Welche Alternative zur Ölheizung gibt es?

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 07.12.2021

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AKTUALISIERT AM: 07.12.2021

Ölheizungen haben mit 318 Gramm C02 pro erzeugte Kilowattstunde Heizwärme den höchsten CO2-Ausstoß unter den Heizungsarten. Auch fallen bei einer älteren Ölheizung häufig höhere Energiekosten an. Dank der neuen Austauschprämie der Bundesregierung, mit der Sie beim Ersatz einer Ölheizung bis zu 45% der Kosten für Ihre neue Heizung erstattet bekommen, ist der Tausch einer Ölheizung gegen ein effizienteres Heizsystem so attraktiv wie nie zuvor. Wir stellen die Alternativen zur Ölheizung vor.

Einführung

Ölheizungen sind heutzutage meist nur noch in älteren Gebäuden zu finden, denn seit der Pflicht die Wärme in neuen Gebäuden zumindest anteilsmäßig erneuerbar zu erzeugen, werden zunehmend Wärmepumpen zum beliebtesten Heizsystem. Durch die seit dem 01.01.2020 geltende Austauschprämie für Ölheizungen ist eine Alternative zur alten Ölheizung nun fast immer attraktiv und lohnenswert, denn es werden bis zu 45% der Investitionskosten der neuen Heizung erstattet.

Austauschprämie für Ölheizungen

Im Detail gilt: Ersetzen Sie Ihre Ölheizung durch eine Heizung, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben wird, erhalten Sie 45% der Investitionskosten Ihrer neuen Heizung geschenkt. Als vollständig erneuerbare Heizungen gelten zum Beispiel Wärmepumpen und Pelletheizungen.

Auch wenn Sie Ihre Ölheizung durch ein Heizsystem ersetzen, das nur zum Teil erneuerbar ist, erhalten Sie eine Förderung von 40% der Investitionskosten. Allerdings muss hier mindestens ein erneuerbarer Anteil von 25% erreicht werden. Somit ist auch eine Gashybridheizung in Kombination mit Solarthermie förderfähig.

Da die Prämie beim Ersatz einer Ölheizung sehr hoch ist, sollten Sie nach Möglichkeit versuchen eine neue Heizung einzubauen, für die Sie eine Prämie erhalten können.

Bei folgenden Heizsystemen ist eine Prämie möglich:

  • Wärmepumpe (45%)
  • Pelletheizung (45%)
  • Biomasseheizung /
  • Holzheizung (45%)
  • Brennstoffzelle (45%)
  • Gasbrennwertheizung & Solarthermie (40%)

Förderfähige Alternativen zur Ölheizung

Wärmepumpen

Wärmepumpen sind im Neubau bereits das beliebteste Heizsystem. Etwa 43% aller Neubauten wurden 2018 mit Wärmepumpen ausgestattet. Eine Wärmepumpe erzeugt Heizwärme, indem Sie ihrer Umgebung unter Zuhilfenahme von Strom Wärme entzieht. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe etwa entzieht der Außenluft Wärme. Im Durchschnitt kann eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme erzeugen. Schon jetzt sind Wärmepumpen deutlich umweltschonender als andere Heizsysteme. Da der Strommix in Deutschland zunehmend erneuerbar wird, ist die Wärmepumpe zudem das einzige Heizsystem das im Laufe der Zeit immer umweltfreundlicher wird. 

Möchten Sie Ihre Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen, so ist dies allerdings nur sinnvoll, wenn Ihr Haus über einen ausreichenden Baustandard verfügt. Im Altbau kommt es häufig auf die nötige Vorlauftemperatur und die Art der Heizkörper an. Benötigt Ihr Gebäude eine Vorlauftemperatur von maximal 50 Grad und ist eine Fußbodenheizung installiert, so ist eine Wärmepumpe ein sinnvoller Ersatz. Hat Ihr Gebäude allerdings einen eher niedrigen Baustandard und folglich einen hohen Heizenergiebedarf mit Vorlauftemperaturen deutlich über 50 Grad, so ist die Anschaffung einer Wärmepumpe in den meisten Fällen nicht wirtschaftlich.

Biomasseheizungen / Holzheizungen

Biomasseheizungen heizen durch die Verbrennung von festen oder pflanzlichen Rohstoffen. Die meisten Biomasseheizungen verwenden Holz als Brennstoff, denn Holz ist im Vergleich zu Gas, Öl oder Strom kostengünstig und erneuerbar. Als Holzheizung gilt sowohl ein Kamin, Kachelofen oder ein Scheitholzkessel. Auch Pelletkessel und Holzbriketts nutzen den Brennstoff Holz. Nachteil einer Holzheizung ist der oft sehr hohe Platzbedarf.

Pelletheizung

Eine Pelletheizung ist die beliebteste Variante der Holzheizung. Sie stellt Heizwärme durch das Verbrennen von Holzpellets in einem Heizkessel zur Verfügung. Zwar ist Heizwärme aus einem Pelletkessel mit 5 Cent pro Kilowattstunde verhältnismäßig günstig, allerdings fehlt oft der nötige Platz für die Installation, denn für eine Pelletheizung muss ein großes Pelletlager und eine Fördereinrichtung für den Pellettransport eingerichtet werden.

Solarthermie

Solarthermieanlagen nutzen die Sonneneinstrahlung, um Heizwasser zu erwärmen. Somit können Sie vollständig erneuerbare Heizwärme produzieren. Auch die Anschaffung einer Solarthermieanlage ist relativ günstig. Der größte Nachteil von Solarthermieanlagen ist jedoch, dass der Heizbedarf durch Solarthermie nicht vollständig gedeckt werden kann. Daher werden Solarthermieanlagen meist nur ergänzend zu einer anderen Heizung eingesetzt. Beim Austausch einer Ölheizung durch eine Gasheizung etwa kann die Solarthermieanlage dafür sorgen, dass der erforderliche erneuerbare Anteil erreicht wird.

Gasbrennwertheizung

Gasheizungen werden zwar immer seltener eingesetzt, sind aber sinnvoll, wenn eine Wärmepumpe aufgrund des schlechten Gebäudestandards nicht wirtschaftlich ist, denn Gasbrennwertheizungen sind auch bei einem hohen Heizbedarf wirtschaftlich. Ergänzen Sie die Gasheizung um eine Solarthermieanlage, die 25% des Heizwärmebedarfs erneuerbar deckt, werden Ihnen sogar 40% der Kosten für Ihre neue Heizung durch das Bafa finanziert.

Fazit

Ersetzen Sie Ihre alte Ölheizung, sollten Sie, sofern Ihr Haus über einen ausreichenden Dämmstandard verfügt, auf eine Wärmepumpe setzen, da sie dann 45% der Investitionskosten Ihrer neuen Heizung erstattet bekommen. Bei einem älteren Gebäude mit hohem Heizwärmebedarf ist eine Gasbrennwertheizung in Kombination mit Solarthermie attraktiv.

Jetzt eigene Alternative zur Ölheizung planen

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