Solaranlage mieten – Lohnt es sich?

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 30.08.2021

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AKTUALISIERT AM: 30.08.2021

Solaranlagen fürs Einfamilienhaus werden zunehmend beliebter, denn mit einer eigenen Solaranlage sparen Sie Stromkosten und schützen die Umwelt. Die Anschaffungskosten für eine Solaranlage sind jedoch nicht immer leicht zu stemmen. Die Miete von Solaranlagen kann hier eine Alternative zum Sofortkauf sein.

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Solaranlage mieten – Darum lohnt sich die Nutzung von Solarenergie

Bevor man sich überlegt, ob eine Solaranlage gemietet werden soll, muss zunächst geklärt werden: Lohnt sich Solar überhaupt? Hierauf können wir ganz klar sagen. Auf jeden Fall! Die Installation einer Solaranlage ist heutzutage für fast jedes Gebäude empfehlenswert, denn die Nutzung von Solarenergie bietet zahlreiche Vorteile.

Mit einer Solaranlage haben Sie weniger Stromkosten

Solarstrom ist kostengünstig und kann für umgerechnet 10 Cent die Kilowattstunde erzeugt werden. Strom vom Energieversorger kostet hingegen 30 Cent oder mehr.

Eine Solaranlage macht unabhängig von steigenden Strompreisen

Während die Strompreise in den kommenden jahren voraussichtlich jährlich um etwa 3% steigen werden, ist Solarstrom nachdem sich die Anlage rentiert hat, vollkommen kostenlos.

Solaranlagen sind umweltfreundlich

Solaranlagen nutzen zur Stromerzeugung ausschließlich Sonnenenergie. Diese ist unerschöpflich und zu 100% erneuerbar. Lediglich für die Herstellung der Solarmodule werden geringe CO2 Emissionen freigesetzt.

Solaranlagen können 30-40 Jahre betrieben werden

Haben Sie einmal eine Solaranlage auf dem Dach, kann diese für 30 oder 40 Jahre genutzt werden.

Was bedeutet es eine Solaranlage zu mieten?

Entscheiden Sie sich für die Miete einer Solaranlage, installiert der jeweilige Anbieter des Mietmodells kostenfrei eine Solaranlage auf Ihrem Dach. Auch die Wartung und Reparatur der Anlage ist in der Regel inklusive.

Im Prinzip kümmert sich der Anbieter darum, dass Sie innerhalb des Zeitraums der Miete eine funktionierende Solaranlage auf ihrem Dach haben und zuverlässige Erträge erhalten. Im Gegenzug zahlen Sie eine monatliche Miete für die Anlage. Die Dauer des Mietverhältnisses beläuft sich meist auf 20 Jahre.

Solaranlage mieten: Das kostet die Miete

Die Miete einer Solaranlage kostet in Abhängigkeit von der Größe der Anlage und den örtlichen Gegebenheiten zwischen 50 und 200€ monatlich. 

AnlagengrößeMonatliche MieteJährliche Kosten
4 kWp50-70€600-840€
5 kWp70-90€840-1080€
6 kWp90-100€1080€-1320€
7 kWp100-120€1320-1560€
8 kWp110-130€1560-1680€
9 kWp140-160€1800-1920€
10 kWp160-170€1920-2040€

Mieten, kaufen oder Kredit? So entscheiden Sie sich richtig

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Solaranlage im Frühling

Möchten sie eine Solaranlage auf ihrem Dach installieren, bedeutet dies: Sie müssen mit Kosten von 10.000€ bis 25.000€ rechnen. Nicht jeder Hausbesitzer hat dieses Geld sofort zur Verfügung. Statt des Barkaufs kann die Solaranlage auch über einen Kredit finanziert werden. Oder aber Sie entscheiden Sich für ein Mietmodell. Doch wann lohnt sich was?

Solaranlage mieten – Das Rundum-Sorglos-Paket

Die Miete einer Solaranlage ist sinnvoll, wenn Sie die Investitionskosten für die Solaranlage nicht auf einmal bezahlen können und sich zudem möglichst wenig mit der Photovoltaikanlage wünschen.

Solaranlage kaufen – Die Lösung mit viel Eigenkapital

Sie verfügen über größere Ersparnisse und möchten diese gewinnbringend investieren?  Dann ist der Kauf einer Solaranlage ideal, denn Solaranlagen erreichen Renditen von 5-8% und sind somit deutlich lohnenswerter als eine Geldanlage bei der Bank. Zudem bietet ihnen der Kauf einer Solaranlage maximale Unabhängigkeit. 

Sie möchten die Solaranlage nachträglich erweitern oder gar verkaufen? Kein Problem! Allerdings bringt der Besitz einer Solaranlage auch Pflichten mit sich. So müssen Sie sich eigenständig um einen Handwerksbetrieb für die regelmäßige Wartung bzw. Reparatur bemühen und auch eine Allgefahrenversicherung abschließen.

Solaranlage finanzieren – Der Kauf auf Raten

Die Aufnahme eines Bankkredits zum Erwerb einer Solaranlage ist ideal, wenn Sie maximale Selbstbestimmung wünschen, allerdings nicht über das nötige Kapital zum Kauf der Anlage verfügen. Da Solaranlagen eine umweltfreundliche Investition sind, bieten viele Banken vergünstigte Solarkredite an, die Sie nutzen sollten. Die SWK Bank bietet etwa einen Solarkredit ab 2,89% an und auch die KfW bietet Finanzierungsmöglichkeiten.

 Da die Finanzierung allerdings immer mit Mehrkosten in Form von Zinszahlungen verbunden ist, sollten Sie diese Alternative nur wählen, wenn Sie die Anlage sonst nicht erwerben könnten. Im Unterschied zu einem Solarkredit müssen sie sich bei der Finanzierung der Solaranlage eigenständig um Wartung und Instandhaltung kümmern und haben keine Absicherung. 

 MietenKreditKaufen
Anschaffungskosten0€0€10.000-25.000€
monatliche Kosten50-200€100- 1.000€ (abhängig von Laufzeit und Kredithöhe)0€
Wartunginbegriffennicht inbegriffennicht inbegriffen
Allgefahrenversicherung für Schäden und Ausfällein der Regel inbegriffennicht inbegriffennicht inbegriffen
Laufzeitmeist 20 Jahreflexibel (zwischen 1-15 Jahren)keine
Geeignet füralle, die ein Rundum-Sorglos Paket wünschenHausbesitzer, die die Anlage nicht sofort bezahlen können jedoch maximale Flexibilität wünschenalle, die genug Kapital für den Sofortkauf haben

Kostenvergleich – Familie Halle investiert in eine Solaranlage

Ob es sich mehr lohnt eine Solaranlagen zu mieten, zu kaufen oder finanzieren zu lassen ist individuell und hängt von der finanziellen Situation des einzelnen und weiteren Gegebenheiten ab.

Das Ehepaar Halle hat 2 Kinder und durch ein Elektroauto einen Stromverbrauch von 5500 kWh. Ohne Solaranlage hat Familie Halle bei einem Strompreis von aktuell 32 Cent Stromkosten von 1760€ jährlich. Die Halle`s entscheiden sich für die Anschaffung einer 8 kWp Solaranlage mit einem 8 kWh Speicher.

Mit der Anlage kann sich die Familie zu 80% autark versorgen. 20% des Strombedarfs muss weiterhin aus dem Netz bezogen werden. Die Stromkosten der Halles reduzieren sich somit auf nur 352€ Jährlich und die Familie spart über 1400€ Stromkosten ein.

Kauf: Kauft Familie Halle die Anlage direkt, bedeutet dies, dass sie auf einen Schlag 18.000€ für die Anlage bezahlen muss. Zusätzlich muss die Familie jährlich Kosten von ca. 250€ für die Anlagenwartung und 150€ für eine Photovoltaikversicherung einplanen. Insgesamt sind das jährlich nochmals 400€.

Finanzierung durch Kredit: Finanziert Sie die Anlage über einen Kredit mit 2,89% effektiven Jahreszins bei der SWK Bank, muss sie 20.760€ für die Anlage zahlen. Bei einer Kreditlaufzeit von 10 Jahren betragen die monatlichen Raten der Familie hier ca. 173€. Auf das Jahr hochgerechnet sind das ca. 2076€. Auch bei der Finanzierung durch einen Kredit kommen Kosten jährlich zusätzliche Kosten von ca. 250€ für die Anlagenwartung und 150€ für eine Photovoltaikversicherung hinzu. 

Miete: Mieten sich die Halles eine 8 kWp Solaranlage mit Speicher, so fallen monatliche Kosten von ca. 110€ an. Jährlich sind das Kosten von 1320€. Bei einer Mietdauer von 20 Jahren müssen die Halles insgesamt somit 26.400€ für ihre Solaranlage zahlen. 

Vergleich der Gesamtkosten über 20 Jahre

Kauf: 18.000€ Anschaffungskosten +400€ Wartung x 20 Jahre = 26.000€
Finanzierung: 173€ x 121 Monate x 10 Jahre + 400€ Wartung x 20 Jahre = 28.760€
Miete: 110€ Miete x 12 Monate x 20 Jahre = 26.400€

Fazit

Haben Sie das Geld, um eine Solaranlage direkt zu erwerben, so ist dies häufig der kostengünstigste Weg. Außerdem bietet der Sofortkauf die größte Flexibilität und Unabhängigkeit. 

Ist Ihnen die Investition in eine Solaranlage allerdings zu teuer, ist es durchaus sinnvoll statt einem Kredit ein Mietmodell in Betracht zu ziehen. Dieses kann in einigen Fällen kostengünstiger sein als die Finanzierung der Solaranlage über eine Bank. Zwar sinken die jährlichen Stromkosten mit einem Mietmodell nur wenig, dennoch schützen Sie mit einer eigenen Solaranlage die Umwelt und nach 20 Jahren geht die Anlage in Ihren Besitz über und sie können vollständig von der Stromkostenersparnis profitieren. Auch müssen Sie sich nicht um die Wartung oder Versicherung Ihrer Anlage kümmern.

Solaranlage mieten: Auf diese Vertragsbedingungen sollten sie achten

Ist die Entscheidung für die Miete einer Solaranlage gefallen, gilt es, verschiedene Anbieter zu vergleichen. Wir empfehlen einen genauen Blick auf die Vertragsbedingungen zu werfen, denn mit der Miete einer Solaranlage binden Sie sich in der Regel für Jahrzehnte an einen Anbieter.

Wann wird die erste Rate fällig?

Die erste Rate wird in der Regel nach der Installation der Anlage fällig. Jetzt profitieren Sie von ersten Solarereträgen und die Mietzahlung hat einen entsprechenden Gegenwert.

Was ist im Mietpreis inbegriffen?

Die Installation der Anlage ist so gut wie immer im Mietpreis inbegriffen. Auch die kostenlose Wartung und Instandhaltung der Anlage inklusive Reparatur ist üblich. Nicht standardmäßig inbegriffen ist allerdings ein Stromspeicher. 

Ein Speicher erhöht ihre Unabhängigkeit von Stromversorgern deutlich und reduziert ihre Stromkosten weiter. Allerdings ist eine Solaranlage mit Speicher auch teurer und Sie müssen somit mehr Miete zahlen. Da Stromspeicher mittlerweile jedoch erschwinglich und effizient sind und die Strompreise künftig weiter steigen werden, lohnt sich ein Mietmodell mit Speicher für die meisten Haushalte. 

Achten Sie schließlich auch darauf, ob der Anbieter des Mietmodells gleichzeitig auch als Stromversorger auftritt. In diesem Fall sind mit dem Mietpreis ihre gesamten Stromkosten abgedeckt und Sie beziehen eine Art Stromflatrate.

Ist dies nicht der Fall, reduzieren sich Ihre Stromkosten durch die Miete lediglich. Hier sollten Sie genau berechnen, wie groß die Ersparnis durch die Solaranlage ist und ob diese Ersparnis ihre Solarmiete aufwiegen kann.

Laufzeit des Vertrags

Die meisten Anbieter von Mietmodellen offerieren Verträge über 20 Jahre Laufzeit. Kürzere Laufzeiten lohnen sich für den Anbieter nur wenig. Da nach 20 Jahren die staatliche Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz entfällt, ist dies der ideale Zeitpunkt für das Ende der Vertragsbeziehung.

Was passiert nach Ablauf des Mietvertrages?

In den meisten Verträgen kann der Hausbesitzer nach Ablauf der Mietzeit die Anlage für einen symbolischen Euro übernehmen. Bei kurzen Vertragslaufzeiten kann es allerdings auch sein, dass ein höherer Abnahmepreis fällig wird. Manche Anbieter bauen die Anlage bei Nicht-Abnahme nach Vertragsende sogar wieder ab. Hier sollten Sie in jedem Fall aufs Kleingedruckte achten.

Was für Garantien bestehen bei der Miete einer Solaranlage?

Häufig bieten Anbieter von Mietmodellen eine Produktgarantie auf alle Anlagenkomponenten für die Mietdauer der Anlage an. Zumindest sind aber die standardmäßigen Garantien der Hersteller vorhanden. 

Solarmodulhersteller bieten meist eine 25 Jährige Leistungsgarantie und eine 15 Jährige Produktgarantie. Für Stromspeicher und Montagesysteme ist eine 10 Jährige Garantie üblich. Wechselrichter haben mit 5 Jahren die kürzeste Garantiezeit, da diese Bauteile häufig während der Lebensdauer der Anlage ersetzt werden müssen.

Die Garantiebedingungen für Photovoltaikmodule sind für den Verbraucher sehr vorteilhaft, da die Hersteller wesentlich längere Garantiezeiten gewähren als gesetzlich vorgeschrieben So besteht eine Produktgarantie von 10 bis 12 Jahren und außerdem eine 20 bis 30-jährige Leistungsgarantie über die gesamte Betriebsdauer Ihrer Anlage. Das bedeutet, in den ersten 10-12 Betriebsjahren werden alle Schäden an den Modulen komplett ersetzt. Sollten die Module danach, aufgrund von Alterung, mehr Leistung verlieren als versprochen, wird auch dieser Verlust erstattet. Die Produktgarantie der Montagesysteme beträgt in der Regel 10 Jahre. Wechselrichter haben eine Herstellergarantie von 5-10 Jahren. Bei einigen Herstellern wie Solaredge ist eine Garantieverlängerung auf bis zu 25 Jahre möglich.

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