Zweirichtungszähler – Einspeisung und Strombezug gleichzeitig messen


Ein Zweirichtungszähler wird meist bei Photovoltaikanlagen eingesetzt. Er erfasst sowohl den Strombezug aus dem Netz als auch die Einspeisung von Strom ins Netz. Ob sich die Anschaffung lohnt und was die Vor- und Nachteile des Zählertyps sind, erfahren Sie hier.

So funktioniert ein Zweirichtungszähler

Jeder Haushalt bezieht Strom aus dem öffentlichen Stromnetz. Wie viel Strom aus dem Netz bezogen wird, wird mit einem Stromzähler gemessen. Herkömmliche Stromzähler, die den Strombezug aus dem Netz messen, werden auch Strombezugszähler genannt. 

Doch nicht immer wird nur Strom aus dem Netz bezogen. Häuser, die zusätzlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben, leiten Solarstrom, der nicht im Haus verbraucht werden kann, ins Netz. Hierfür erhalten Anlagenbetreiber in der Regel eine feste Vergütung pro Kilowattstunde, die sogenannte Einspeisevergütung. Um zu messen, wieviel Strom eingespeist wurde, haben Photovoltaikanlagenbesitzer zusätzlich einen Einspeisezähler.

Ein Zweirichtungszähler, auch Zwei-Wege-Zähler genannt, kombiniert Einspeise- und Bezugszähler in einem Gerät. Die Bundesnetzagentur schreibt vor, dass Zweirichtungszähler den Stromfluss in jeder Richtung separat erfassen. Damit soll eine fehlerfreie Abrechnung garantiert werden. In anderen Ländern hingegen ist es durchaus üblich, dass ein Zweirichtungszähler vorwärts läuft, wenn Strom aus dem Netz bezogen wird und rückwärts wenn durch Einspeisung Stromverbrauch ausgeglichen wird. 

Damit möglichst präzise gemessen wird, erfassen Zweirichtungszähler den Stromfluss über alle drei Phasen hinweg und rechnen die Werte auf. So ist sichergestellt, dass keine Rechenfehler passieren, wenn Photovoltaikanlage und Haushaltsgeräte an verschiedenen Phasen hängen. 

Zweirichtungszähler ablesen

Da Zweirichtungszähler in Deutschland Einspeisung und Bezug separat erfassen, können Sie die Werte auch separat an Ihrem Zähler ablesen. Digitale Geräte zeigen die Werte üblicherweise im Wechsel an, während mechanische über eine separate Anzeige für Einspeisung und Strombezug verfügen.

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Vor- und Nachteile eines Zweirichtungszählers

Der große Vorteil eines Zweirichtungszählers ist, dass er im Zählerschrank deutlich weniger Platz einnimmt. Anders als bei einem Einzelzähler, muss ein Zweirichtungszähler zudem nicht zwingend im Zählerschrank platziert werden.

Außerdem wird die Wartung und Eichung von Zweirichtungszählern vom Messstellenbetreiber (i. d. R. örtlicher Netzbetreiber) übernommen. Für den Betrieb des Zählers verlangt der Messstellenbetreiber allerdings eine geringe jährliche Mietgebühr.

VORTEILE

NACHTEILE

Platzeinsparung

  Gebühr für die Miete des Zählers

Unkomplizierte Wartung und Eichung

Kosten eines Zweirichtungszählers

Ein Zweirichtungszähler kann für etwa 40€ jährlich von ihrem Messstellenbetreiber (i. d. R. örtlicher Netzbetreiber) gemietet werden. Dieser kümmert sich um die Wartung und Instandhaltung und es fallen keine weiteren Kosten an. Eine eigenständige Anschaffung und ein vom Messstellenbetreiber unabhängiger Betrieb eines Zweirichtungszählers ist nicht gestattet. Im Vergleich zum separaten Betrieb eines Einspeise- und Bezugszählers ist der Zweirichtungszähler kostspieliger.

Ertragszähler – Die Ergänzung zum Zweirichtungszähler

Mit einem Zweirichtungszähler wissen Sie, wie viel Strom Ihre Photovoltaikanlage ins Netz eingespeist hat. Wie viel Strom die Anlage insgesamt erzeugt hat, ist jedoch ebenso relevant. Daher müssen Besitzer sich einer Photovoltaikanlage auch einen Ertragszähler anschaffen. Denn nur so lässt sich nachvollziehen, ob die Anlage reibungslos funktioniert. Zudem können Sie durch die Differenz von Ertrag und Einspeisung berechnen, wie viel Solarstrom direkt im Haus genutzt werden kann (Eigenverbrauch). 

Eigenverbrauch in Prozent = ((Ertrag-Einspeisung) / Ertrag)*100

Der Ertragszähler ist im Gegensatz zum Zweirichtungszähler Eigentum des Anlagenbesitzers. Er ist verpflichtend, da der Eigenverbrauch der Solaranlage in der Steuererklärung angegeben werden muss.

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