PV-Anlage Größe berechnen – so gelingt die Dimensionierung Ihrer Solaranlage


Eine der wichtigsten Fragen, die sich Hausbesitzer*innen vor dem Kauf einer PV-Anlage stellen sollten, lautet: Wie viel kWp Leistung sollte meine Solaranlage eigentlich haben? Und mit welcher Faustformel kann ich die richtige Größe meiner PV-Anlage berechnen? Diese und weitere Fragen rund um die individuelle Dimensionierung von Photovoltaikanlagen beantworten wir in diesem Artikel.

Photovoltaikanlage auf dem Dach vor blauem Himmel

In Kürze: Größe PV-Anlage berechnen

  • Die durchschnittliche Größe einer Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhaus liegt in Deutschland zwischen 8 und 15 kWp.
  • Um eine PV-Anlage korrekt zu dimensionieren, werden diverse Faktoren wie die lokale Sonneneinstrahlung, die verfügbare Dachgröße sowie die Ausrichtung des Daches herangezogen.
  • Eine Faustformel zur individuellen Dimensionierung von PV-Anlagen lautet: Strombedarf mal 2,5 geteilt durch 1.000 kWh/kWp (spezifischer Anlagenertrag in Deutschland).
  • Für eine Familie mit einem Strombedarf von 4.000 kWh pro Jahr würde sich so eine Anlagengröße von etwa 10 Kilowatt Peak ergeben.
  • Allerdings empfiehlt es sich, Solaranlagen immer etwas größer zu dimensionieren, um für zusätzliche Verbraucher wie ein E-Auto oder eine Wärmepumpe vorbereitet zu sein.
  • Für eine erste Dimensionierung Ihrer PV-Anlage können Sie unseren Wegatech Solarrechner nutzen. Mit nur wenigen Angaben erhalten Sie hier in nur 5 Minuten ein erstes unverbindliches Angebot für eine Solaranlage in passender Größe.

Faustformel zur Dimensionierung einer Solaranlage

Anmerkung: Wir von Wegatech empfehlen in aller Regel, die Solaranlage von Beginn möglichst groß zu dimensionieren oder das Dach direkt vollständig mit Photovoltaik zu belegen. Das hat zum einen den Vorteil, dass Sie noch mehr kostengünstigen Solarstrom selbst nutzen und dadurch noch mehr Kosten sparen können. Zum anderen sind Sie durch eine größere PV-Anlage schon heute auf zukünftige Verbraucher wie ein E-Auto oder eine Wärmepumpe vorbereitet.


Die eine Faustformel zur individuellen Dimensionierung einer PV-Anlage gibt es nicht. Das liegt daran, dass die letztendliche Leistung einer Solaranlage von diverse Faktoren (Globalstrahlung, Dachneigung, Verschattung) beeinflusst wird. Daher sollte die genaue Planung einer PV-Anlage immer von Expert*innen durchgeführt werden. So gehen Sie auf Nummer sicher, dass die Anlage perfekt auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und Sie gleichzeitig so viele Stromkosten wie möglich sparen und möglichst wenig für Ihre Anlage zahlen.

Bevor Sie einen Experten oder eine Expertin zu Rate ziehen, kann es jedoch hilfreich sein, die sinnvolle Mindestgröße Ihrer PV-Anlage erst einmal grob zu überschlagen. Dazu eignet sich die folgende Faustformel zur Dimensionierung von Solaranlagen: Strombedarf mal 2,5 geteilt durch 1.000 kWh/kWp (spezifischer Anlagenertrag in Deutschland). Der Faktor 2,5 berücksichtigt dabei sowohl einen angestrebten Autarkiegrad von 60 bis 80 % als auch die zukünftige Elektrifizierung verschiedener Lebensbereiche wie Mobilität oder Heizen.

Exkurs: Der spezifische Anlagenertrag spiegelt das für Deutschland typische Verhältnis zwischen Anlagengröße und zu erwartender Stromproduktion wider und kann der Einfachheit halber für ganz Deutschland mit 1.000 kWh/kWp angenommen werden. Bei einer geringen Sonneneinstrahlung oder einer suboptimalen Ausrichtung der Solaranlage kann der Ertrag jedoch auch deutlich geringer ausfallen. Für eine erste Schätzung reicht er jedoch allemal aus.

Rechenbeispiel: Wie viel Photovoltaikleistung benötige ich bei einem Strombedarf von 4.000 kWh pro Jahr?

Zur Beantwortung dieser Frage nehmen wir die oben aufgeführte Faustformel Strombedarf mal 2,5 geteilt durch 1.000 kWh/kWp zur Hilfe. Setzen wir hier den angenommenen Strombedarf von 4.000 kWh/Jahr ein, ergibt sich eine Anlagengröße von 10 kWp, die in diesem Fall mindestens installieren werden sollte.

StrombedarfGröße PV-Anlage
(Faustformel)
Benötigte Dachfläche
(Minimum)
Anlagenertrag
(Maximum)
3.000 kWh7,5 kWp38 m27.500 kWh
4.000 kWh10 kWp50 m210.000 kWh
5.000 kWh12,5 kWp62 m212.500 kWh
6.000 kWh15 kWp75 m215.000 kWh

Hinweis: Bei allen Werten handelt es sich um Richtwerte und keine konkreten Angaben.

Empfehlung: Dach vollständig mit Photovoltaik belegen

Anstelle der individuellen Dimensionierung ihrer PV-Anlage empfehlen wir vielen unserer Kund*innen die vollständige Belegung des Hausdachs mit Photovoltaik. Auch in diesem Fall ist es möglich, die voraussichtliche Größe der Photovoltaikanlage vorab mit einer einfachen Rechnung zu überschlagen. Hierzu müssen Sie lediglich feststellen, wie viele Module maximal auf Ihr Hausdach passen.

Bei einer typischen Modulgröße von etwa 2 Quadratmetern ist dies zum Glück ganz leicht. Dividieren Sie einfach Ihre verfügbare Dachfläche durch 2, und schon erhalten Sie die maximale Anzahl von Modulen, die Sie auf theoretisch Ihrem Dach installieren können. Im nächsten Schritt multiplizieren Sie nun die Modulanzahl mit der Leistung der eingesetzten Module. Bei modernen Photovoltaikmodulen liegt dieser Wert aktuell um die 400 Watt.

Wie viele PV-Module passen auf ein 50 m² Hausdach?

Für ein beispielhaftes Haus mit einer Dachfläche von 50 Quadratmetern ergäben sich so folgende theoretische Werte für die maximale Anlagengröße sowie den maximal möglichen Anlagenertrag:

  1. Max. Modulanzahl: 50 m² / 2 m² = 25 Module
  2. Max. Anlagenleistung: 25 x 0,4 kWp = 10 kWp
  3. Max. Anlagenertrag: 10 kWp x 1.000 kWh / kWp = 10.000 kWh

Anmerkung: Bei einem Dach kann selbstverständlich nie die gesamte Fläche mit Photovoltaik ausgelegt werden. In unserem Beispiel wäre bei einer Dachfläche von 50 m² demnach eher eine Anlagenleistung von 9 Kilowatt-Peak realistisch.

PV-Anlage Größe – die wichtigsten Faktoren

Jetzt kennen Sie zwei Möglichkeiten, mit denen Sie die mögliche Größe Ihrer PV-Anlage ganz einfach selbst abschätzen können. Wenn die individuelle Größe Ihrer PV-Anlage im nächsten Schritt konkret berechnet wird, spielen vor allem drei Faktoren eine entscheidende Rolle: die lokale Sonneneinstrahlung, die Größe und die Neigung des Daches.

Faktor 1: Die VERFÜGBARE DACHFLÄCHE

Nachdem der standortspezifische mögliche Anlagenertrag pro Quadratmeter ermittelt wurde, ist im nächsten Schritt zu prüfen, wie viel Quadratmeter Dachfläche überhaupt zur Projektrealisierung zur Verfügung steht. Hierzu können Sie uns Fotos Ihrer Dachfläche zusenden oder wir vereinbaren einen Besichtigungstermin vor Ort. Teilweise sind Teile des Daches nicht für die Installation von Photovoltaikmodulen geeignet, da z.B. umliegende Objekte die PV-Module verschatten würden. Außerdem muss in manchen Bundesländern nach wie vor ein Mindestabstand zum Nachbargebäude eingehalten werden.

Faktor 2: Der (zukünftige) Strombedarf

Wie bereits erwähnt, ist der entscheidende Faktor bei der Dimensionierung einer Photovoltaikanlage der durchschnittliche jährliche Stromverbrauch. Dabei kommt es jedoch nicht nur auf Ihren aktuellen Strombedarf an, sondern auch auf den Bedarf, den Sie in Zukunft erwarten. Steigt dieser nämlich durch familiären Zuwachs oder zusätzliche elektrische Verbrauch zukünftig an, ist es sinnvoll, Ihre Solaranlage schon heute größer zu dimensionieren.

Faktor 3: STANDORT / SONNENEINSTRAHLUNG

In Norddeutschland liegt die Sonneneinstrahlung bei unter 1110 kWh/m², während die Strahlung im Süden Bayerns und Baden-Württembergs teilweise über 1300 kWh/m² beträgt. Daher haben Sie mit einer Anlage in Süddeutschland höhere Erträge als mit einer Anlage vergleichbarer Größe in Norddeutschland. Daher darf eine Anlage in Bayern etwas kleiner sein als eine Anlage gleicher Leistung auf Norderney. Bei der Ertragsschätzung Ihrer Anlage durch Wegatech wird immer auch die örtliche Sonneneinstrahlung einbezogen und ein individueller, standortabhängiger Ertrag ermittelt.

Sonneneinstrahlung in Deutschland als Einflussfaktor auf den Photovoltaik Ertrag
Quelle: SolarGIS

Faktor 4: AUSRICHTUNG DER DACHFLÄCHE / NEIGUNG AZIMUT

Auch die Ausrichtung und Neigung der Photovoltaikmodule hat Auswirkungen auf den Ertrag und somit Ihre Anlagengröße. Ist eine Anlage mit einem Neigungswinkel von 30 Grad nach Süden gewandt, erzielt sie einen höheren Ertrag als eine Anlage mit Nordostausrichtung. Eine Anlage mit schlechter Ausrichtung kann daher etwas größer ausfallen als eine optimal ausgerichtete Anlage. Bei einem Einfamilienhaus mit Ausrichtung nach Norden kann die Installation einer PV-Anlage grundsätzlich in Frage gestellt werden.

Bestimmen Sie in nur 5 Minuten die optimale Größe Ihrer PV-Anlage

Welche Rolle spielen Autarkiegrad und Wirtschaftlichkeit?

Die korrekte Planung einer Solaranlage hängt neben den oben genannten Faktoren auch von persönlichen Präferenzen bzw. dem individuellen Verbrauchsverhalten ab. Entsprechend sollten Sie bei der Berechnung Ihrer PV-Anlage auch auf die folgenden Punkte achten:

Autarkiegrad durch PV-Speicher erhöhen

Wünschen Sie eine möglichst hohen Autarkiegrad bzw. einen hohen Eigenverbrauchsanteil, können Sie Ihre Photovoltaikanlage größer dimensionieren und mit einem Stromspeicher kombinieren. Tagsüber überschüssig erzeugter Strom kann so gespeichert und in den Abendstunden oder nachts genutzt werden.

Auch ohne Erweiterung der Anlagengröße ist es möglich, den Eigenverbrauch durch einen Stromspeicher zu erhöhen. Durch eine bewusste Vergrößerung der PV-Anlage steigern Sie jedoch Ihre Produktion und somit Ihre Stromüberschüsse. Diese zusätzlichen Stromüberschüsse können dann zwischengespeichert und anschließend selbst genutzt werden. Zur Versorgung Ihrer elektrischen Verbraucher oder auch zur Versorgung einer mit Strom betriebenen Wärmepumpe. Dies trägt erheblich dazu bei, Autarkiegrad und Eigenverbrauch zu steigern.

Der Balanceakt zwischen Anlagengröße und Wirtschaftlichkeit

Durch eine große Photovoltaikanlage und einen entsprechend dimensionierten Stromspeicher ist es möglich zu 100 % autark zu werden. In der Regel können solche Konzepte aber noch nicht wirtschaftlich umgesetzt werden. Die Mehrkosten für einen größeren Speicher und zusätzliche Module, die 100 % Autarkie ermöglichen, stehen oft in keinem Verhältnis zum Gewinn. Die zusätzlichen Module decken dann hauptsächlich gelegentliche Verbrauchsspitzen, werden aber nicht zur ständigen Stromversorgung benötigt.

Eine sinnvoll dimensionierte Anlage mit einem Stromspeicher erreicht in der Regel einen Autarkiegrad von 60–80 %, ist aber deutlich wirtschaftlicher als eine vollkommen autarke Lösung. Generell sollten Sie sich vor dem Kauf überlegen, welche Erwartungen Sie an die Unabhängigkeit und Wirtschaftlichkeit Ihrer Photovoltaikanlage stellen. Entsprechend Ihrer Vorstellungen finden wir dann die perfekte Anlagengröße für Sie.

FAQ: Größe einer PV-Anlage berechnen

Gibt es die eine richtige Größe für Photovoltaikanlagen?

Nein, die eine Größe für PV-Anlagen gibt es nicht. Stattdessen ist die individuelle Dimensionierung einer Solaranlage von diversen Faktoren abhängig und variiert von Haushalt zu Haushalt.

Wie viel Dachfläche benötige ich für eine 10 kWp Solaranlage?

Die 10 kWp PV-Anlage ist nach wie vor die beliebteste Anlagengröße auf deutschen Einfamilienhäusern. Bei Solarmodulen mit einer Leistung von 400 Watt würden Sie zur Installation einer solchen Solaranlage ca. 60 Quadratmeter freier Dachfläche benötigen. Rein für die Module fallen zwar nur 50 m² Dachfläche an, mit verschatteten Flächen und Abständen zum Rand des Daches sollte jedoch sicherheitshalber von 60 m² ausgegangen werden.

Wie viel kWp benötigt ein Drei-Personen-Haushalt?

Ein Drei-Personen-Haushalt in Deutschland hat einen durchschnittlichen Strombedarf von 3.500 bis 4.000 kWh pro Jahr. Legt man die oben vorgestellte Faustformel zu Grunde, käme man für einen 3-Personen-Haushalt auf eine Anlagengröße von etwa 8 Kilowatt Peak. Allerdings empfiehlt es sich, die PV-Anlage von Beginn an etwas größer zu dimensionieren, beispielsweise auf eine Leistung von 10 kWp.

Wie viele PV-Moudle passen auf mein Hausdach?

Die maximale Menge an PV-Modulen, die theoretisch auf Ihr Hausdach passt, lässt sich dank der Modulgröße von 2 Quadratmetern relativ leicht berechnen. Teilen Sie die Größe Ihres Dachs dazu einfach durch zwei und schon haben Sie die maximal Anzahl an PV-Modulen.

PV-Anlage mit unseren Solarexpert*innen dimensionieren

Sie wissen noch nicht, welchen Eigenverbrauchsanteil Sie anstreben oder Ihre nutzbare Dachfläche ist Ihnen unbekannt? Kein Problem. In diesem Fall dimensioniert Wegatech Ihre PV-Anlage anhand Ihres durchschnittlichen Stromverbrauchs. Hierbei achten wir besonders darauf, die für Sie wirtschaftlichste Lösung zu finden. Wünschen Sie anschließend mehr Unabhängigkeit oder erwarten Sie eine Änderung Ihres Verbrauchs, dimensionieren wir Ihre PV-Anlage gerne auch größer.

Bestimmen Sie in nur 5 Minuten die Größe Ihrer Photovoltaikanlage

Das könnte Sie auch interessieren

Sie möchten mehr zum Thema Photovoltaik erfahren? Mit dem Wegatech-Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden.

Sie möchten mehr zum Thema Photovoltaik erfahren? Mit dem Wegatech-Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden.