EEG-Umlage Eigenverbrauch – Das gilt 2022

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 11.02.2022

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AKTUALISIERT AM: 11.02.2022


Seit 2014 müssen Photovoltaikanlagenbesitzer auf selbstverbrauchten Solarstrom EEG-Umlage zahlen. Die Regelung gerät zunehmend in Kritik, da sie die Nutzung von eigenem Solarstrom unattraktiver macht. Seit 2021 sind nun kleine Anlagen mit weniger als 30 kWp von der EEG-Umlage ausgenommen. Doch was muss man beachten, wenn man von der Pflicht betroffen ist und wird die Umlage bald vollständig abgeschafft?

Diese Themen erwarten Sie:

Was ist die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage wurde im Jahr 2000 mit dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) eingeführt und soll den Ausbau der Erneuerbaren Energien finanzieren. Konkret dient sie der Finanzierung der ebenfalls 2000 eingeführten Einspeisevergütung. Diese gewährt Betreibern von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien über 20 Jahre eine festgelegte Vergütung pro eingespeiste Kilowattstunde Strom. So soll den Anlagenbetreibern ein wirtschaftlicher bzw. zumindest kostendeckender Betrieb der Anlagen möglich sein und der Anreiz zum Bau von Solar-, Windkraftanlagen oder anderen erneuerbaren Anlagen gesteigert werden.

Zwar verkaufen die Netzbetreiber den eingespeisten Ökostrom wieder an der Strombörse, hier erhalten sie jedoch deutlich weniger als die Betreiber in Form der Einspeisevergütung erhalten haben. Diese Differenz gleich die EEG-Umlage aus. Die EEG-Umlage ist ein fester Bestandteil des Strompreises (Neben Steuern, Produktionskosten und den Netzentgelten) und wird von jedem Stromverbraucher bzw. Letztnutzer von Strom entrichtet. Anschließend wird die Umlage an die Netzbetreiber weitergegeben. 

Warum gibt es eine EEG-Umlage auf Eigenverbrauch?

Betreiber von Solar- oder Windkraftanlagen sind Stromproduzenten. Warum hier die EEG-Umlage fällig wird, stößt bei vielen auf Unverständnis. Gesetzlich festgelegt ist jedoch, dass jeder Umlage zahlen, der Endnutzer bzw. Letztnutzer von Strom ist. Verbraucht man erzeugten Solarstrom im eigenen Haus, ist man der letzte Nutzer dieses Stroms und es wird die EEG-Umlage fällig. 

Die konkrete gesetzliche Grundlage für die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch findet sich im §61 des EEG. Hier heißt es: 


*Eine Eigenversorgung liegt vor, wenn eine natürliche oder juristische Person Strom in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang mit der Stromerzeugungsanlage selbst verbraucht hat, der Strom nicht durch ein Netz durchgeleitet wird und dieselbe Person (Personenidentität) die Stromerzeugungsanlage betreibt.

Förderlich für den Ausbau erneuerbarer Energien ist die Pflicht jedoch nicht, da durch die sinkende Einspeisevergütungen vor allem der Eigenverbrauch von Solarstrom attraktiv geworden ist. Zusätzliche Belastungen wie die EEG-Umlage mindern die Einsparungen, die Haushalte im Vergleich zum Strombezug aus dem Netz haben. Hierdurch sollten jedoch eigentlich die Anschaffungskosten für die Solaranlage wieder ausgeglichen werden, denn nur so bleibt die Investition in Solaranlagen attraktiv.

So funktioniert`s

Wer muss die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch zahlen?

Seit 2021 müssen nur noch Anlagen die EEG-Umlage entrichten, die eine Leistung von mehr als 30 kWp haben bzw. mehr als 30 MWh selbst verbrauchen. Um private Betreiber von Solaranlagen zu entlasten und um den bürokratischen Aufwand der Behörden zu reduzieren, wurde die EEG-Umlage 2021 für kleinere Anlagen abgeschafft. 

Ausnahmen: 

  • Anlagen über 30 kWp, die vor der Einführung der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch installiert wurden, genießen Bestandsschutz und müssen keine EEG-Umlage zahlen.
  • Gleiches gilt für Inselanlagen, die nicht mit dem öffentlichen Netz verbunden sind. 
  • Schließlich sind auch Anlagen ausgenommen, die zwar Strom ins Netz speisen, hierfür aber keine Einspeisevergütung in Anspruch nehmen.

Ein Sonderfall stellen Mieterstromanlagen dar. Da es sich hier um eine Stromlieferung durch den Vermieter handelt, wird die volle EEG-Umlage fällig.

Höhe der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch

Wer die Umlage entrichtet, muss 40% der normalen EEG-Umlage je selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom bezahlen. Da die EEG-Umlage Anfang 2022 bei 3,72 Cent liegt, müssen somit aktuell ca 1,488 Cent pro Kilowattstunde Eigenverbrauch abgetreten werden. Eine 30 kWp Anlage mit 80% Eigenverbrauch hat damit knapp 600€ zusätzliche Kosten pro Jahr. Bei einer 50 kWp Anlage steigen die Zusatzkosten sogar auf knapp 1.000€ jährlich.

ZUSAMMENFASSUNG

ANLAGENGRÖSSE

HÖHE DER EEG-UMLAGE AUF EIGENVERBRAUCH

  Anlage, die vor 2014 installiert

-

bis 30 kWp 

-

Inselanlage

-

ab 30 kWp bzw. 30 MWh Eigenverbrauch

40% der EEG Umlage (2022 = 1,488 Cent)

Wie wird die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch abgerechnet?

Die Menge des Eigenverbrauchs muss dem örtlichen Verteilnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur jeweils bis zum 28. Februar des Folgejahres gemeldet werden. Die konkreten Meldepflichten sind im EEG und in der sogenannten Ausgleichsmechanismusverordnung (AusglMechV) festgehalten. 

Auch wenn Sie eine kleinere Photovoltaikanlage haben und somit nicht in die Pflicht fallen, müssen Sie ihren Netzbetreiber trotzdem einmalig Angaben zu Ihrer Anlage machen und ggf. auch darlegen, dass sie nicht verpflichtet sind, die Umlage zu zahlen. Die Zahlung der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch geht dann jährlich an den für Sie zuständigen Verteilnetzbetreiber.

STEUERLICHE BEHANDLUNG

Auf die EEG-Umlage selbst müssen Sie keine Umsatzsteuer zahlen, da diese Ihre Gewinn schmälert.

Abschaffung der Umlage für Juli 2022 geplant

Die Ampel-Koalition will die EEG-Umlage ab Juli 2022 abschaffen. Ursprünglich war die Abschaffung für Anfang 2023 geplant. Finanziert werden soll das Vorhaben durch den Energie- und Klimafonds. Dieser hat durch den umstrittenen Nachtragshaushalt 60 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung. Ob diese Mittel reichen ist noch unklar, denn die nötigen Gelder zur Ersetzung der Umlage hängen auch von der Höhe der Börsenstrompreise ab. 

Schon seit Anfang 2022 wird nur noch eine Umlage von 3,72 Cent pro kWh fällig. Gegenüber 2021 ist das eine Absenkung von mehr als 40%. Ein wesentlicher Grund für die Pläne der Regierung ist eine finanzielle Entlastung der Haushalte. In den letzten Monaten waren die Strompreise dramatisch gestiegen und viele Haushalte können die gestiegenen Kosten bei gleichzeitig steigenden Mieten und Heizkosten nicht mehr stemmen. 

Mit der Abschaffung der EEG-Anlage ist auch das Ende der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch absehbar. Damit wird der Eigenverbrauch von Solarstrom endlich nicht mehr mit zusätzlichen Abgaben belastet und die Anschaffung einer Solaranlage noch attraktiver.

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