Hybridheizung – Arten, Kosten und Förderung

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 06.12.2021

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AKTUALISIERT AM: 06.12.2021


Hybridheizungen verbinden das Beste aus zwei Technologien. Ganz egal ob Gas oder Öl in Kombination mit einer erneuerbaren Heizung, oder aber die Kombination zweier erneuerbarer Heizsysteme. Eine Hybridheizung ist flexibel und bietet Versorgungssicherheit.

Nahaufnahme eines Thermostats an einer modernen weißen Heizung

Diese Themen erwarten Sie:

Was ist eine Hybridheizung?

Eine Hybridheizung ist ein Heizsystem, das zwei Heizungstechniken miteinander verbindet. Häufig ist eine Hybridheizung eine Kombination aus fossilen Energieträgern wie Gas und Öl und Erneuerbaren Energien. So ist die Versorgung durch Gas und Öl gewährleistet und wann immer möglich können erneuerbare Energien genutzt werden. Aber auch rein erneuerbare Hybridheizungen sind erhältlich. Hybridheizungen, die nur fossil betrieben werden, sind hingegen selten. Grund hierfür ist, dass fossile Heizungen ein Haus problemlos allein versorgen können. Die Nutzung einer zweiten fossilen Energiequelle ist hier in der Regel wenig sinnvoll.

Lohnt sich eine Hybridheizung?

Vorteile

  • Nicht mehr nur von einer Energiequelle abhängig
  • Versorgungssicherheit durch Nutzung von zwei Technologien
  • Kann erneuerbare Energien einfach integrieren, ohne auf bewährte Technologien verzichten zu müssen
  • Kann Förderprogramme für erneuerbare Energien nutzen

Nachteile

  • Höhere Anschaffungskosten
  • Man nutzt je nach Hybridheizung ggf. weiter fossile Energien
    → weniger klimafreundlich 
    → hohe Heizkosten
  • Höherer Wartungs- und Reparaturaufwand durch zwei Technologien

Überblick – die wichtigsten Hybridheizungen

ART

KOSTEN

Ölheizung mit Solarthermie

fossil & erneuerbar

10.000 € bis 15.000 €

Gasheizung mit Solarthermie

fossil & erneuerbar

10.000 € bis 15.000 €

Gasheizung mit Wärmepumpe

fossil & erneuerbar

20.000 € - 30.000€

Wärmepumpe mit Heizstab

erneuerbar

15.000€ - 30.000 €

Pelletheizung oder Wärmepumpe und Solarthermie

erneuerbar

25.000 € bis 35.000 €

Öl- bzw. Gasheizung mit Solarthermie

Die Kombination einer Solarthermieheizung mit einer fossilen Heizung ist die typischste Form der Hybridheizung. Soll nur die Warmwasserversorgung durch Solarthermie gedeckt werden, kostet dies rund 3.000 € bis 5.000 €. Wenn auch die Heizung mit der Solarthermieanlage unterstützt wird, steigen die Kosten auf 7.000 € bis 12.000 €. Das ist im Vergleich zu anderen erneuerbaren Heizungen sehr günstig. Da die Solarthermieanlage jedoch vornehmlich in den Sommermonaten Wärme produziert, kann sie ein Gebäude nicht ganzjährig mit Wärme versorgen und muss mit einem weiteren Heizsystem -hier einer fossilen Heizung – kombiniert werden. 

Als fossile Heizung ist sowohl der Einsatz einer Öl- oder Gasheizung möglich. Wird die gesamte Hybridheizung neu eingebaut und nicht nur Solarthermie nachgerüstet, fällt die Wahl jedoch in den allermeisten Fällen auf eine Gasbrennwertheizung. Diese ist deutlich effektiver als eine herkömmliche Öl- oder Gasheizung, weil sie die Energie des Wasserdampfes bei der Verbrennung mit nutzen kann. Eine Gasbrennwertheizung kostet zwischen 6.000€ und 9.000€. Im Vergleich zu einer Wärmepumpe oder einer Pelletheizung mit Anschaffungskosten von 15.000€ bis 35.000 € ist das wenig. 

Insgesamt ist eine Gas- oder Ölheizung in Kombination mit Solarthermie ein einfaches, zuverlässiges und in der Anschaffung günstiges Heizsystem. Umweltfreundlich ist das System jedoch nicht, da im Winter zu großen teilen mit fossilen Rohstoffen geheizt wird und die Solarthermieanlage hier nur wenig Heizwärme beisteuert. Auch die Heizkosten sind durch die hohen Rohstoffpreise für Öl- und Gas hier sehr hoch. Sie sollten auch beachten, dass eine Hybridheizung mit Gas nicht staatlich gefördert wird. Lediglich für die Anschaffung einer Solarthermieanlage kann ein Zuschuss von 25% der Investitionskosten gewährt werden.

Gasbrennwertheizung mit Wärmepumpe

Auch eine Kombination von Gasheizung und Wärmepumpe ist möglich. Wärmepumpen heizen, in dem sie ihrer Umgebung mit Hilfe von Strom Wärme entziehen. Dabei sind sie umso effizienter, je geringer der Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innentemperatur ist. Normalerweise kann eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom etwa vier Kilowattstunden Heizwärme erzeugen. Da der Strom mit einem Wärmepumpenstromtarif schon ab 30 Cent pro Kilowattstunde bezogen werden kann, ist der Betrieb einer Wärmepumpe aktuell sogar deutlich günstiger als der Betrieb einer Gasheizung (ca. 13 Cent pro kWh Ende 2021)

An besonders kalten Wintertagen sinkt die Effizienz einer Wärmepumpe jedoch spürbar. Hier werden mit einer Kilowattstunde Strom nur noch 2 oder 3 Kilowattstunden Wärme produziert. Um die Heizkosten an diesen Tagen zu senken, kann es daher sinnvoll sein, die Wärmepumpe um eine Gasheizung zu ergänzen. Diese ist für wenige tausend Euro erhältlich. Dadurch, dass im Notfall eine Gasheizung zur Verfügung steht, kann die Wärmepumpe zudem kleiner dimensioniert werden. 

In der Praxis ist diese Kombination dennoch selten. Moderne Wärmepumpen sind in normalen Wintern bereits ausreichend effizient und wenn es mal kalt wird kann ein strombetriebener Heizstab einspringen. 

Sinnvoll kann eine Hybridheizung mit Gasbrennwertheizung und Wärmepumpe hingegen in Altbauten sein. In den meisten Fällen ist eine Gasheizung hier schon vorhanden, die dann einfach um eine Wärmepumpe ergänzt werden kann. Der Einbau einer neuen Gasheizung ist hingegen nicht empfehlenswert. Wenn der Altbau keine ausreichende Dämmung für eine Wärmepumpe hat, ist es statt einer Kombination von neuer Gasheizung und Wärmepumpe oftmals sinnvoller das Gebäude zu sanieren und dann eine Wärmepumpe einzubauen.

Wärmepumpe mit Heizstab

In den meisten Fällen eignet sich eine Wärmepumpe als alleiniges Heizsystem. Um die Wärmepumpe jedoch kleiner dimensionieren zu können und so die Investitionskosten zu senken, wird die Wärmepumpe manchmal um einen Heizstab ergänzt. Dieser ist vollkommen strombetrieben und ergänzt an besonders kalten Wintertagen die Heizleistung der Wärmepumpe. 

Theoretisch ist das Heizen mit einem Heizstab sehr teuer, da Strom aus dem Netz zurzeit über 34 Cent kostet und ein Heizstab – anders als die Wärmepumpe – aus einer Kilowattstunde Strom nur eine Kilowattstunde Wärme erzeugen kann. Da der Heizstab aber nur an wenigen Tagen zum Einsatz kommt, relativieren sich die Betriebskosten des Heizstabes. Der große Vorteil einer Hybridheizung aus Wärmepumpe und Heizstab: Auch im klirrenden Winter müssen Sie keine Kälte fürchten.

Pelletheizung oder Wärmepumpe mit Solarthermie

Schließlich ist auch die Kombination einer Solarthermieanlage mit einer Wärmepumpe oder Pelletheizug möglich. Der Vorteil bei einer solchen Kombination ist, dass Sie so vollständig erneuerbar heizen. Außerdem erhalten Sie für eine rein erneuerbare Hybridheizung eine staatliche Förderung. 

Da Pelletheizungen und Wärmepumpe aber auch als alleiniges Heizsystem fungieren können, lohnt sich die Ergänzung mit Solarthermie und die damit verbundenen Mehrkosten nur wenig. Vor allem bei Wärmepumpen, die an kalten Wintertagen Unterstützung durch ein weiteres Heizsystem benötigen, ist die Kombination mit einer Solarthermieanlage, die vornehmlich im Sommer viel Wärme produziert, fragwürdig. 

Fördermöglichkeiten

Die Bundesförderung für Gebäude fördert Hybridheizungen, die zwei erneuerbare Heizungstechnologien kombinieren, mit bis zu 40 % der Investitionskosten. Gas-Hybridheizungen und Hybrid-Heizungen mit Öl werden hingegen nicht mehr staatlich gefördert.

Fazit

Die Hybridheizung ist lediglich bei Kombination von zwei erneuerbaren Heizsystemen ein Modell für die Zukunft. Fossile Hybridheizungen werden heutzutage nicht mehr gefördert und können wenn nur eine Übergangslösung darstellen. In Neubauten kann häufig auch nur eine Pelletheizung oder Wärmepumpe installiert werden. Das ist umweltfreundlicher und dank Förderung teilweise auch günstiger als die Anschaffung eines hybriden Heizsystems. Im Altbau kann eine Hybridheizung aus Wärmepumpe und Heizstab sinnvoll sein. 

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