Die Photovoltaik Einspeisevergütung 2022 – Selbst erzeugten Solarstrom sicher vergüten lassen

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 03.05.2022

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AKTUALISIERT AM: 03.05.2022


Die Einspeisevergütung ist eine staatliche Vergütung, die Sie für jede ins öffentliche Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde Photovoltaikstrom erhalten. Wonach sich die Höhe der Einspeisevergütung richtet und ob die aktuelle Einspeisevergütung für einen wirtschaftlichen Betrieb Ihrer Photovoltaikanlage ausreicht, erfahren Sie hier.

Aktuell: Das vom Kabinett beschlossene Osterpaket sieht vor, dass die Absenkung der Einspeisevergütung bis Anfang 2024 ausgesetzt werden soll. Danach ist eine halbjährliche Degression geplant. Zudem soll die Förderung für Dachanlagen, die den erzeugten Strom vollständig einspeisen, höher sein als für Anlagen, die auf Eigenverbrauch setzen. Die neuen Vergütungssätze sollen bereits vorgezogen im Laufe des Jahres 2022 anwendbar sein.

Diese Themen erwarten Sie:

Aktuelle Vergütungssätze

Für Photovoltaik-Anlagen auf Wohnhäusern mit einer Größe von 1-10 kWp beträgt die Einspeisevergütung im Mai 2022 noch 6,43 ct/kWh. In diese Kategorie fallen die meisten Anlagen auf privaten Einfamilienhäusern. Bei einer Anlagengröße von 10-40 kWp erhalten Sie 6,25 ct/kWh.

INBETRIEBNAHME IN

EINSPEISEVERGÜTUNG CT / KWH 1-10 kWP

EINSPEISEVERGÜTUNG CT / KWH 11-40 kWP

Mai 2022

6,43

6,25

April 2022

6,53

6,34

März 2022

6,63

6,44

Februar 2022

6,73

6,53

Januar 2022

6,83

6,63

Dezember 2021

6,93 

6,73

November 2021

7,03

6,83

Oktober 2021

7,14

6,94

September 2021

7,25

7,04

August 2021

7,36

7,15

Juli 2021

7,47

7,25

Juni 2021

7,58

7,36

Die aktuellen monatlichen Sätze der Einspeisevergütung werden regelmäßig auf den Seiten der Bundesnetzagentur veröffentlicht.

Aktuelle Vergütungssätze einsehen

So bestimmt sich die Höhe der Einspeisevergütung

Das Gesetz unterscheidet nach Zeitpunkt der Inbetriebnahme, Größe und Typ der erneuerbaren Anlage. Je nach Anlage wird dann ein spezifischer Vergütungssatz für 20 Jahre festgeschrieben. Die Einspeisevergütung wird monatlich um ca. 0,5 % abgesenkt. Das heißt, Anlagen, die im September in Betrieb genommen werden, erhalten beispielsweise in den nächsten 20 Jahren eine niedrigere Einspeisevergütung als Anlagen aus dem August.

Die monatliche Absenkung um 0,5 % gilt allerdings nur, wenn der Zubau an Photovoltaikanlagen sich entsprechend der Ziele der Bundesregierung verhält. Liegt der jährliche Photovoltaik-Zubau in Deutschland hingegen über dem von der Bundesregierung gewünschten Wert, wird die Einspeisevergütung um mehr als 0,5 % gesenkt. Bleibt der Zubau hinter dem erwünschten Ausbaukorridor zurück, wird die Einspeisevergütung um weniger als 0,5 % gesenkt. Die festgelegte Degressionsrate gilt immer für drei Monate. 

In den letzten Monaten überstieg der Zubau die Ziele der Bundesregierung. Daher wurde eine Degressionsrate von 1,4 % festgesetzt. Die Einspeisevergütung wird so von Mai bis Juli 2022 jeweils zum 1. des Monats um diesen Prozentsatz abgesenkt. 

Entwicklung

Die Einspeisevergütung für Photovoltaik existiert seit Inkrafttreten des Erneuerbaren Energien Gesetzes im Jahr 2000. Bereits zuvor wurde Strom aus erneuerbaren Energien durch das Einspeisegesetz vergütet. Dieses schrieb vor, dass Strom aus erneuerbaren Energien von den Netzbetreibern abgenommen werden musste. Die Vergütungssätze waren allerdings ziemlich niedrig und variierten von Netzbetreiber zu Netzbetreiber. Erst das EEG brachte eine flächendeckende, kostendeckende Einspeisevergütung, gestaffelt nach Energiequelle und Anlagengröße.

Aufgrund von Massenproduktion und Entwicklungsfortschritten sind die Kosten für die Erzeugung von Photovoltaikstrom in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Die Höhe der Einspeisevergütung orientiert sich stets an der Höhe der Stromgestehungskosten, also die Kosten für die Erzeugung einer Kilowattstunde Photovoltaikstrom. Da die Stromgestehungskosten gefallen sind, ist auch die Einspeisevergütung gesunken. Betrug sie 2004 noch knapp 60 Cent, so liegt sie aktuell bei ca. 6,43 Cent für kleine Hausdachanlagen bis 10 kWp.

Entwicklung der Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp

JAHR


EINSPEISEVERGÜTUNG IN CT/KWH

2004

57,40

2005

54,53

2006

51,80

2007

49,21

2008

46,75

2009

43,01

2010

39, 14

2011

28,74

2012

24,43

2013

17,02

2014

13,68

2015

12,56

2016

12,31

2017

12,20

2018

11,59

2019

9,97

2020

8,32

2021

6,93

2022

6,43

          Quellen: BDEW, BSW Solar

Reicht die Einspeisevergütung noch?

Da die Einspeisevergütung in den letzten Jahren kontinuierlich gesenkt wurde, stellt sich vielfach die Frage, ob die Einspeisevergütung zum wirtschaftlichen Betrieb einer Photovoltaikanlage noch ausreicht. Grundsätzlich ist die Höhe der Einspeisevergütung etwa so gewählt, dass Sie mit ihr alle Kosten zur Erzeugung Ihres Solarstroms decken können. Dies ist auch noch heute der Fall.

Zunehmend attraktiv wird jedoch der Eigenverbrauch von selbsterzeugtem Solarstrom. Denn während Sie bei der Einspeisung Ihres Solarstroms lediglich Ihre Kosten decken und eventuell einen kleinen Gewinn machen, sparen Sie bei jeder Kilowattstunde Solarstrom, die Sie selbst erzeugen. Dies ist durch die hohen Preise für Haushaltsstrom begründet, die aktuell bei durchschnittlich 34 ct/kWh liegen. Die Erzeugung einer kWh Solarstrom kostet Sie aber lediglich etwa 10 Cent. Sie sparen somit die gesamte Differenz, also etwa 24 ct/kWh. Dennoch ist es meist nicht möglich, den gesamten erzeugten Strom selbst zu verbrauchen. Ein Stromspeicher kann Ihren tagsüber erzeugten Solarstrom zwar für die Abend- und Nachtstunden zwischenspeichern, 100% Eigenverbrauch ist jedoch auch hier schwer zu erreichen. Durch die Einspeisevergütung müssen Sie den überschüssig erzeugten Strom, nicht verschenken, sondern erhalten eine kostendeckende Vergütung.

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