Energielösungen fürs Einfamilienhaus – Diese Systeme sind beliebt

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 08.08.2022

NADINE KÜMPEL
AKTUALISIERT AM: 08.08.2022

Wie versorge ich mich als Hausbesitzer nachhaltig und zukunftsorientiert mit Energie? Ob Wärmepumpe, Photovoltaik, Solarthermie oder Energieeffizienzmaßnahmen, der Technik sind heutzutage kaum noch Grenzen gesetzt. Wir geben einen Überblick und zeigen, welche Energielösungen sich wirklich lohnen! 

Photovoltaikanlage im Frühling auf Haus







Was versteht man unter einer Energielösung?

Energielösung ist kein eindeutig definierter Begriff. Meist dient er als Sammelbegriff für sämtliche Haustechnik, die Energie erzeugt, oder dazu dient, den Energieverbrauch zu senken bzw. zu optimieren. Hierbei kann es sich um Einzellösungen wie eine Photovoltaikanlage oder eine Gesamtlösung wie den KfW 55 Standard handeln.

Im Einfamilienhaus zählen daher auch sämtliche Heizungsarten zu den Energielösungen. Auch andere Energieerzeuger wie die Kleinwindkraft– oder Photovoltaikanlage, die Strom statt Wärme erzeugen, sind inbegriffen. Schließlich sind auch Baustandards wie der Passivhausstandard oder die KfW-Effizienzhausstandards Standard oder energiesparende Lüftungsanlagen, Dämmung oder Smart-Home-Systeme Energielösungen.

Da die Vielfalt an Energielösungen zu groß ist, werden wir im Folgenden lediglich zwei gängige und zukunftsorientierte Energielösungen fürs Einfamilienhaus vorstellen. 

Energielösung 1: Mit Wärmepumpe, Photovoltaik & Lüftungsanlage zu minimalem Energieverbrauch

Bei unserer ersten Energielösung gehen wir von einem gut gedämmten Einfamilienhaus aus. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um einen Alt- oder Neubau handelt. Auch im Altbau kann durch Sanierung ein sehr guter Dämmstandard erreicht werden. Wer eine staatliche Förderung erhalten möchte, muss im Neubau mindestens den KfW-40 Standard mit Nachhaltigkeitsklasse erreichen, im Altbau stehen mehr KfW-Standards zur Verfügung. Ist das Haus gut gedämmt, sinkt der Energiebedarf, sodass Heizsysteme wie eine Wärmepumpe sinnvoll werden. Im Folgenden stellen wir die Vorteile der Kombination von Fußbodenheizung, Lüftungsanlage, Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Wallbox vor. 

Fußbodenheizung für wohlige Wärme

Eine Fußbodenheizung besteht aus einem wasserführenden Rohrsystem, dass unter dem Fußboden verlegt wird. Sie sorgt für ein angenehmes Raumklima und wohlige Wärme an den Füßen. Sie benötigt nur niedrige Vorlauftemperaturen und ermöglicht so einen effizienten Betrieb der Heizungsanlage.

 Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Lüftungsanlagen tauschen die Luft in Ihrem Haus alle paar Stunden vollständig aus. So wird Lüften überflüssig und die Energieverluste durch das öffnen der Fenster werden minimiert. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist mittlerweile üblich. Hier wird die frisch angesaugte Raumluft durch die Wärme der Abluft erwärmt und der Heizwärmebedarf sinkt weiter.

 Wärmepumpe – Heizen mit Umgebungsenergie

Wärmepumpen heizen mit Umweltwärme. Um Heizwärme zu erzeugen, entziehen sie der Außenluft, der Erde oder aber auch dem Grundwasser mithilfe von Strom Wärme. Da aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme erzeugt werden können, ist das Heizen mit Wärmepumpe umweltfreundlich und kostengünstig. Nicht ohne Grund wird die Wärmepumpe als das Heizsystem der Zukunft gesehen.

 Photovoltaikanlage mit Speicher – Strom von der Sonne

Photovoltaikanlagen erzeugen Strom aus Sonnenenergie. Solarstrom ist damit zu 100% erneuerbar. Eine Kilowattstunde Solarstrom kann schon für 10 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden. In Kombination mit einem Stromspeicher, der überschüssigen Solarstrom zwischenspeichert und zur Verfügung stellt, wenn er im Haus benötigt wird, können sich Hausbesitzer so überwiegend autark vom öffentlichen Stromnetz versorgen. Das spart Stromkosten, macht unabhängig von steigenden Preisen und schützt die Umwelt.

 Wallbox

Eine Wallbox ist eine Ladestation für Ihr Elektroauto. Sie wird in der Regel in der Garage platziert und kann auch mit Solarstrom aus der Photovoltaikanlage betrieben werden.

 Smart Home Systeme

Smart Home Systeme vernetzen technische Geräte im Haus und automatisieren Abläufe. So kann ein Smart Home System zum Beispiel steuern, dass die Waschmaschine eingeschaltet wird, wenn ausreichend Strom aus der Solaranlage zur Verfügung steht.

 Zusammenspiel der Komponenten

Wärmepumpen arbeiten besonders effizient, wenn sie niedrige Vorlauftemperaturen benötigen und der Heizwärmebedarf im Gebäude nicht zu hoch ist. Daher ist der Einsatz einer Wärmepumpe in einem gut gedämmten Gebäude mit Fußbodenheizung und Lüftungsanlage der Idealfall. 

Die Photovoltaikanlage mit Speicher kann einen Großteil des Strombedarfs des Hauses decken. Über ein Smart Home System können Elektrogeräte gezielt angesteuert und an- und ausgeschaltet werden, wenn überschüssiger Solarstrom zur Verfügung steht. Stehen dann noch Überschüsse zur Verfügung, können auch noch E-Auto und Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom geladen bzw betrieben werden.

Haus mit PV Speicher und Wärmepumpe
Energielösungen im Haus

Energielösung 2 – Pelletheizung und Photovoltaikanlage – auch bei niedrigem Energiestandard sinnvoll

Auch wenn ihr Haus nur eine sehr schlechte Dämmung aufweist und sich daher nicht unbedingt für eine Wärmepumpe eignet, gibt es zahlreiche umweltfreundliche und kostengünstige Energielösungen. Als Alternative zur Wärmepumpe kommen so etwa die Pelletheizung oder einer Solarthermieanlage in Frage.

Solarthermie

Eine Solarthermieanlage ist ideal, wenn nur wenig Geld zur Verfügung steht und eine bestehende Gas- oder Ölheizung um ein erneuerbares Energiesystem ergänzt werden soll. Solarthermieanlagen sind günstig erhältlich und erzeugen mithilfe von Sonnenenergie Heizwärme. Sie können allerdings nur einen geringen Teil des jährlichen Heizwärmebedarfs decken. Lediglich zur Brauchwassererwärmung im Sommer sind sie ideal.

Pelletheizung

Einen vollständigen Ersatz ihrer Öl- und Gasheizung, unabhängig vom Dämmstandard Ihres Gebäudes, bietet die Pelletheizung. Pelletheizungen erzeugen Wärme, indem sie gepresste Holzabfälle verbrennen. Für eine Pelletheizung benötigen sie allerdings etwas mehr Platz im Keller. Nachteil im Vergleich zur Wärmepumpe: Holz als Brennstoff ist zwar nachwachsend, da der Wald insgesamt jedoch bedroht ist, ist das Heizen mit Holz nicht wirklich klimafreundlich. 

Eine Photovoltaikanlage lässt sich auf nahezu jedem Gebäude installieren. Der Dämmstandard spielt hierbei keine Rolle, lediglich ein Mindestmaß an freier Dachfläche und ausreichend Sonneneinstrahlung sollten vorhanden sein. Da Strom immer teurer wird, sparen Sie mit einer Photovoltaikanlage langfristig Stromkosten. Auch wenn die Photovoltaikanlage in diesem Fall nicht die Wärmepumpe unterstützt, können Sie neben der Versorgung ihrer Haushaltsgeräte, so auch ihr Elektroauto mit Ökostrom laden.

Fazit

Ob Altbau oder Neubau, gute Dämmung oder schlechte Dämmung, für jeden Anwendungsfall gibt es heute die passende Energielösung. Der Einsatz einer Photovoltaikanlage in Kombination mit einer Wallbox ist so gut wie immer sinnvoll. Bei der klimafreundlichen Heizung kann zwischen Wärmepumpe, Pelletheizung und Solarthermie gewählt werden. Ideal ist jedoch die Wärmepumpe, da diese als alleiniges Heizsystem fungiert und mit Solarstrom betrieben werden kann. Fußbodenheizung und Lüftungsanlage bringen zusätzlichen Planungsaufwand und Umbauten mit sich. Im Altbau muss überlegt werden, ob sich der Aufwand lohnt, im Neubau sind die Systeme hingegen bereits heute Standard.

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