Neue Heizung kaufen: Zeitpunkt, Kosten und Förderung im Blick

ARNE GONSCHOR

AKTUALISIERT AM: 05.08.2022

ARNE GONSCHOR
AKTUALISIERT AM: 05.08.2022


Beim Kauf einer neuen Heizung kommen viele Fragen auf: Wann ist der beste Zeitpunkt, eine neue Heizung zu kaufen? Welche Heizung eignet sich für den Neu-, welche für den Altbau? Sollte man eher auf die Anschaffungs- oder die Betriebskosten schauen? Und welche Förderprogramme gibt es? Hier finden Sie die Antworten.

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Gute Gründe für den Heizungskauf

Heizkosten senken: Viele Heizungen in deutschen Häusern sind bereits 15 Jahre oder länger im Betrieb. In dieser Zeit hat sich die Technologie enorm weiterentwickelt. Moderne Heizungen brauchen heute ca. 30% weniger Energie als ältere Öl- und Gaskessel. Der Kauf einer neuen Heizung spart somit Kosten im Betrieb.

Die Umwelt schonen: Wenn Sie eine Heizung kaufen, sollten Sie auch an die Zukunft des Planeten denken. Öl- und Gasheizungen sind auf fossile Brennstoffe mit hoher CO2-Bilanz angewiesen. Umweltfreundliche Heizungen wie die Wärmepumpe oder Biomasseheizungen hingegen haben das Potenzial, fast völlig CO2-neutral zu heizen.

Unabhängiger werden: Fossile Rohstoffe wie Öl und Gas sind endlich. Und bei sinkendem Angebot steigt dementsprechend der Preis. Um weniger abhängig von solchen Preissteigerungen zu sein, sollten Sie eine Heizung kaufen, die eine unendlichen Ressource als Energiequelle nutzt. 

Wann sollte ich eine neue Heizung kaufen?

Ist Ihre bestehende Heizungsanlage länger als 15 Jahre im Betrieb, sollten Sie darüber nachdenken, eine neue Heizung zu kaufen. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Effizienz der Heizung weiter ab, während die Anzahl der Reparaturen immer weiter steigt. Bei einer Betriebszeit von über 30 Jahren sind Sie sogar gesetzlich verpflichtet (ENEV), Ihre alte Anlage auszutauschen. Damit möchte der Gesetzgeber ineffiziente und umweltschädliche (Öl)heizkessel nach und nach komplett abschaffen. Die vollen 30 Jahre sollten Sie trotzdem nicht warten: Je früher Sie eine effizientere Heizung kaufen, desto größer die Heizkostenersparnis.

Welche Voraussetzungen sollte ich beachten?

Welche Heizung Sie kaufen sollten, hängt primär von der Qualität der Dämmung in Ihrem Haus ab. Denn: Je schlechter die Dämmung, desto effizienter muss die Heizungsanlage sein.

Altbau

Gasheizungen sind im Altbau nach wie vor sehr verbreitet. Das liegt vor allem an ihrem günstigen Anschaffungspreis. Die Betriebskosten einer Gasheizung sind seit Anfang 2022 hingegen enorm gestiegen. Mit Blick auf die 2020 eingeführte CO2-Steuer wird der Preis für fossile Rohstoffe künftig noch weiter steigen. Bei großen Immobilien mit hohem Wärmebedarf greifen daher viele zur Biomasseheizung. Diese Technik heizt effizient und zu konstant niedrigen Betriebskosten. Zu beachten sind hierbei jedoch die überdurchschnittlich hohen Anschaffungskosten und der hohe Platzbedarf.

Eine Wärmepumpe ist im Altbau bei ausreichender Dämmung oftmals wirtschaftlich. Im Allgemeinen ist dies bei Bestandsgebäuden mit Baujahr 2000 oder später noch gegeben. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Sie die Wärmedämmung Ihres Hauses jedoch im Voraus prüfen lassen.

Neubau

Im Neubau ist die Wärmepumpe hingegen stets die beste Wahl. Dank moderner und guter Wärmedämmung kann die Wärmepumpe hier effizient und kostengünstig arbeiten. Weiterer Pluspunkt: Wärmepumpen – und Biomasseheizungen – sind die einzigen erneuerbaren Heizungsarten, die im Neubau ohne ergänzendes Heizsystem verbaut werden können.

Altbau

Neubau

Ölheizung

ungeeignet

ungeeignet

Gasheizung

ungeeignet 

ungeeignet

Wärmepumpe

bedingt geeignet

bestens geeignet

Biomasse

bedingt geeignet

geeignet

Welche Kosten kommen beim Heizungskauf auf mich zu?

Die Kosten spielen beim Kauf einer Heizung fast immer eine entscheidende Rolle. Einen Fehler sollten Sie dabei aber auf keinen Fall machen: Lediglich auf die Anschaffungs-, nicht aber auf die Betriebskosten und deren Entwicklung zu schauen.

Anschaffungskosten

Wenn Sie eine Heizung kaufen, müssen Sie zwangsläufig eine größere Summe Geld investieren. Die Kosten rangieren dabei von ca. 6.000€ für Gasheizungen bis hin zu fast 30.000€ für große Biomasseheizungen. Kurzfristig erscheinen preisgünstige Heizungen als die attraktive Option. Allerdings erzählen die Anschaffungskosten (hier noch ohne mögliche Förderung) nur die halbe Geschichte.

Betriebskosten

Jede Heizung ist abhängig von der Energiequelle / dem Energieträger, egal ob dies Gas, Holz, Luft oder Strom ist. Wenn also die Energiepreise steigen, steigen auch Ihre jährlichen Heizkosten. Aus diesem Grund sollten Sie sie beim Kauf einer Heizung eine wichtige Frage stellen: Wie zukunftsfähig und stabil ist der Energieträger bzw. die Energiequelle meiner Heizung? 

Die Antwort auf diese Frage fällt bei fossilen Brennstoffen nicht gerade positiv aus. Bereits jetzt sind die Gas- und Ölpreise auf Rekordniveau. Sinkende Fördermengen und ein steigender CO2-Preis werden den Preis pro Kilowattstunde in den nächsten Jahren weiter ansteigen lassen. Auch Biomasseheizungen, die primär mit Holzabfällen heizen, sehen einer eher ungewissen Zukunft entgegen. 

Der Strompreis wird in den kommenden Jahren wohl ebenfalls um ca. 3% ansteigen. Da eine Wärmepumpe jedoch Strom nur im Faktor 1 zu 4 nutzt, fällt der Preisanstieg in der Praxis deutlich geringer aus. Möchten Sie also ein Heizung kaufen, die in den nächsten Jahren mit Konstanz punktet, empfiehlt sich die Anschaffung einer Wärmepumpe. Eine weitere Option: Kombinieren Sie Ihre Wärmepumpe mit einer eigenen Photovoltaikanlage. Das spart zusätzliche Kosten und ermöglicht klimaneutrales Heizen.

Anschaffungskosten

Betriebskosten

Trend

Ölheizung

7.000 - 18.000 €

  8,2 ct/kWh

↗

Gasheizung

6.000 - 9.000 €

  13 ct/kWh (Bestand), >20 ct/kWh Neukunden

⬆

Wärmepumpe

15.000 - 25.000 € (bis zu 45% Förderung möglich)

  7,5 ct/kWh*

➡

Biomasse

17.000 - 28.000 €

6,5 ct/kWh

↗

*Wärmepumpenstromtarif für 30 ct/kWh bei 25% Wärmeleistung aus Strom

Wieviel Förderung kann ich erhalten?

Die verhältnismäßig hohen Anschaffungskosten einer nachhaltigen und langfristig kostengünstigen Heizung können für Haushalte eine echte Hürde darstellen. Daher bietet die Bundesregierung  für besonders umweltfreundliche Heizungen verschiedene bundesweite und regionale Förderangebote. Wenn Sie beispielsweise im Rahmen einer Sanierung eine Heizung kaufen, stehen Ihnen sogar Zuschüsse von 10-40% der Investitionskosten zu. Ganz wichtig dabei: Der Antrag auf Förderung muss in jedem Fall gestellt werden, bevor Sie Ihre Heizung kaufen.

Seit 2021 gilt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Diese sieht Fördermaßnahmen im Rahmen energetischer Sanierungen zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms vor. Konkret bedeutet das für Sie: Zuschüsse für Biomasseheizungen von bis zu 20 %, für Solarthermieheizungen von 25% und für Wärmepumpen sogar Zuschüsse von bis zu 40%. Öl- und Gasheizungen erhalten aufgrund ihrer schlechten Umweltbilanz keine Förderung mehr.

Fazit: Worauf sollte ich beim Heizungskauf achten?

Die Dämmung prüfen: Eine gute Dämmung ist das A und O für effizientes und kostengünstiges Heizen. Dabei weisen selbst viele Altbauten einen noch ausreichenden Dämmstandard auf, um mit modernen Heizalternativen beheizt zu werden. Lassen Sie vor dem Heizungskauf also unbedingt Ihre Dämmung überprüfen, bevor Sie eine Entscheidung fällen.

Nicht nur auf die Anschaffungskosten schauen: Egal ob Sie nun eine Heizung kaufen oder eine andere große Investition tätigen, schauen Sie stets auch auf laufende Kosten und mögliche Preisentwicklungen. Heizungen, die vermeintlich günstig in der Anschaffung sind, können sich über Jahre hinweg zur Kostenfalle entwickeln. Vergleichen Sie deshalb vor dem Kauf, wie sich die Preise Ihres Energieträgers in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

Förderung sichern: Dank vielfältiger Förderprogramme ist der Kauf einer modernen Heizung eine erschwingliche Option. Überprüfen Sie deshalb vor dem Kauf, welche Zuschüsse Sie in Anspruch nehmen können. So sparen Sie im Optimalfall einen fünfstelligen Betrag, den Sie in der Folge anderweitig investieren können.

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