Die moderne Heizung – Welchem Heizsystem gehört die Zukunft?

ARNE GONSCHOR

AKTUALISIERT AM: 05.08.2022

ARNE GONSCHOR
AKTUALISIERT AM: 05.08.2022


Mit einer moderne Heizug heizen Sie nicht nur kostengünstig und effizient, sondern vor allem nachhaltig. Denn: Mehr als ein Drittel der privaten CO2-Emissionen eines Haushalts entfallen nach wie vor auf das Heizen. Wir stellen die Heizsysteme der Zukunft vor, erklären wie Sie funktionieren und zeigen, welches Potenzial in Hybridsystemen steckt.

Mann neben Vaillant Wärmepumpe neben Haus mit Pflanzen im Vordergrund

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Heizen – Der unterschätzte Klimaretter

Ökostrom beziehen, E-Auto fahren, regional einkaufen. In immer mehr Bereichen des alltäglichen Lebens findet ein spürbares Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit statt. Doch gerade beim Heizen verschenken wir noch ungeahntes Potenzial. So entfallen satte 36% der CO2-Emissionen deutscher Privathaushalte auf den Bereich “Wohnen”. In diesem Bereich macht Heizen wiederum allein knapp die Hälfte der Emissionen aus. 

Das liegt daran, dass die meisten Haushalte nachwievor auf veraltete Öl- oder Gasheizungen setzen. Eine moderne, umweltfreundliche Heizung hingegen kommt bei der richtigen Auslegung nur mit einem Bruchteil, teils sogar komplett ohne Emissionen aus.

Moderne Gasheizungen – wie gut sind sie?

Moderne Gasheizungen arbeiten mit der sogenannten Brennwerttechnik. Diese kühlt die Abgase der Heizung so stark herunter, dass der Wasserdampf kondensiert und vorher ungenutzte Wärmeenergie frei wird. Das steigert die Effizienz moderner Gasheizungen auf über 90% und senkt so Heizkosten und CO2-Ausstoß.

Aber Vorsicht, sinkende Emissionen bedeutet bei Gasheizungen nicht zwangsläufig auch wenig Emissionen. Auch moderne Ausführungen dieses Heizsystems sind auf die Verbrennung eines fossilen Brennstoffs angewiesen. Das führt dazu, dass selbst modernste Gasbrennwertkessel einen CO2-Fußabdruck von 250 Gramm pro Kilowattstunde (Erdgas) haben. Nutzen Sie stattdessen Fernwärme, sinkt der Fußabdruck immerhin um knapp 50 g/kWh auf immer noch 200 g/kWh. Im Vergleich zu Heizsystemen mit regenerativen Energieträgern stoßen jedoch selbst moderne Gasheizungen noch viel zu viel CO2 aus.

Die moderne Heizung ist regenerativ

Heizungen, die mit regenerativen Energiequellen oder nachwachsenden Rohstoffen heizen, gehört die Zukunft. Die wichtigsten modernen Heizsysteme, die Sie kennen sollten, sind die Solarthermieheizung, die Pelletheizung und die Wärmepumpe.

Solarthermie

Solarthermie-Anlagen wandeln Sonnenenergie in Wärme für Heizung und Warmwasser um. Das geschieht, einmal installiert, völlig kostenfrei und wartungsarm. In Kombination mit einem Warmwasserspeicher können Sie so – zumindest in den warmen Sommermonaten –  fast den gesamten Warmwasserbedarf Ihres Haushalts kostenfrei decken. 

Damit wäre die Solarthermie die perfekte Heiztechnik für die Zukunft, wäre da nicht ein entscheidender Haken: Solarthermie-Anlagen können einen gesamten Haushalt nicht vollständig mit Heizwärme und Warmwasser gleichzeitig versorgen. Dieser Umstand macht sich vor allem in den weniger sonnigen Wintermonaten bemerkbar. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Solarthermie vor allem als Ergänzung zu einer nachhaltigen und modernen Heizung.

Pelletheizung

Die Pelletheizung ist die moderne Ausführung der klassischen Holzheizung. Die Heizwärme wird dabei durch die Verbrennung vorgepresster Holzstäbchen gewonnen. Diese stammen meist aus Abfällen der Holzindustrie und gelten daher als umweltfreundlicher als ältere, vergleichbare Heizsysteme. Wie nachhaltig die Heizung am Ende wirklich arbeitet ist dabei jedoch schwer zu sagen und hängt stark von der tatsächlichen Herkunft des Holzes und den Wiederaufforstungen vor Ort ab.

Im Vergleich zu anderen Heizsystemen müssen Sie bei einer Pelletheizung außerdem hohe Investitionskosten von über 20.000 € und verhältnismäßig viel Platz (>10 Kubikmeter Raum) einplanen. Für diese moderne Heizung sprechen hingegen die niedrigen Betriebskosten und der mit 25 g/kWh niedrige CO2-Ausstoß.

Wärmepumpe

Die aktuell beliebteste moderne Heizung im Neubau ist die Wärmepumpe. Dieses verhältnismäßig neue Heizsystem nutzt die Umweltwärme aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser und wandelt diese in nutzbare Heizwärme um. Dies geschieht in einem sich wiederholdenden Prozess, bei dem die Energie der Umwelt durch einen Verdichtungsprozess auf ein höheres Temperaturniveau gehoben wird. 

Zum “Anzapfen” der Umweltenergie benötigt die Wärmepumpe Strom. Beziehen Sie diesen jedoch von einem 100% Ökostromanbieter oder aber aus Ihrer eigenen Solaranlage, kann eine Wärmepumpe theoretisch völlig ohne CO2-Emissionen heizen. Das macht die Wärmepumpe zum ökologischen Vorreiter unter den modernen Heizungen.

Flexible Hybridsysteme

Die moderne Heizung sollte vor allem eines sein: Flexibel auf Ihre jeweilige Situation zugeschnitten. Denn nicht jedes Haus hat den gleichen energetischen Zustand und nicht jede Familie hat dieselben Bedürfnisse. Aus diesen Gründen erfreuen sich sogenannte Hybridsysteme immer größerer Beliebtheit. Diese Heizsysteme kombinieren verschiedene Heizungen und nutzen sozusagen das Beste aus zwei Welten. Zu den beliebtesten Kombinationen zählen aktuell:

  • Wärmepumpe + Solarthermie: Mit der Kombination dieser zwei modernen Heizungen sind Sie maximal nachhaltig aufgestellt. Im Sommer können Sie außerdem mit minimalen Betriebskosten rechnen, da beide Heizsysteme theoretisch alleine mit der Energie der Sonne betrieben werden können.
  • Gasheizung + Solarthermie: Nicht wirklich nachhaltiges, aber bis vor kurzem beliebtes Hybridsystem. Die Solarthermieanlage kann ein Haus nicht vollständig mit Wärme versorgen und wird daher um eine Gasheizung ergänzt. Da aber auch moderne Gasheizungen noch einen hohen CO2-Ausstoß und zudem hohe Betriebskosten haben, nicht empfehlenswert.
  • Wärmepumpe + Gasheizung: In diesem Fall kombinieren Sie zwei vollwertige Heizsysteme. Hierbei übernimmt die Wärmepumpe den Großteil der Heizarbeit, während sich die Gasheizung primär in Wintermonaten und bei besonders kalten Temperaturen dazu schaltet. Da eine Wärmepumpe auch ohne zusätzliches Heizsystem auskommen kann, ist diese Kombination angesichts der gestiegenen Gaspreise und der Umweltschädlichkeit von Gasheizungen nicht empfehlenswert.

Modern heizen geht nur mit der richtigen Isolierung

Eine moderne Heizung kann ihr volles Potenzial nur bei entsprechend moderner Isolierung entfalten. Denn obwohl die Heizsysteme der Zukunft immer energieeffizienter und nachhaltiger werden, geht in einem schlecht gedämmten Haus immer noch viel Wärme verloren. Und dieser Verlust muss auch bei einer modernen Heizung weiterhin ausgeglichen werden. 

Umso wichtiger ist also neben der Wahl des richtigen Heizsystems auch die Investition in eine zeitgemäße, energetische Sanierung.

Moderne Heizkörper

Eine weitere, wichtige Komponente ist die Wahl eines modernen Heizkörpers. Dazu zählen klassische, an der Wand montierte Plattenheizkörper, die insbesondere mit ihrer hohen Effizienz und gleichmäßigen Wärmeleistung punkten, sowie Wand- und Fußbodenheizungen. Gerade letztere eignet sich dabei ideal zur Kombination mit einer Wärmepumpe, da Fußbodenheizungen mit sehr geringen Vorlauftemperaturen betrieben werden können. Da die Installation einer solchen Anlage jedoch relativ aufwendig ist, sollte diese in Bestandsgebäuden nur im Rahmen einer umfassenden Sanierung vorgenommen werden.

Moderne Heizung – Fazit

Neuartige Heizsysteme sind auf dem Vormarsch und werden in Zukunft – gerade auch im Klimaschutz – eine immer wichtigere Rolle spielen. Welche moderne Heizung die richtige Wahl für Sie ist, hängt stark von Ihren jeweiligen Wünschen und Bedürfnissen ab. Gerade die Wärmepumpe hat bei anhaltender Förderung das Potenzial, den Heizungsmarkt in den nächsten Jahren zu dominieren. Fossile Heizsysteme hingegen werden es mit Blick auf steigende Rohstoffpreise und die hohen CO2-Emissionen hingegen immer schwerer haben.

Wer heute schon besonders effizient und im Betrieb kostengünstig heizen will, kann auch auf Hybridsysteme setzen. Die Kombination zweier moderner Heizung birgt bei der richtigen Auslegung ein hohes Einsparungspotenzial und punktet außerdem mit maximaler Flexibilität.

Wärmepumpe planen und gemeinsam das Klima schützen

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