Das Energiesparhaus – Mit effizienter Wärmedämmung Energiekosten senken

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 30.11.2021

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AKTUALISIERT AM: 30.11.2021

Ein Energiesparhaus ist ein Haus, das besonders wenig Energie benötigt. So ist das Passivhaus etwa eine Art Energiesparhaus.

Weißer Neubau im Bauhausstil aus dem Garten fotografiert

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Was ist ein Energiesparhaus?

Der Begriff Energiesparhaus ist nicht einheitlich definiert. Im Prinzip können alle Häuser, die im Vergleich zu ähnlichen Häusern weniger Energie benötigen, als Energiesparhäuser bezeichnet werden. Beispiele für Energiesparhäuser sind etwa Passivhäuser, Aktivhäuser, Häuser mit KfW-Effizienzhaus-Standard und das 3-Liter Haus.

Durch die immer höheren Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV), werden Energiesparhäuser bei Neubauten mehr und mehr zum Standard. Dennoch gibt es immer noch Häuser, die mehr Energie einsparen als ein üblicher Neubau.

Welche Bauweise macht ein Haus energiesparend?

Dämmung

Damit ein Haus wenig Energie verbraucht, ist vor allem eine gute Dämmung entscheidend, denn Energie, die im Haus erzeugt wird, sollte möglichst nicht wieder über die Außenhülle des Gebäudes verloren gehen. Zur Außenhülle zählen die Außenwände, die Decke des obersten Stockwerks (oberste Geschossdecke) als auch Fenster und Türen.

Für die Dämmung der Außenwände wird häufig Polystyrol-Hartschaum (EPS), auch als Styropor bekannt, verwendet, denn es ist günstig, haltbar und dämmt sehr gut. Auch Mineralwolle wird oft genutzt. Umweltfreundliche Dämmstoffe sind Holz und Kork. Wie dick die Dämmschicht der Außenwand sein muss, hängt vom Dämmmaterial aber auch dem angestrebten Energiestandard ab. Bei Fenstern hängt die Dämmung von der Art der Glasfüllung, dem Abstand der Scheiben und der Anzahl der Scheiben ab. Neubauten mit hohem Energiestandard, sind oft mit dreifach verglasten Fenstern ausgestattet.

Fenster und die oberste Geschossdecke, lassen sich mit relativ begrenztem finanziellen Aufwand dämmen. Möchte man die Wärmeverluste allerdings deutlich senken, empfiehlt sich auch eine Dämmung der Außenwände, da diese mit die größte Angriffsfläche für Wärmeverluste bieten.

Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass alle Bestandteile der Außenhülle einen ähnlichen Dämmstandard aufweisen, denn Fenster mit Dreifachverglasung nutzen wenig, wenn die Wärme über die Außenwände verloren geht. Zudem besteht die Gefahr, dass sich der Taupunkt verschiebt und nun nicht mehr das Fenster, die kälteste Stelle der Wand ist, sondern die Wand, wodurch es zu Tauwasserbildung an den Wänden kommen kann.

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

In modernen energiesparenden Gebäuden ist das Lüften über Fenster überflüssig. Frischluft wird stattdessen über eine zentrale Lüftungsanlage zugeführt, die dafür sorgt, dass die Abluft ihre Wärme an die Frischluftzufuhr überträgt, wodurch Wärmeverluste vermieden werden. 

Effiziente Heizung

Doch nicht allein die Dämmung entscheidet, ob ein Haus energiesparend ist. Die meiste Energie wird in Gebäuden zum Heizen benötigt. Ist die eingesetzte Heizung effizient und kann das Haus schon mit wenig Energieaufwand beheizen, wird ebenfalls Energie im

Gebäude eingespart. In Neubauten sind vor allem Wärmepumpen ein effizientes Heizsystem, denn sie können aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme erzeugen. 

Geräte mit niedrigem Stromverbrauch

Neben der Heizwärme verbraucht ein Haus, durch den Betrieb von elektrischen Geräten wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Computer Strom. Hier kann zum einen beim Kauf der Geräte auf einen niedrigen Energieverbrauch geachtet werden ( z.B. A+, A++). Außerdem kann durch Einbindung eines Smart Home Systems, das etwa beim Verlassen des Hauses nicht benötigte elektrische Geräte ausschaltet, Energie gespart werden.

Typen von Energiesparhäusern

Da der Begriff Energiesparhaus keinen spezifischen Standard meint, werden mit dem Begriff unterschiedliche Häusertypen bezeichnet, die besonders Energiesparend sind.

Passivhaus

Ein Passivhaus ist ein Haus, dass seinen Wärmebedarf weitgehend ohne Energiezufuhr von außen decken kann. Damit das möglich ist, muss der Heizenergiebedarf so gering wie möglich gehalten werden und darf 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr nicht überschreiten. Passivhäuser haben daher meist eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Der verbleibende Heizenergiebedarf wird über eine Mini-Wärmepumpe gedeckt.

Nullenergiehaus

Ein Nullenergiehaus ist ein Haus, das genauso viel Energie verbraucht, wie es erzeugt. Im Detail muss der jährliche externe Energiebezug durch die Energieproduktion des Gebäudes (z.B. durch eine Photovoltaikanlage) aufgewogen werden. Im Prinzip ist das Nullenergiehaus also eine Fortführung der Idee des Passivhauses, denn damit der Energiebedarf auch durch die eigene Energieerzeugung des Gebäudes abgedeckt werden kann, muss der Energiebedarf relativ gering sein. Dies wird wie beim Passivhaus durch eine energiesparende Bauweise mit überdurchschnittlicher Dämmung und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erzielt. 

Plusenergiehaus

Das Plusenergiehaus geht noch einen Schritt weiter als das Nullenergiehaus, denn es erzeugt mehr Energie als es selbst verbraucht. Auch hier kommen Wärmeschutzmaßnahmen (Dämmung etc.) zum Einsatz, die Erzeugung von eigener Energie durch erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Windkraft, Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen hat jedoch einen höheren Stellenwert.

Niedrigenergiegebäude / Niedrigenergiehäuser

Niedrigenergiegebäude oder Niedrigenergiehäuser, haben genau wie Energiesparhäuser einen niedrigeren Energieverbrauch als durchschnittliche Gebäude. Auch Niedrigenergiegebäude haben daher häufig einen hohen Dämmstandard und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.

KfW-Effizienzhäuser

KfW-Effizienzhäuser sind Gebäude, die durch die KfW definierte Energiestandards erreichen. Der Standard richtet sich hauptsächlich nach dem Primärenergiebedarf der Gebäude, der angibt, wieviel Energie im Laufe eines Jahres für Heizen, Lüften und die Warmwasserbereitung benötigt wird. Da die KfW energiesparendes Bauen belohnen möchte, vergibt die KfW bei Erreichen eines KfW-Effizienzhaus-Standards zinsgünstige Kredite und Zuschüsse.

Was kostet ein Energiesparhaus?

Der Bau eines Energiesparhauses ist etwas teurer als der Bau eines normalen Einfamilienhauses, da insgesamt ein höherer Baustandard erreicht wird und auch zusätzliches Dämmmaterial aufgewendet werden muss. Der Mehraufwand rentiert sich meist aber bereits nach einigen Jahren, da durch den niedrigeren Energieverbrauch auch Energiekosten eingespart werden.

Erneuerbare Energien – Die ideale Ergänzung zum Energiesparhaus

Wie bereits das Beispiel des Plusenergiehauses zeigt, ist es sinnvoll nicht nur durch Wärmeschutzmaßnahmen möglichst viel Energie zu sparen, sondern auch kostengünstig und umweltfreundlich selbst Energie zu erzeugen. Denn die wichtigsten Anlässe für eine Energiesparende Bauweise sind Kostenersparnis und Umweltschutz und genau das können erneuerbare Erzeugungsanlagen wie Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen bieten.

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