die Kilowattstunde Strom für eine Wärmepumpe ist aber nicht für unter 20 Cent (Wärmepumpentarif) zu erhalten. Daher ist eine Wärmepumpe nur wirtschaftlich, wenn Sie eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,4 oder mehr aufweist. In der Praxis sollte eine Wärmepumpe mindestens eine Jahresarbeitszahl von 3,8 oder mehr haben, damit die Einsparungen groß genug sind.

Korrekte Dimensionierung der Anlage

Besonders wichtig ist die individuelle und korrekte Dimensionierung einer Wärmepumpenanlage, die auf dem korrekt berechneten Heizwärmebedarf ihres Gebäudes beruht. Wird eine zu große Wärmepumpe eingebaut, erhöhen sich die Investitionskosten unnötig und die Wärmepumpe wird nie ausgelastet. Kritisch ist jedoch vor allem die zu kleine Dimensionierung einer Wärmepumpe. Denn reicht die Heizleistung der Wärmepumpe nicht aus, stellt ein strombetriebener Heizstab die benötigte Wärme zur Verfügung. Da Heizstäbe sehr ineffizient arbeiten, sollten Sie nur an wenigen besonders kalten Wintertagen zum Einsatz kommen. Ist der Heizstab zu häufig in Betrieb, schießen die Stromkosten einer Wärmepumpe schnell in die Höhe. Daher sollten Sie beim Kauf einer Wärmepumpe nur auf eine Dimensionierung durch qualifizierte Fachbetriebe vertrauen.

Kombination mit einer Photovoltaikanlage

Die Kombination mit Photovoltaik erhöht die Wirtschaftlichkeit Ihrer Wärmepumpe deutlich, denn der Strombedarf einer Wärmepumpe kann so teilweise mit günstigem Solarstrom gedeckt werden und der Strombezug zu Standardpreisen wird reduziert. Am günstigsten ist es, wenn Sie eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher mit einer Wärmepumpe kombinieren. Strom aus einer Photovoltaikanlage ohne Speicher ist nämlich immer nur dann verfügbar, wenn Sonneneinstrahlung vorhanden ist. In Kombination mit einem Speicher, der den erzeugten Solarstrom zwischenspeichert, kann Ihre Wärmepumpe überschüssigen Solarstrom beziehen, wann immer sie Ihn zum Heizen benötigt.

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