Solarkabel für Photovoltaikanlagen – Das müssen Sie beim Kauf beachten


Photovoltaikanlagen produzieren Strom. Damit der Strom von den Photovoltaikmodulen zum Wechselrichter und dann zu elektrischen Verbrauchern im Haus gelangt, braucht es sogenannte Solarkabel. Was Solarkabel kosten, wo Sie Solarkabel kaufen können und was sie von herkömmlichen Kabeln unterscheidet, erfahren Sie hier.

Diese Themen erwarten Sie:

Was ist ein Solarkabel?

Solarkabel verbinden die Photovoltaikmodule mit dem Wechselrichter und anderen Komponenten der Photovoltaikanlage. Sie sorgen also dafür, dass der in den Photovoltaikmodulen produzierte Gleichstrom weitergeleitet wird. Da es sich demnach um Gleichstromkabel handelt, werden Solarkabel auch als DC-Kabel bezeichnet.

Der Transport von Gleichstrom bringt besondere Sicherheitsanforderungen mit sich. Daher unterscheiden sich Solarkabel von herkömmlichen Kabeln zum Transport von Wechselstrom. Außerdem befinden sich Solarkabel für Jahrzehnte im Freien. Somit sind sie permanent Wettereinflüssen ausgesetzt und müssen daher UV- und wetterresistent sein. 

Neben den DC-Solarkabeln hat eine Solaranlage auch Kabel, die den Wechselstrom nach dem Wechselrichter zum Einspeisezähler oder ins Haus leiten. Diese sind in der Regel im Innern des Hauses und müssen daher weniger robust sein. Wichtig ist hier jedoch eine möglichst kurze Leitungslänge.

Achtung: Wir empfehlen bei der Installation einer Solaranlage stets Solarkabel zu verwenden. Da die Kabelführung und die gesamte Installation einer Photovoltaikanlage komplex ist, sollten Sie die Solarkabel außerdem nicht selbst bestellen, sondern auf einen qualifizierten Fachbetrieb vertrauen! Ein Grundwissen über Solarkabel kann jedoch helfen, die Angebote verschiedener Installationsbetriebe zu beurteilen.

Kosten eines Solarkabels

Solarkabel sind im Vergleich zu anderen Komponenten einer Photovoltaikanlage sehr günstig. Daher empfiehlt es sich, hier nicht zu sparen. Damit die Kabel lange halten, sollte lieber auf Qualität gesetzt werden. Ein Meter Kabel kann bereits für ein bis zwei Euro erworben werden. Ein 100 Meter Solarkabel der Firma HELUKABEL ist so für 139 € erhältlich. 

Diese technischen Anforderungen sollte ein Solarkabel erfüllen

Eigenschaften der Kabel

Solarkabel sind permanent der Witterung ausgesetzt. Daher sollten sie resistent gegenüber Einflüssen wie Ozon, Säure, Lauge, UV-Strahlung und Ammoniak sein. Außerdem sollten sich die Kabel nicht leicht abreiben und eine feuerfeste Ummantelung haben. Vor allem letzteres ist entscheidend, falls es zu Feuer an der Anlage oder am Haus kommt. Nicht zuletzt sollten die Kabel Temperaturen von – 40 bis weit über 100 Grad Celsius aushalten können.

Kabelquerschnitt

Der Kabelquerschnitt eines Solarkabels sollte mindestens 4 Quadratmillimeter betragen. Auch Kabel mit 6 Quadratmillimetern Kabelquerschnitt sind üblich.

Kabellänge

Die notwendige Kabellänge variiert je nach Anlagengröße und Verschaltung der Anlage. Ideal ist eine möglichst kurze Kabellänge, um Leitungsverluste so gering wie möglich zu halten. Ist der Wechselrichter im Keller des Hauses untergebracht, sind Solarkabellängen von über 50 Meter allerdings keine Seltenheit. Das ist jedoch nicht schlimm, da es noch wichtiger ist, die Kabellänge auf der Wechselstromseite, also vom Wechselrichter bis zum Einspeisezähler, möglichst kurz zuhalten.

„PV1-F“

Ein Solarkabel sollte eine doppelte Isolierung der leitenden Ader haben. Das erkennen Sie an der Kennzeichnung PV1-F.

TÜV & VDE geprüft

Es ist unbedingt empfehlenswert, Kabel zu wählen, die TÜV und VDE geprüft sind. Die Zertifizierungen stehen für eine lange Haltbarkeit der Kabel und garantieren einen sorgenfreien Betrieb der Anlage.

Aufbau eines Solarkabels

Im Laufe der Zeit hat sich folgender Aufbau für Solarkabel etabliert: Im Inneren des Kabels ist eine Kupferader. Diese ist von einer Ummantelung aus Zinn umschlossen. Tests haben ergeben, dass Isolierungen aus Gummi weniger beständig sind als Isolierungen aus Polymeren. Daher haben sich diese inzwischen durchgesetzt.

Verbindung einzelner Solarmodule

Gerade Photovoltaikanlagen, die am Boden installiert werden, sind Gefährdungen durch Tiere wie dem Marder ausgesetzt. Daher kann es sinnvoll sein, die Solarkabel zusätzlich durch Kabelkanäle oder Schutzleitungen zu ummanteln. Der zusätzlich Vorteil: Die Kabel sind hierdurch noch resistenter gegenüber Wettereinflüssen als ohnehin schon. Geht es speziell um den Schutz vor Mardern, können auch einfache Marderschutzmittel Abhilfe leisten.

Anbieter von Solarkabeln

Solarkabel können über verschiedenste Online-Shops wie photovoltaik4all, e-bay oder aber auch Conrad erworben werden. Bekannte Marken für Solarkabel sind unter anderem Helukabel, KBE, Faber und LAPP. 

Helukabel produziert und entwickelt in einem eigenen Werk in Deutschland bei Nürnberg. Auch KBE ist ein deutsches Unternehmen aus Berlin. LAPP ist einer der führenden Kabelhersteller weltweit und als Familienunternehmen aus Stuttgart schon seit 1959 in der Kabelindustrie tätig. 

Fazit

Solarkabel sind relativ günstig erhältlich. Da sie jahrzehntelang der Witterung ausgesetzt sind, ist die Qualität der Kabel das A und O. Wir empfehlen auf TÜV und VDE geprüfte Markenprodukte statt Billiganbieter zu setzen. Als Laie sollten Sie die Auswahl eines geeigneten Solarkabels besser einem Fachbetrieb für Photovoltaikanlagen überlassen. Dieser kann einen Verschaltungsplan erstellen und so die Kabellänge genau abschätzen. Außerdem kennt er gängige Marken und Zertifizierungen für Solarkabel.

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