Die alte Ölheizung austauschen – Darum ist jetzt der richtige Zeitpunkt

ARNE GONSCHOR

AKTUALISIERT AM: 18.05.2022

ARNE GONSCHOR
AKTUALISIERT AM: 18.05.2022


Umweltschädlich, teuer und abhängig von einem fossilen Brennstoff – die Ölheizung hat ihre besten Jahre lange hinter sich. Genau deshalb stellen sich viele Hausbesitzer*innen gerade die Frage: Ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, meine alte Ölheizung auszutauschen? Und welche Alternativen gibt es eigentlich? Wir haben die Antworten.

Diese Themen erwarten Sie:

Diese Gründe sprechen für den Austausch der Ölheizung

  • Gesetzliche Austauschpflicht: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sieht eine Austauschpflicht für alle Wärmeerzeuger vor, die seit über 30 Jahren im Betrieb sind und einen Kontakttemperatur-Kessel mit einer Nennleistung zwischen 4 und 400 kW besitzen.
  • Rasant steigende Ölpreise: Heizöl ist, nicht zuletzt durch die anhaltenden Spannungen gegenüber Russland, so teuer wie nie. Mitte 2022 kostet der Liter Heizöl ca. 1,35 €, vor einem Jahr war es noch weniger als die Hälfte.
  • Höhere Effizienz: Moderne Heizsysteme arbeiten – unabhängig vom Energieträger – deutlich effizienter als ältere Geräte. Auch aus diesem Grund lohnt sich der Austausch einer alten Ölheizung.
  • Klimaschutz: Ölheizungen verursachen die mit Abstand höchsten CO₂-Emissionen aller Heizungsarten. So liegt der Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases selbst bei modernen Geräten bei ca. 320 g/kWh. Zum Vergleich. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kommt im Betrieb auf weniger als ein Drittel der CO₂-Emissionen.

Ölheizung austauschen – Pflicht oder nicht?

Eines vorweg: Nein, eine tatsächliche Pflicht zum Austausch der alten Ölheizung gibt es –  zumindest aktuell – noch nicht. Vielmehr setzt die Bundesregierung derzeit auf verschiedene Anreize und Förderungen, die Besitzer*innen einer Ölheizung zum Austausch ihrer alten Heizungsanlage bewegen soll. Klar ist aber, dass auch der Gesetzgeber den Ölheizungen nach und nach den Hahn abdrehen will. So sieht das Gebäudeenergiegesetz (GEG) beispielsweise vor, dass Ölheizungen ab 2026 nur noch in Situationen verbaut werden dürfen, in denen…

  • der Einbau eines umweltfreundlichen Heizsystems eine „unbillige finanzielle Härte“ nach sich ziehen würde 
  • das Haus nicht an das Gas-, Nah- oder Fernwärmenetz angeschlossen werden kann
  • ein Teil des Wärmebedarfs über eine regenerative Heizung wie eine Wärmepumpe oder eine solarthermische Anlage gedeckt wird

Darüber hinaus gibt es noch eine gesetzliche Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen. Diese sieht den Austausch von Wärmeerzeugern vor, die…

  • seit 30 Jahren oder mehr im Betrieb sind
  • einen Kessel mit Konstanttemperatur-Technik verwenden
  • eine Nennleistung zwischen 4 und 400 kW aufweisen

Ölheizung freiwillig austauschen

Auch wenn Sie nicht von der gesetzlichen Austauschpflicht betroffen sind, sprechen viele Punkte dafür, Ihre alte Ölheizung in naher Zukunft zu ersetzen. Zum einen ist da die enorme Kostenersparnis, die sich durch den Austausch einer alten Ölheizung erzielen lässt. So sparen Hausbesitzer*innen durch ein neues Heizsystem nicht selten mehrere hundert Euro Heizkosten pro Jahr. Sollte der Ölpreis in den kommenden Jahren wie zu erwarten weiter ansteigen, dürfte sich diese Ersparnis zudem noch einmal deutlich erhöhen.

Darüber hinaus ist Öl der mit Abstand schlechteste Energieträger in puncto Klimabilanz. Mit mehr als 300 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde Heizwärme verursacht die Ölheizung mehr als dreimal so viele Emissionen wie eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das ist nicht nur schlecht für das Klima, sondern kann durch die steigende CO₂-Steuer in den kommenden Jahren auch verdammt teuer werden.

CO2-Ausstoß unterschiedlicher Heizsysteme im Vergleich

Reparatur oder Austausch?

In Deutschland sind derzeit noch über 4,5 Millionen Ölheizungen im Betrieb, die knapp ein Viertel aller Wohngebäude hierzulande mit Wärme versorgen. Das Problem dabei: Etwa die Hälfte dieser Anlagen ist bereits älter als 20 Jahre; 15 % sind sogar älter als 30 Jahre. Nach so einer langen Zeit im Betrieb treten nicht selten erste Verschleißerscheinungen auf. Dazu kann neben einem vehementen Jaulen am Brenner beispielsweise auch ein Leck am Öltank oder ein zunehmendes Brummen der gesamten Heizungsanlage zählen. In diesen Fällen lohnt sich eine kostspielige Reparatur – gerade bei besonders alten Anlagen – oftmals nicht mehr. Stattdessen sollten Sie auch hier über einen Austausch Ihrer alten Ölheizung nachdenken.

Diese Alternativen zur Ölheizung gibt es

Eines vorweg: Wir von Wegatech glauben daran, dass wir die drohende Klimakrise nur gemeinsam abwenden können. Dafür sind viele kleine und große Maßnahmen notwendig, die alle auf ein gemeinsames Ziel einzahlen: das Ende des fossilen Zeitalters. Aus diesem Grund werden wir an dieser Stelle auch keine Tipps und Empfehlungen zum Kauf einer neuen Öl- oder Gasheizung aussprechen.

Stattdessen wollen wir uns an dieser Stelle auf die regenerativen Alternativen zur Ölheizung fokussieren. 

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe

Vaillant aroTHERM split Frontal
Vaillant aroTHERM

Die mittlerweile bekannteste und gleichzeitig beliebteste regenerative Heizung auf dem Markt ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese wandelt die unendlich verfügbare Umgebungsluft mit Hilfe von Strom in nutzbare Heizwärme um. Wie nachhaltig und wirtschaftlich Sie mit diesem Heizsystem heizen, hängt dabei auch von Ihrem Stromtarif ab. Dabei gilt: je günstiger Ihr Tarif und je höher Ihr Ökostrom-Anteil, desto besser. Das macht die Luft-Wasser-Wärmepumpe zur optimalen Heizung für unsere regenerative und elektrifizierte Zukunft. 

Die Pelletheizung

Ein weiteres Heizsystem, gegen welches Sie Ihre alte Ölheizung austauschen können, ist die Pelletheizung. Dieses Heizsystem gewinnt Heizwärme und Warmwasser, indem es gepresste Holzabfälle – die namensgebenden Pellets – verbrennt. Dabei wird noch einmal weniger CO₂ freigesetzt als bei der Wärmepumpe; der Ausstoß von Feinstaub ist dafür allerdings wesentlich höher. Zudem ist Holz per Definition zwar ein nachwachsender, aber keineswegs unbedenklicher Energieträger. Sollten Sie sich trotzdem für eine Pelletheizung entscheiden, empfehlen wir den Kauf regionaler Pellets.

Die Solarthermieanlage

Solarthermische Anlagen können nicht mit vollwertigen Heizsystemen wie der Ölheizung oder der Wärmepumpe verglichen werden. Denn gerade in den weniger sonnigen Wintermonaten können Solarthermieanlagen, die mit Hilfe von Sonnenenergie Wärme erzeugen, nur einen sehr kleinen Teil der Heizlast decken. Aus diesem Grund kommt Solarthermie meist nur als Ergänzung zu einem primären Heizsystem zum Einsatz.

Was kostet der Austausch einer Ölheizung?

Wie viel Sie am Ende für den Austausch Ihrer alten Ölheizung zahlen, hängt maßgeblich von der Wahl Ihres neuen Heizsystems ab. Bei der Entscheidung für eine Wärmepumpe oder Pelletheizung können so leicht Kosten von ca. 20.000 € bis 35.000 € entstehen. Aber keine Sorge. Dank attraktiver Fördermöglichkeiten und hoher Einsparungen im laufenden Betrieb amortisiert sich die Investition im Normalfall über die gesamte Lebensdauer der Heizungsanlage hinweg.

Gut zu wissen: Auch für die Entsorgung des alten Ölkessels fallen häufig Kosten im hohen dreistelligen bis niedrig vierstelligen Bereich an. Wenn Sie Ihren Ölkessel stattdessen fachgerecht stilllegen und reinigen lassen, können Sie diesen auch als Regenwassertonne oder ähnliches benutzen. Das spart nicht nur Kosten, sondern vermeidet auch überflüssigen Müll.

Fördermöglichkeiten

Der Austausch einer alten Ölheizung wird vom Gesetzgeber mit hohen Fördersummen bezuschusst. Neben Ölheizungen wird auch der Austausch von Kohle- und Nachtspeicherheizungen und der Ersatz mehr als 20 Jahre alter Gasheizungen gefördert.

Beim Tausch einer Ölheizung gegen eine EE-Hybridheizung, Wärmepumpe oder Pelletheizung erhalten Sie einen Heizungstauschbonus von 10 % der Investitionskosten. Diesen erhalten Sie zusätzlich zur Förderung für das neue Heizsystem. Tauschen Sie Ihre alte Ölheizung beispielsweise gegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, wird dies durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit 35 % der Investitionskosten bezuschusst. 25% der Förderung erhalten Sie ohnehin für die Wärmepumpe und weitere 10 % für den Tausch der Ölheizung. Somit würde Sie eine neue Wärmepumpe bei voller Förderung nur noch knapp 13.000 € bis 22.750 € kosten.

Die Ölheizung austauschen – es lohnt sich

Die Zeit der fossilen Brennstoffe neigt sich zwangsläufig dem Ende entgegen. Das gilt auch für besonders umweltschädliche und oftmals veraltete Ölheizungen, die noch in so manchen Heizungsräumen der Bundesrepublik vor sich hin arbeiten. Auch aus diesem Grund hat der Gesetzgeber mittlerweile verschiedenste Anreize geschaffen, die Hausbesitzer*innen den Austausch Ihres alten Ölkessels erleichtern sollen. Dazu zählt neben der Austauschpflicht für besonders alte Modelle vor allem auch eine großzügige Förderung von bis zu 40 % der Anschaffungskosten, die Sie beim Kauf eines regenerativen Heizsystems vom Staat erhalten.

Aber nicht nur die staatlichen Anreize sprechen für den Austausch der alten Ölheizung. Auch die weiterhin unsichere politische Lage rund um fossile Rohstoffe bringt viele Besitzer*innen von Ölheizungen dazu, über einen Heizungswechsel nachzudenken. Außerdem gilt es zu bedenken, dass die CO₂-Steuer und damit auch der Ölpreis in den kommenden Jahren wohl weiter stark ansteigen wird. Auch deshalb gilt: Je früher Sie unabhängig von fossilen Rohstoffen heizen, desto mehr Kosten und auch CO₂-Emissionen können Sie in Zukunft sparen – und das lohnt sich sowohl für Sie als auch für unsere Umwelt.

Mit eigener Wärmepumpe kostengünstig und emissionsarm heizen

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