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Förderung und Finanzierung

Die Photovoltaik Einspeisevergütung - Selbst erzeugten Solarstrom sicher vergüten lassen

Die Einspeisevergütung ist eine staatliche Vergütung, die Sie für jede ins öffentliche Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde Photovoltaikstrom erhalten. Wonach sich die Höhe der Einspeisevergütung richtet und ob die aktuelle Einspeisevergütung für einen wirtschaftlichen Betrieb Ihrer Photovoltaikanlage ausreicht, erfahren Sie hier.

Einspeiseverguetung

Entwicklung

Die Einspeisevergütung für Photovoltaik existiert seit Inkrafttreten des Erneuerbaren Energien Gesetzes im Jahr 2000. Bereits zuvor wurde Strom aus erneuerbaren Energien durch das Einspeisegesetz vergütet. Dieses schrieb vor, dass Strom aus erneuerbaren Energien von den Netzbetreibern abgenommen werden musste. Die Vergütungssätze waren allerdings ziemlich niedrig und variierten von Netzbetreiber zu Netzbetreiber. Erst das EEG brachte eine flächendeckende, kostendeckende Einspeisevergütung, gestaffelt nach Energiequelle und Anlagengröße.

Aufgrund von Massenproduktion und Entwicklungsfortschritten sind die Kosten für die Erzeugung von Photovoltaikstrom in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Die Höhe der Einspeisevergütung orientiert sich stets an der Höhe der Stromgestehungskosten, also die Kosten für die Erzeugung einer Kilowattstunde Photovoltaikstrom. Da die Stromgestehungskosten gefallen sind, ist auch die Einspeisevergütung gesunken. Betrug sie 2004 noch knapp 60 Cent, so liegt sie heute bei ca. 10,08 Cent für kleine Hausdachanlagen bis 10 kWp.

Entwicklung der Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp

JahrEinspeisevergütung in ct/kWh
200457,40
200554,53
200651,80
200749,21
200846,75
200943,01
201039, 14
201128,74
201224,43
201317,02
201413,68
201512,56
201612,31
201712,20
201811,59
2019 (November)10,08

          Quellen: BDEW, BSW Solar

So bestimmt sich die Höhe der Einspeisevergütung

Das Gesetz unterscheidet nach Zeitpunkt der Inbetriebnahme, Größe und Typ der erneuerbaren Anlage. Je nach Anlage wird dann ein spezifischer Vergütungssatz für 20 Jahre festgeschrieben. Die Einspeisevergütung wird monatlich um ca. 0,5 % abgesenkt. Das heißt, Anlagen, die im September in Betrieb genommen werden, erhalten beispielsweise in den nächsten 20 Jahren eine niedrigere Einspeisevergütung als Anlagen aus dem August.

Die monatliche Absenkung um 0,5 % gilt allerdings nur, wenn der Zubau an Photovoltaikanlagen sich entsprechend der Ziele der Bundesregierung verhält. Liegt der jährliche Photovoltaik-Zubau in Deutschland hingegen über dem von der Bundesregierung gewünschten Wert, wird die Einspeisevergütung um mehr als 0,5 % gesenkt. Bleibt der Zubau hinter dem erwünschten Ausbaukorridor zurück, wird die Einspeisevergütung um weniger als 0,5 % gesenkt. Die festgelegte Degressionsrate gilt immer für drei Monate. 

In den letzten Monaten überstieg der Zubau die Ziele der Bundesregierung. Daher wurde eine Degressionsrate von 1,0 % festgesetzt. Die Einspeisevergütung wird so von November 2019 bis Januar 2020 jeweils zum 1. des Monats um diesen Prozentsatz abgesenkt. 

Aktuelle Vergütungssätze

Für Photovoltaik-Anlagen auf Wohnhäusern mit einer Größe von 1-10 kWp beträgt die Einspeisevergütung im November 2019 noch 10,08 ct/kWh. In diese Kategorie fallen die meisten Anlagen auf privaten Einfamilienhäusern. Bei einer Anlagengröße von 10-40 kWp erhalten Sie 9,79 ct/kWh.

Die aktuellen monatlichen Sätze der Einspeisevergütung werden regelmäßig auf den Seiten der Bundesnetzagentur veröffentlicht.

Aktuelle Vergütungssätze einsehen

Reicht die Einspeisevergütung noch?

Da die Einspeisevergütung in den letzten Jahren kontinuierlich gesenkt wurde, stellt sich vielfach die Frage, ob die Einspeisevergütung zum wirtschaftlichen Betrieb einer Photovoltaikanlage noch ausreicht. Grundsätzlich ist die Höhe der Einspeisevergütung etwa so gewählt, dass Sie mit ihr alle Kosten zur Erzeugung Ihres Solarstroms decken können. Dies ist auch noch heute der Fall.

Zunehmend attraktiv wird jedoch der Eigenverbrauch von selbsterzeugtem Solarstrom. Denn während Sie bei der Einspeisung Ihres Solarstroms lediglich Ihre Kosten decken und eventuell einen kleinen Gewinn machen, sparen Sie bei jeder Kilowattstunde Solarstrom, die Sie selbst erzeugen. Dies ist durch die hohen Preise für Haushaltsstrom begründet, die aktuell bei durchschnittlich 29 ct/kWh liegen. Die Erzeugung einer kWh Solarstrom kostet Sie aber lediglich 8-12 Cent. Sie sparen somit die gesamte Differenz, also etwa 17-21 ct/kWh. Dennoch ist es meist nicht möglich, den gesamten erzeugten Strom selbst zu verbrauchen. Ein Stromspeicher kann Ihren tagsüber erzeugten Solarstrom zwar für die Abend- und Nachtstunden zwischenspeichern, 100% Eigenverbrauch ist jedoch auch hier schwer zu erreichen. Durch die Einspeisevergütung müssen Sie den überschüssig erzeugten Strom, nicht verschenken, sondern erhalten eine kostendeckende Vergütung.

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