Wärmepumpe: Mit diesen Kosten können Sie 2024 rechnen

Die Wärmepumpe erfreut sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Alleine im letzten Jahr wurden hierzulande über 350.000 neue Wärmepumpe installiert, Tendenz steigend. Doch wie viel kostet die Anschaffung einer Wärmepumpe aktuell? Kann ich beim Kauf eine Förderung erhalten? Und von welchen Faktoren hängen die Kosten für eine Wärmepumpe eigentlich ab? Wir haben die Antworten.

Vaillant Wärmepumpe vor Hauswand im Garten

Anschaffungskosten einer Wärmepumpe

Die Investitionskosten einer Wärmepumpe sind von vielen Faktoren abhängig und variieren von Projekt zu Projekt. Maßgeblich sind vor allem die Art und Größe der Wärmepumpe, aber auch der Hersteller, das Modell und die Gegebenheiten in und am Haus spielen eine entscheidende Rolle. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zahlen Sie aktuell zwischen 20.000 € und 35.000 €. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen sind durch die notwendigen Erdarbeiten bzw. Bohrungen etwas teurer; hier können auch mal zwischen 30.000 € und 40.000 € anfallen.

Die Kosten für eine Wärmepumpe setzen sich dabei aus drei verschiedenen Faktoren zusammen: dem Grundgerät, dem zusätzlichen Material und der Montage. Die Wärmepumpe selbst macht hier ungefähr die Hälfte der Gesamtkosten aus, weitere 30 % entfallen auf die Montage und ca. 20 % auf zusätzliches Material wie den Unterbau oder die Rohrleitungen.

Bis zu 70 % Förderung sichern und Anschaffungskosten senken

Seit Anfang des Jahres gilt die Novelle der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), welche unter anderem die Förderung von Wärmepumpen und anderen klimafreundlichen Heizung neu regelt. Die neue Förderung setzt sich aus einer Grundförderung, einem Geschwindigkeitsbonus, einem Effizienz- und einem einkommensabhängigen Bonus zusammen. Je nach Heizungsart, Zeitpunkt des Austauschs und Haushaltseinkommen kann sich die Förderung so auf bis zu 85 % der Anschaffungskosten summieren. Der Fördersatz ist jedoch auf maximal 70 % begrenzt; die maximal förderfähige Summe liegt bei 30.000 €.

*sinkt ab 2029 auf 17 %; gilt nicht für Pelletheizungen, die als alleiniges Heizsystem eingebaut werden.

Wie Sie sehen, lassen sich die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe durch die großzügige staatliche Förderung signifikant reduzieren. Eine Wärmepumpe, die im Normalfall 30.000 € kosten würde, kann durch Grundförderung und Geschwindigkeitsbonus bereits für 15.000 € angeschafft werden. Haushalte mit geringem Einkommen, die bis zu 70 % Förderung erhalten, würden für eben jene Wärmepumpe sogar nur noch 9.000 € zahlen. Damit wäre eine solche Wärmepumpe sogar günstiger als eine moderne Gastherme!

Art der FörderungHöhe der FörderungAnschaffungskosten Wärmepumpe
Keine Förderung0 %30.000 €
Grundförderung30 %21.000 €
Grundförderung + Geschwindigkeitsbonus50 %15.000 €
Grundförderung + Einkommensbonus60 %12.000 €
Maximale Förderung70 %9.000 €

Betriebskosten einer Wärmepumpe

Wärmepumpen erzeugen Wärme, indem sie die Energie der Umgebung „anzapfen“ und auf ein höheres Temperaturniveau heben. Um der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich Wärme zu entziehen, benötigt eine Wärmepumpe allerdings Strom. Im Normalbetrieb kann eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme erzeugen; dieses Verhältnis wird auch Jahresarbeitszahl (JAZ) genannt. Wie hoch die Kosten für den Betrieb einer durchschnittlichen Wärmepumpe sind, schauen wir uns jetzt einmal an einem Rechenbeispiel an:

Rechenbeispiel Familie Grün

Die dreiköpfige Familie Grün lebt in einem Einfamilienhaus in der Nähe von Köln. Ihr Heizwärmebedarf beläuft sich auf ca. 18.000 Kilowattstunden im Jahr. Geheizt wird im Haus der Familie mit einer Wärmepumpe, die im Durchschnitt auf eine JAZ von 3,8 kommt; sie erzeugt also aus einer Kilowattstunde Strom durchschnittlich 3,8 Kilowattstunden Wärme. Der Strom zum Betrieb der Wärmepumpe kommt aus dem öffentlichen Netz und kostet die Grüns 32 Cent pro Kilowattstunde. Daraus ergeben sich für die Familie jährliche Heizkosten von:

Strombedarf Wärmepumpe: Jährlicher Wärmebedarf / JAZ = 18.000 kWh / 3,8 = 4.737 kWh
Jährliche Heizkosten: 4.737 kWh x 0,32 ct/kWh = 1.515 €

Jährliche Heizkosten der Wärmepumpe im Vergleich

Mit einer Wärmepumpe haben Hausbesitzer*innen jährliche Betriebskosten von ca. 1.500 € im Jahr. Damit ist die Wärmepumpe schon heute günstiger als fossile Heizsysteme wie die Gas- oder Ölheizung. Einzig die Pelletheizung kann als vollwertiges Heizsystem mit der Wärmepumpe schritthalten. Allerdings müssen Hausbesitzer*innen hier einen hohen Platzbedarf und eine geringere Förderung in Kauf nehmen. Solarthermische Anlagen heizen völlig kostenfrei, sind jedoch nicht als alleiniges Heizsystem geeignet.

Heizungsart Preis pro kWh (Ende 2023) Jährliche Heizkosten im Einfamilienhaus
(18.000 kWh Heizbedarf)
Gasheizung11 ct1.980 €
Ölheizung12 ct2.160 €
Wärmepumpe (JAZ 4)8 ct1.440 €
Solarthermie0 ct0 €
Pelletheizung7 ct1.260 €
Elektroheizung32 ct5.760 €

Jährliche Wartungskosten einer Wärmepumpe

Bei einer Wärmepumpe fallen nur sehr geringe jährliche Wartungskosten an. In der Regel kann man hier Kosten von ca. 300 € pro Jahr ansetzen.

Entwicklung der Heizkosten durch den CO2-Preis

Seit Anfang dieses Jahres müssen Unternehmen sowie private Verbraucher*innen 45 € für jede Tonne Kohlenstoffdioxid zahlen, die sie direkt oder indirekt verbrauchen. Das führt auch dazu, dass das Heizen mit fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas in diesem Jahr noch einmal teurer wird. Denn: Eine handelsübliche Gasheizung im Einfamilienhaus verursacht pro Jahr CO2-Emissionen von ca. 4,5 bis 5 Tonnen. Bei einem CO2-Preis von 45 € pro Tonne kommen so Mehrkosten von etwas unter 200 € zustande. Besitzer*innen einer Wärmepumpe müssen hingegen keine zusätzlichen Kosten fürchten, vor allem wenn sie ihre Wärmepumpe mit 100 % Ökostrom oder Strom aus der eigenen PV-Anlage betreiben.

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Einflussfaktoren auf die Betriebskosten einer Wärmepumpe

Korrekte Dimensionierung der Anlage

Besonders wichtig ist die individuelle und korrekte Dimensionierung einer Wärmepumpe, die auf dem berechneten Heizwärmebedarf ihres Gebäudes beruht. Wird eine zu große Wärmepumpe eingebaut, erhöhen sich die Investitionskosten unnötig und die Wärmepumpe wird nie ausgelastet.

Kritisch ist jedoch vor allem die zu kleine Dimensionierung einer Wärmepumpe. Denn reicht die Heizleistung der Wärmepumpe nicht aus, stellt ein strombetriebener Heizstab die benötigte Wärme zur Verfügung. Da Heizstäbe sehr ineffizient arbeiten, sollten Sie nur an wenigen besonders kalten Wintertagen zum Einsatz kommen. Ist der Heizstab zu häufig in Betrieb, schießen die Stromkosten schnell in die Höhe. Daher sollten Sie beim Kauf einer Wärmepumpe nur auf eine Dimensionierung durch qualifizierte Fachbetriebe wie Wegatech vertrauen.

Art des Heizkreisverteilsystems

Die Art des gewählten Heizkreisverteilsystems beeinflusst maßgeblich die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe. Es bietet sich vor allem der Einbau einer Fußbodenheizung an, welche eine geringe Vorlauftemperatur von 35 Grad benötigen. Wenn keine Fußbodenheizung eingebaut werden kann oder soll, sind auch Niedertemperaturheizkörper eine unkomplizierte Lösung, um die Vorlauftemperatur zu senken. Radiatoren mit hohen Vorlauftemperaturen sind eher ungeeignet, denn je höher die Temperatur des Heizkreisverteilsystems ist, desto mehr Leistung muss die Wärmepumpe erbringen und desto größer muss sie dimensioniert werden.

Dämmstandard des Hauses

Auch der Dämmstandard des Hauses spielt eine entscheidende Rolle. Je weniger Energie durch die Gebäudehülle verloren geht, desto geringer ist auch Ihr Heizwärmebedarf. Diese geringeren Wärmeverluste steigern die Effizienz der Wärmepumpe. Neubauten haben aufgrund der in der EnEV festgelegten Standards bereits einen relativ hohen Dämmstandard. Oft lohnt es sich aber auch, den Dämmstandard über die Vorgaben hinaus zu verbessern und somit weiter Energiekosten zu sparen.

Bei Altbauten ist der Dämmstandard ab 1995 (dritte Wärmeschutzverordnung) in der Regel ausreichend. Bei Gebäuden, die zwischen 1978 und 1994 errichtet wurden, genügen häufig nachträglich durchgeführte Einzelmaßnahmen, damit eine Wärmepumpe lohnenswert wird. Unsanierte Altbauten haben meist nur sehr wenig Dämmung. Hier sind die Wärmeverluste durch Wände, Fenster und Dach so hoch, dass die Anschaffung einer Wärmepumpe eher nicht lohnenswert ist.

Kombination mit einer Photovoltaikanlage

Die Kombination mit Photovoltaik erhöht die Wirtschaftlichkeit Ihrer Wärmepumpe deutlich, da der Strombedarf so teilweise mit günstigem Solarstrom gedeckt werden kann. Am günstigsten ist es, wenn Sie eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher mit einer Wärmepumpe kombinieren. Strom aus einer Photovoltaikanlage ohne Speicher ist nämlich immer nur dann verfügbar, wenn Sonneneinstrahlung vorhanden ist. In Kombination mit einem Speicher, der den erzeugten Solarstrom zwischenspeichert, kann Ihre Wärmepumpe überschüssigen Solarstrom beziehen, wann immer sie ihn zum Heizen benötigt.

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