BEG – Bundesförderung für Effiziente Gebäude – EIN ÜBerbLick


Seit Anfang 2021 gilt die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude, auch BEG genannt. Sie fasst die bestehenden Regelungen zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich zusammen. Wir erklären, was durch die neue Förderung gefördert wird und wie Sie Ihre Förderung beantragen.

Infrarot Scan eines Gebäudes zur Analyse der Energieeffizienz

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Was ist die BEG?

Bis Ende 2020 waren die Fördermöglichkeiten für erneuerbare Energien unübersichtlich und in verschiedenen Förderprogrammen geregelt. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude wurde Anfang 2021 eingeführt und bündelt die bis dahin geltenden Förderprogramme. 2023 ist die BEG dann vollständig umgesetzt. Die Förderung für Einzelmaßnahmen kann als Investitionszuschuss beim BAFA beantragt werden. Wird das Haus zu einem KfW-Effizienzhaus saniert, kann ein Kredit mit Tilgungszuschuss bei der KfW in Anspruch genommen werden.

Die Bundesförderung besteht aus drei verschiedenen Förderbausteinen: der Förderung für Wohngebäude, der Förderung für Nichtwohngebäude und der Förderung für Einzelmaßnahmen.

  • Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG)
  • Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude (BEG NWG)
  • Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Dieser Artikel konzentriert sich auf die Förderung von Einzelmaßnahmen, die beim BAFA beantragt wird. Möchten Sie ein gesamtes Gebäude sanieren, steht ihnen der Wohngebäude-Kredit 261,262 der KfW zur Verfügung. Möchten Sie eine Förderung für die Sanierung eines Nichtwohngebäudes beantragen, informieren Sie sich bitte hier.

Was wird im Rahmen der BEG FöRderung für Einzelmassnahmen (BEG EM) gefördert?

  • Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle – 15% Förderung
  • Anlagentechnik (außer Heizung) – 15% Förderung
  • Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik) – 10% – 40% Förderung
  • Heizungsoptimierung – 15% Förderung
  • Fachplanung und Baubegleitung – 50% Förderung

Wer kann eine BEG Förderung beantragen?

  • Privatpersonen
  • Unternehmen 
  • Freiberufler*innen
  • Verbände, Kirchen & Kommunen
  • Wohnungsbaugenossenschaften und andere juristische Personen des Privatrechts

Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle

In diesem Teil des BEG werden alle Einzelmaßnahmen gefördert, die die Energieeffizienz der Gebäudehülle eines Gebäudes verbessern. Mit der Gebäudehülle sind Fenster und Türen, die Dämmung der Außenwände, des Daches oder Geschossdecken und Bodenflächen gemeint.

Um eine Förderung zu erhalten, müssen mindestens 2.000 € Brutto in das Vorhaben investiert werden. Gefördert werden 15% der Investitionskosten. Maximal werden 60.000 € pro Wohneinheit gewährt.

Nähere Informationen finden Sie auf der Seite der BAFA zu den Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Dort ist auch eine Auflistung hinterlegt, welche Kosten im Detail übernommen werden, und ein Merkblatt zur Antragstellung hilft Ihnen bei der Beantragung des Zuschusses.

Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungen)

Auch effiziente Heizungen werden durch das BEG gefördert. Insgesamt ist hier eine Förderung von bis zu 40% möglich. Die Förderung beschränkt sich allerdings auf Bestandsgebäude. Für Neubauten ist keine Förderung verfügbar.

Welche Heizungen können gefördert werden?

  • Solarkollektoranlagen
  • Biomasseheizungen
  • Wärmepumpen
  • Innovative Heiztechnik auf Basis erneuerbaren Energien
  • Erneuerbare Energien-Hybridheizungen (EE-Hybride)
  • Gebäudenetze
  • Anschluss an eine Gebäude- oder Wärmenetz

Höhe der Förderung

Die Förderhöhe bewegt sich zwischen 10 und 40%, je nachdem welches Heizsystem installiert wird und ob eine bestehende Heizung ersetzt wird. Wird eine Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung gegen eine Wärmepumpe, Biomasseheizung oder eine EE-Hybridheizung getauscht, erhöht sich der Förderanteil zusätzlich um 10%. Auch beim Austausch einer funktionstüchtigen mindestens 20 Jahre alten Gasheizung erhalten Sie 10% Förderung zusätzlich.

Um eine Förderung zu erhalten, müssen jedoch mindestens 2.000€ (Brutto) investiert werden. Die maximale Fördersumme beträgt 60.000€.

HeizungsartZuschussHeizungs-tauschEffiziente Wärmepumpe Max. Fördersatz
Solarthermie25%25%
Wärmepumpen25%10%5%40%
Biomasse10%10%20%
EE-Hybrid25%10%5%40%
EE-Hybrid mit Biomasseheizung20%10%5%35%
Innovative Heizungstechnik25%10%35%
Gebäudenetze 25%25%
Anschluss an eine Gebäude- oder Wärmenetz25%10%35%

Heizungsoptimierung

Unter Heizungsoptimierung werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die zu einer höheren Effizienz des Heizsystems beitragen, unter anderem der hydraulische Abgleich oder der Tausch der Heizungspumpe.

Was wird gefördert?

  • Der hydraulische Abgleich 
  • Der Austausch von Heizungspumpen sowie der Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung, Maßnahmen zur Absenkung der Rücklauftemperatur bei Gebäudenetzen im Sinne der Richtlinien
  • Optimierung von Wärmepumpen
  • Dämmung von Rohrleitungen
  • Einbau von Flächenheizungen (z.B. Fußbodenheizung), von Niedertemperaturheizkörpern und von Wärmespeichern im Gebäude oder gebäudenah (auf dem Grundstück)
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

Da die Heizungsoptimierung nicht so teuer ist wie die Dämmung einer Außenwand, liegt die Mindest-Fördergrenze hier bei nur 300 € (Brutto). Der Fördersatz beträgt 15% und es können maximal 60.000 € pro Wohneinheit ausgezahlt werden. Welche Kosten förderfähig sind und wie Sie einen Antrag bei der BAFA stellen, erfahren Sie hier.

Anlagentechnik (außer Heizung)

Hier wird Anlagentechnik gefördert, die die Energieeffizienz eines Gebäudes entscheidend erhöht. Unter Anlagentechnik fällt zum Beispiel eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die die Abwärme beim Luftaustausch speichert und so den Heizwärmebedarf senkt. Auch der Einbau von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, die den Gebäudeautomatisierungsgrad erhöht, und Kältetechnik wird gefördert. Schließlich ist auch eine energiesparende Beleuchtung förderungsfähig. Prototypen und gebrauchte Anlagen werden nicht gefördert.

Es werden 15% der förderfähigen Ausgaben übernommen, wenn mindestens 2.000€ (Brutto) in die Anlagentechnik investiert wurde. Maximal können 60.000€ ausgezahlt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des BAFA zur Förderung für Anlagentechnik (außer Heizung).

Fachplanung und Baubegleitung

Auch Planungs- oder baubegleitende Leistungen, die im Zusammenhang mit der Umsetzung von im BEG geförderten Maßnahmen in Anspruch genommen werden, können gefördert werden. Hier wird die Hälfte der Ausgaben gefördert.

Mehr Informationen

Wie beantrage ich die BEG Förderung?

Die Förderung wird einfach über das elektronische Antragsformular des BAFA beantragt. Zu beachten ist dabei, dass die Förderung beantragt werden muss, bevor mit der Maßnahme begonnen wurde (d.h. auch vor Beauftragung eines Fachbetriebes). Nachdem das Formular abgesendet wurde, prüft das BAFA, ob die Maßnahme förderfähig ist. Kann die Maßnahme gefördert werden, erhält man einen Zuwendungsbescheid.

Anschließend hat man 24 Monate Zeit, um die Anlage in Betrieb zu nehmen. Eine Fristverlängerung kann beantragt werden. Die Frist kann jedoch maximal auf 48 Monate nach Erhalt des Zuwendungsbescheids ausgeweitet werden. Um die Förderung zu erhalten, muss bis spätestens 6 Monate nach der Umsetzung ein Verwendungsnachweis eingereicht werden, der bestätigt, dass die Maßnahme abgeschlossen ist.

Merkblatt zur Antragstellung

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