Stromverbrauch eines 2-Personen-Haushalts – Einflussfaktoren, Einsparmöglichkeiten & Prognose


Sie sind mit Ihrem*r Partner*in zusammengezogen oder gründen eine 2-er WG und fragen sich: Wie viel Strom verbraucht man eigentlich in einem 2-Personen-Haushalt? Hier erhalten Sie einen Überblick über typische Verbräuche und Kosten. 

Diese Themen erwarten Sie:

Durchschnittlicher Stromverbrauch von 2 Personen

In Deutschland leben knapp 30 Millionen Menschen zu zweit. Damit machen 2-Personen-Haushalte einen Großteil der deutschen Haushalte aus. Üblicherweise liegt der Stromverbrauch eines Haushalts mit 2 Personen bei 2.000 bis 3.500 kWh. Demnach ist der Verbrauch pro Person deutlich höher als bei Haushalten mit mehr Personen. Im Vergleich zu einem 1-Personen-Haushalt ist der Verbrauch aber wiederum geringer.

Doch warum ist das so? Die Ursache liegt auf der Hand: Die Wohnfläche und die Zahl der Elektrogeräte steigt nicht proportional zur Haushaltsgröße. Ein 4-Personen-Haushalt benötigt nicht etwa 4 Toaster und eine Familie mit Kindern kocht einmal für die gesamte Familie, statt viermal nacheinander den Herd anzumachen. Als Faustregel gilt: Je größer der Haushalt, desto geringer der Stromverbrauch pro Person. Natürlich hat aber auch diese Faustregel Grenzen, denn jede*r Bewohner*in hat eigene Gewohnheiten und nicht alle Geräte und Räume werden gleichzeitig und gemeinsam genutzt.

HAUSHALTSGRÖSSE

STROMVERBRAUCH

STROMKOSTEN (BEI EINEM STROMPREIS VON 34 CENT PRO KWH)

1 Person 

1.500- 3.000 kWh

510 € - 1.020 €

2 Personen

2.000 - 3.500 kWh

680 € - 1.190 €

3 Personen

2.500 kWh - 4.000 kWh

850 € - 1.360 €

4 Personen

3.000 kWh - 4.500 kWh

1.020 € - 1.530 €

5 Personen

3.500 kWh - 5.000 kWh

1.190 € - 1.700 €

Stromkosten eines 2-Personen-Haushalts

Der mittlere Strompreis in Deutschland beträgt 2022 etwa 34 Cent pro Kilowattstunde. Neukund*innen müssen teils sogar 43 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Die Stromkosten eines Zwei-Personen-Haushalts belaufen sich daher aktuell auf ca. 700 € – 1.200 €.

Welche Faktoren beeinflussen den Stromverbrauch eines 2-Personen-Haushalts?

Wohnfläche

Je mehr Wohnfläche Sie bewohnen, desto mehr Lampen und elektrische Geräte haben Sie. Die Wohnfläche ist daher ein erster Anhaltspunkt zur Berechnung des Stromverbrauchs Ihres Haushaltes.

Zahl & Art der Elektrogeräte

Noch entscheidender als die Wohnfläche ist jedoch die Art und Anzahl der Elektrogeräte im Haus. Besitzen Sie etwa keinen Fernseher oder Computer, reduziert sich der Stromverbrauch bereits deutlich. Auch wer auf energiesparende Geräte achtet, mindert seinen Verbrauch. Bei vielen Elektrogeräten ist der Stromverbrauch bereits angegeben. So wird bei Kühlschränken der zu erwartende Stromverbrauch auf dem Energielabel angezeigt. Multiplizieren Sie diesen Verbrauch mit Ihrem individuellen Strompreis, können Sie so bereits abschätzen, was Sie das entsprechende Elektrogerät kosten wird. 

Verbrauchsverhalten

Schließlich beeinflusst auch das Verbrauchsverhalten maßgeblich den Stromverbrauch. Wer den Stromverbrauch so niedrig wie möglich halten möchte, sollte folgende Stromsparmaßnahmen berücksichtigen: 

  1. Geräte, die Sie zeitweise nicht nutzen, immer sofort ausschalten
    → Standby-Modus vermeiden
  2. Geräte nur betreiben, wenn nötig.
    →Wer die Wasch- und Spülmaschine nur laufen lässt, wenn diese voll sind, spart unnötige Waschgänge und somit Strom. 
  3. Energieschonendes Betreiben von Geräten
    → Der Wasserkocher sollte nicht voller gemacht werden als nötig.
    → Ein Thermometer im Kühlschrank kann helfen, den Kühlschrank nicht zu kalt zu betreiben.

Formel zur Berechnung des Stromverbrauchs

Sie ziehen in eine neue Wohnung und möchten den Stromverbrauch Ihres 2-Personen-Haushalts anhand konkreter Anhaltspunkte schätzen? Kein Problem. Folgende Formel hat sich für die Schätzung des Haushaltsstromverbrauchs etabliert.

Pro Person werden 200 kWh Strom unabhängig von weiteren Faktoren angenommen. Für 2 Personen kommen Sie daher auf einen Grundverbrauch von 400 kWh. Addieren Sie zu diesem Wert ihre Wohnfläche in Quadratmetern mal 10 kWh. Schließlich fügen Sie diesem Wert die Anzahl der großen Geräte im Haushalt hinzu und multiplizieren sie mit 200 kWh. 

Jährlicher Stromverbrauch = (Personenzahl * 200 kWh) + (Wohnfläche in Quadratmeter * 10 kWh) + (Anzahl der Geräte im Haushalt * 200 kWh)

Beispiel:

Ein 2-Personen-Haushalt bewohnt eine Wohnung mit 73 Quadratmeter Wohnfläche. Neben einem Fernseher, einem Kühlschrank und einer Waschmaschine besitzen die Bewohner*innen jeweils 1 Laptop.

400 kWh + 73 qm x 10 kWh + 5 x 200 kWh = 2.130 kWh 

Weitere Möglichkeiten Stromkosten zu sparen

Ihre Stromkosten sind zu hoch, aber ihr Verbrauch lässt sich nicht ohne weiteres senken? Weniger verbrauchen ist nur eine Option für niedrigere Stromkosten. Nicht selten kann ein Anbieterwechsel die Stromkosten drücken und auch mit Solarenergie kann die Stromrechnung gesenkt werden.

Stromanbieter vergleichen

Wem die Stromrechnung zu hoch ist, der sollte neben einer Reduzierung des Stromverbrauchs auch über einen Wechsel des Stromanbieters nachdenken. Portale wie Verivox oder check24 vergleichen hier Tarife verschiedenster Anbieter deutschlandweit. Da sich der Strommarkt im Jahr 2022 aktuell allerdings in einer Ausnahmesituation befindet und die Preise zuletzt stark gestiegen sind, lohnt es sich oftmals auch, gezielt die Preise von Anbietern aus der Region zu checken.

Beim Wechsel des Stromanbieters sollten Sie beachten, dass es im ersten Jahr oftmals Wechselboni und Rabatte gibt, die danach nicht mehr gelten. Entweder Sie wechseln jährlich den Anbieter oder aber Sie achten darauf, dass der Anbieter einen möglichst niedrigen Preis pro kWh hat. 

Mit Solaranlage günstig selbst Strom erzeugen

Solaranlagen erzeugen Strom aus Sonnenenergie. Zwar kostet die Anschaffung einer Solaranlage fürs Hausdach 10.000 € bis 25.000 €, da Sie mit jeder selbstgenutzten Kilowattstunde Solarstrom aber keinen Strom aus dem Netz für 34 Cent beziehen müssen, sparen Sie erheblich und die Anschaffung lohnt sich bereits nach wenigen Jahren. Wer noch mehr Strom selbst nutzen möchte, kann die Solaranlage um einen Stromspeicher ergänzen. Dieser speichert überschüssig erzeugten Solarstrom zwischen und stellt ihn bei Bedarf wieder zur Verfügung. 


Sie wohnen in einer Mietwohnung? Das muss kein Hindernis für eine eigene Solaranlage sein. Zwar können Sie nicht über die Nutzung des Daches entscheiden, mittlerweile sind aber auch Mini-Solaranlagen für den Garten oder Balkon verfügbar. Diese kosten nur wenige hundert Euro und sorgen ebenfalls für eine erhebliche Kostenersparnis.

Ausblick: Wie wird sich der Stromverbrauch eines 2-Personen-Haushalts entwickeln

Unsere Gesellschaft wird mehr und mehr elektrifiziert. Um sich von fossilen Rohstoffen wie Öl und Gas zu lösen, wird im Bereich Mobilität immer mehr auf elektrische Antriebe gesetzt. Fahren wir heute noch einen Benziner, wird in wenigen Jahren das Elektroauto der Standard sein. Und das will geladen werden. Pro 100 km sind etwa 15 kWh Strom nötig.

Ähnlich sieht es im Bereich Heizen aus. Auch hier wird eine schnelle Abkehr von fossilen Rohstoffen angestrebt. Während erneuerbare Heizungen wie die Solarthermieanlage oder die Pelletheizung entscheidende Schwachstellen haben, setzt sich im Heizungsmarkt mehr und mehr das Konzept der strombetriebenen Wärmepumpe durch. Diese kann aus nur einer Kilowattstunde Strom 4 Kilowattstunden Heizwärme erzeugen. So muss zwar nicht der gesamte Heizwärmebedarf 1:1 durch Strom gedeckt werden, dennoch erhöht sich der Stromverbrauch von 2 Personen beim Betrieb einer Wärmepumpe um 3.000 bis 5.000 kWh. 

Berücksichtigen Sie bei der Berechnung Ihres Stromverbrauchs daher auch immer künftige Entwicklungen. Gerade wer eine Solaranlage plant, sollte die Anlage lieber von vornherein etwas größer dimensionieren. So gehen Sie sicher, dass Sie Ihren Strombedarf auch künftig zum Großteil solar decken können.

Eigene Solaranlage planen

Das könnte Sie auch interessieren