Solarstrom erzeugen auf dem eigenen Dach – Kosten, Vorteile & mögliche Nutzung

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 30.08.2021

NADINE KÜMPEL
AKTUALISIERT AM: 30.08.2021

Solarstrom ist Strom, der aus Sonnenenergie erzeugt wird. Er ist kostengünstig und umweltfreundlich. Welche Vorteile die Nutzung von Sonnenenergie hat und wie viel Solarstrom bereits in Deutschland produziert wird, erfahren Sie hier.

Themenübersicht

>Was ist Solarstrom
> Was kostet eine Kilowattstunde (kWh) Solarstrom?
> Vorteile der Nutzung von Solarstrom
> So können Sie selbst erzeugten Solarstrom nutzen
> Wie viel Solarstrom haben wir in Deutschland?
>
Checkliste Anschaffung

Dach_Sonne

Was ist Solarstrom?

Solarstrom ist Strom, der aus Solarenergie erzeugt wird. Hierbei ist Solarenergie die Energie der Sonne, die von Menschen genutzt werden kann. Neben der Erzeugung von Strom mit Solarenergie ist auch die Erzeugung von Wärme oder chemischer Energie möglich.

Solarstrom wird mithilfe von sogenannten Photovoltaikanlagen erzeugt. Diese wandeln Sonnenlicht direkt in Strom um. Damit ist Sonnenstrom vollständig erneuerbar erzeugter Strom und sehr umweltfreundlich. Lediglich bei der Herstellung einer Photovoltaikanlage wird CO2 freigesetzt. Diese Emissionen können jedoch nach etwa 2-3 Jahren Betrieb der Anlage bereits wieder ausgeglichen werden. 

Photovoltaikanlagen können auf Hausdächern, Balkonen oder auf dem Boden installiert werden. Eigentlich überall dort wo, Sonnenstrahlung auf die Erde trifft. 

Wie funktioniert die Erzeugung von Solarstrom mit einer Photovoltaikanlage?

Eine Photovoltaikanlage besteht aus mehreren Photovoltaikmodulen, die etwa 1,5 m x 1m groß sind. Ein Modul wiederum besteht aus 60 (bzw. 120 bei einem Halbzellenmodul) miteinander verbundenen Solarzellen. Die Solarzellen bestehen hauptsächlich aus Silizium. Dieses Element ist ein Halbleiter mit hohem natürlichen Vorkommen, welches bei Sonnenlicht über eine verbesserte Leitfähigkeit verfügt. Trifft Sonnenlicht auf eine Solarzelle werden Elektronen in der Zelle angeregt und bewegen sich. Diese Elektronenbewegung ist gleichbedeutend mit Strom.

Photovoltaikanlage auf Hausdach
Photovoltaikmodule auf einem Hausdach

Im nächsten Schritt wird der so erzeugte Strom über ein Kabel zu einem Wechselrichter geleitet. Da Solarzellen Gleichstrom erzeugen, muss dieser im Wechselrichter zu Wechselstrom umgewandelt werden. Vom Wechselrichter wird ein Teil des Stroms direkt ins Haus oder in einen im Gebäude installierten Stromspeicher geleitet. Überschüssiger Solarstrom wird hingegen ins Netz eingespeist.

Was kostet eine Kilowattstunde (kWh) Solarstrom?

Da Sonnenenergie jedem kostenlos zur Verfügung steht, ist auch die Produktion von Solarstrom im Prinzip kostenlos. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass die Anschaffung einer Solaranlage nicht kostenlos ist. Meist fallen hier zwischen 10.000€ und 20.000€ an. Solaranlagen sparen jedoch so viel Stromkosten, dass die Investitionskosten nach etwa 10-15 Jahren wieder ausgeglichen werden können. Danach kann die Solaranlage problemlos weitere 15-20 Jahre betrieben werden. 

Um die Kosten von Sonnenstrom jedoch besser vergleichbar zu machen, ist es üblich, die Anschaffungskosten und ggf. zusätzlich anfallende Betriebskosten über eine Betriebsdauer von 20 Jahren (20 Jahre, da hier noch die Einspeisevergütung gewährt wird) auf jede Kilowattstunde umzulegen. Bei kleinen Photovoltaikanlagen bis 10 kWp, wie sie häufig auf Einfamilienhäusern zum Einsatz kommen, kostet die Kilowattstunde Solarstrom etwa 10 Cent. Großanlagen können inzwischen sogar Kosten von nur 3 Cent je Kilowattstunde realisieren. 

Vorteile der Nutzung von Solarstrom

Kostengünstig

Solarstrom kann deutlich günstiger bezogen werden als Strom aus dem öffentlichen Stromnetz. Kostet eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz aktuell 32 Cent, so kann Solarstrom auf dem Einfamilienhaus für weniger als ein Drittel dieses Preises erzeugt werden. Damit reduziert sich die Stromrechnung mit der Nutzung von Sonnenstrom deutlich.

Unerschöpfliche Energiequelle

Die Energie, die von der Sonne auf die Erde abgestrahlt wird, ist sehr konstant und wird uns auch noch für die nächsten paar Milliarden Jahre erhalten bleiben.

Umweltfreundlich

Solarstrom ist vollständig erneuerbar und setzt keine CO2-Emissionen frei. Lediglich bei der Herstellung der Photovoltaikmodule und der anderen Komponenten werden geringe Mengen CO2 freigesetzt. Verteilt man diese Emissionen über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren, so hat Solarstrom Emissionen von 50 g CO2 pro Kilowattstunde. Im Vergleich zu Kohlestrom ist das deutlich weniger. Atomstrom verursacht zwar wenig CO2, birgt aber hohe Sicherheitsrisiken und hat ein Endlagerproblem.

CO2-Ausstoß von Energiequellen in Gramm pro kWh
CO2-Ausstoß nach Energiequelle

Unabhängige Energieerzeugung

Mit Solarstrom vom eigenen Dach sind sie nicht auf die aktuellen Strompreise ihres Versorgers angewiesen und müssen somit auch keine Strompreiserhöhungen mehr akzeptieren. Außerdem versorgt sie Ihre Solaranlage auch bei Stromausfall weiterhin mit Solarstrom.

Erhöht den Wert Ihrer Immobilie

Häuser mit Solaranlagen sind wertvoller und sehr beliebt. Entscheiden Sie sich einige Jahre nach dem Kauf der Solaranlage für den Umzug, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, die Investition umsonst getätigt zu haben, denn meist erhalten Sie die Investitionssumme oder mehr beim Verkauf zurück. Die Solaranlage beim Umzug abzubauen und wieder aufzubauen ist zwar möglich, aber nicht empfehlenswert, da sie hier die zusätzlichen Montagekosten zahlen müssen.

So können Sie selbst erzeugten Solarstrom nutzen

Solarstrom ist im Prinzip gleichbedeutend mit herkömmlichem Strom und kann für dieselben Anwendungen genutzt werden. Der große Vorteil von Solarstrom ist jedoch: er ist günstig und erneuerbar. 

Sonnenstrom vom eigenen Dach wird meist zum Betrieb von Haushaltsgeräten und zur Beleuchtung der Innenräume genutzt. Außerdem ist es möglich, eine Wärmepumpe oder andere strombetriebene Heizungen mit Solarstrom zu betreiben, Meist kann so nicht der gesamte Strombedarf gedeckt werden, dennoch reduziert es die Heizkosten und verbessert die Umweltbilanz. Schließlich ist es sinnvoll, den Strom zum Laden eines eigenen Elektroautos zu nutzen

Überschüssiger Solarstrom wird in Privathäusern meist in einem Stromspeicher gespeist und so für späteren Bedarf vorgehalten. Ist auch der Stromspeicher voll, kann der Strom gegen eine Einspeisevergütung von einigen Cent ins Netz geleitet werden.

Wie viel Solarstrom haben wir in Deutschland?

2020 waren 9% des Brutto-Stromverbrauchs in Deutschland Solarstrom. Hierbei schließt der Brutto-Stromverbrauch Netz-Speicher und Eigenverbrauchsverluste ein. An besonders sonnigen Sommertagen mit hoher Sonneneinstrahlung kann Solarstrom teilweise mehr als zwei Drittel unseres Stromverbrauchs decken.

Aktuell sind etwa 2 Millionen Solaranlagen in Deutschland installiert. Diese Anlagen haben eine Leistung von 54 GW. Allein im letzten Jahr wurden ca. 4,9 GW Leistung neu installiert. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss der Ausbau jedoch weiter Fahrt aufnehmen. Die Bundesregierung plant bis 2030 65% des Stroms erneuerbar herzustellen. Hierzu müssten etwa 5-10 GW Photovoltaik pro Jahr zugebaut werden. Möchten wir bis 2045 weitestgehend auf erneuerbare umsteigen, müsste der jährliche Zubau sogar auf 18 GW anwachsen. (Quelle: Fraunhofer Institut)

Solarstrom vom eigenen Dach – Checkliste für die Anschaffung einer eigenen Photovoltaikanlage

Sie überlegen sich eine Photovoltaikanlage anzuschaffen? Die Anschaffung einer Solaranlage ist in der Regel immer eine sinnvolle Investition. Damit bei der Anschaffung nichts schiefgeht, haben wir folgende Checkliste für Sie erstellt.

1. Ausreichend Dachfläche zur Verfügung?

Die Installation einer Photovoltaikanlage lohnt sich meist erst ab einer Anlagengröße von 4 kWp. Unter dieser Leistung ist die Montage der Module und die Anschaffung eines Wechselrichters unverhältnismäßig teuer. Um 4 kWp Photovoltaik auf Ihrem Dach zu installieren, benötigen Sie mindestens 20 Quadratmeter freie Dachfläche

2. Fördermöglichkeiten recherchieren

Häufig gibt es neben der Einspeisevergütung auch regionale Fördermöglichkeiten, die Sie vor dem Kauf Ihrer Photovoltaikanlage beantragen müssen. Informieren Sie sich daher vorab, welche Förderung für Sie infrage kommt.

3. Finanzierung der Anlage

Können Sie die Anlage auf einen Schlag bezahlen oder müssen Sie einen KfW-Kredit bzw. einen Solarkredit einer privaten Bank in Anspruch nehmen? Gegebenenfalls ist auch die Miete einer Solaranlage eine Option.

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