Stromkosten 2022 – Aktuelle Kosten, Entwicklung & Prognose

NADINE KÜMPEL

AKTUALISIERT AM: 25.04.2022

NADINE KÜMPEL
AKTUALISIERT AM: 25.04.2022


Ihre Stromkosten sind zu hoch? Mit diesem Problem sind Sie nicht allein. Die Strompreise in Deutschland sind auf einem Höchststand. Trotz der geplanten Abschaffung der EEG-Umlage ist keine Entspannung der Preissituation in Sicht. Welche Stromkosten ein durchschnittlicher Haushalt aktuell hat, wohin die Preisentwicklung geht und wie Sie ihre Stromkosten so gering wie möglich halten, erfahren Sie hier.

Diese Themen erwarten Sie:

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein 2-Personen-Haushalt mit 2.500 kWh Stromverbrauch hat 2022 Stromkosten von etwa 865 €. 
  • Der durchschnittliche Strompreis liegt 2022 in Deutschland bei 34,6 Cent/kWh.
  • Wer einen neuen Stromvertrag abschließt, muss mit im Schnitt 42 Cent/kWh deutlich mehr zahlen.
  • Die Stromkosten werden auch künftig weiter steigen. Zwar entfällt ab Juli 2022 die EEG-Umlage, gleichzeitig steigen aber die Stromgestehungskosten.
  • Deutschland hat im internationalen Vergleich deutlich höhere Stromkosten als andere Länder. Grund dafür sind hohe Steuern und Abgaben.
  • Wer Stromkosten sparen möchte, kann seinen Verbrauch reduzieren oder aber mit einer eigenen Solaranlage selbst günstig Strom produzieren.

Kosten einer Kilowattstunde Strom in 2022

Eine Kilowattstunde Strom kostet im Jahr 2022 durchschnittlich 34,6 Cent/kWh. Noch vor einem Jahr lag der Strompreis bei etwa 30 Cent pro Kilowattstunde. Neukunden zahlen aktuell im Schnitt sogar 42 Cent/kWh.

Stromkosten nach Haushaltsgröße

Wie hoch Ihre Stromkosten sind, hängt neben der geschickten Anbieterwahl vor allem von Ihrem Stromverbrauch ab. Maßgeblich für den Stromverbrauch ist, welche elektrischen Geräte sie wie häufig betreiben und wie effizient diese sind.  Auch die genutzte Wohnfläche spielt eine Rolle. Wer alleine in einem Einfamilienhaus wohnt, hat deutlich höhere Stromkosten als wenn nur eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung bewohnt wird. 

Um die Kalkulation zu vereinfachen, stellen wir hier den durchschnittlichen Stromverbrauch nach Haushaltsgröße im Ein- und Mehrfamilienhaus (ohne Stromkosten für die Warmwasserbereitung) dar. Bei einem Strompreis von aktuell 34,6 Cent, betragen die jährlichen Stromkosten so:

HAUSHALTSGRÖSSE IN PERSONEN

STROMVERBRAUCH EINFAMILIENHAUS (EFH)

STROMVERBRAUCH MEHRFAMILIENHAUS

STROMKOSTEN EFH

STROMKOSTEN MFH

1

  2.500 kWh

1.300 kWh

865 €

449,8 €

2

3.000 kWh

2.000 kWh

1.038 €

692 €

3

3.500 kWh

2.500 kWh

1.211 €

865 €

4

4.000 kWh

2.600 kWh

1.384 €

899,6 €

5

5.000 kWh

3.000 kWh

1.730 €

1.038 €

Stromkosten sparen im Haushalt

Standby-Modus vermeiden

Sie verlassen den Schreibtisch und möchten in einigen Stunden noch etwas am Computer fertigstellen? Lassen Sie PC und Monitor nicht auf Standby, sondern schalten Sie die Geräte ganz aus! Gleiches gilt für Ihren Fernseher und andere elektrische Geräte. In einem Haushalt mit drei Personen macht Standby durchschnittlich 8% der Stromkosten aus. Wer Standby konsequent vermeidet, kann im Jahr so erheblich Stromkosten sparen.

Energiesparende Geräte kaufen

Achten Sie beim Kauf eines neuen Kühlschranks oder einer Waschmaschine darauf, dass die Geräte einen niedrigen Energieverbrauch haben.

Kühlschrank richtig nutzen

Stellen Sie den Kühlschrank so ein, dass er Ihre Speisen auf ca. 7 Grad kühlt. Ist die Temperatur auch nur ein Grad niedriger, steigt der Stromverbrauch des Kühlschranks bereits um 6 Prozent. Der Gefrierschrank sollte etwa auf – 18 Grad gestellt werden. 

Schließen Sie Kühlschrank und Gefrierschrank nach der Benutzung schnell wieder, so verschwenden Sie keine unnötige Energie. Möchten Sie nach dem Kochen Essen im Kühlschrank aufbewahren, warten Sie zunächst, bis das Essen abgekühlt ist.

Waschmaschine, Trockner & Spülmaschine nur voll betreiben

Stellen Sie Geräte wie Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner nur so häufig wie nötig an. Zwei Wäschen mit halber Ladung verbrauchen mehr Strom.

Mit geschlossenem Deckel kochen

Wer mit geschlossenem Deckel kocht, spart sich Garzeit und Strom.

Stromkosten senken – mit einer eigenen Solaranlage

Neben der Reduzierung des Stromverbrauchs, kann auch die Installation einer eigenen Solaranlage deutliche Stromkostenersparnisse bringen. Da Solarstrom aktuell für nur 10 Cent pro kWh produziert werden kann, sparen Sie mit jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde Solarstrom ca. 25 Cent Stromkosten.

Eine eigene Solaranlage auf dem Dach macht Sie außerdem unabhängig von Energieversorgern und damit auch von steigenden Stromkosten. Eine Solaranlage mit Speicher kann Sie bis zu 90% autark vom öffentlichen Stromnetz versorgen. 

Üblicherweise amortisiert sich eine Solaranlage nach 10 bis 15 Jahren. Bei einer Betriebsdauer von 30 Jahren oder mehr ist die Anfangsinvestition von 10.000 € bis 25.000 € schnell ausgeglichen. Außerdem gibt es in vielen Bundesländern und Städten eigene Förderprogramme für Solaranlagen. Solaranlagenbesitzer können daher mit Renditen von 5 bis 8% rechnen. 

Stromkostenentwicklung

Deutschland

Die Stromkosten steigen in Deutschland kontinuierlich an. Anfang 2022 lag der Strompreis bei knapp 35 Cent. Das sind 10 Cent mehr als noch 2012. Für den Jahresverlauf sind weitere Preissteigerungen zu erwarten.

Entwicklung der Strompreise bis 2022
Strompreise bis 2022

Strompreise im internationalen Vergleich

Deutschland hat mit über 30 Cent den höchsten Strompreis in Europa. Ein Vergleich der europäischen Strompreise 2020 zeigt: Nur Dänemark und Belgien haben ähnlich hohe Strompreise. In unserem Nachbarland den Niederlanden kostet Strom etwa nur halb so viel wie in Deutschland. Die hohen Stromkosten in Deutschland kommen hauptsächlich durch die vielen Steuern und Abgaben zustande, die deutsche Verbraucher auf Strom zahlen.

Strompreise in Europa im Vergleich
Strompreise in Europa 2020

Bestandteile des Strompreises in Deutschland

Strom ist in Deutschland vor allem aufgrund des hohen Anteils von Steuern und Abgaben am Strompreis so teuer. Anfang 2022 waren nur 35,2% der Stromkosten tatsächliche Kosten für die Stromerzeugung. 

Der größte Teil der Stromkosten wird für Steuern, Abgaben und Umlagen verwendet. So geht allein 16% Ihrer Stromkosten für die Mehrwertsteuer drauf. Weitere 6% entfallen auf die Stromsteuer und mit 10% macht auch die halbierte EEG-Umlage noch einen erheblichen Anteil aus.

Die gute Nachricht: Die EEG-Umlage wird zum Juli 2022 vollständig entfallen! Damit sinkt der Anteil an Steuern und Abgaben am Strompreis. Der Strompreis insgesamt wird vermutlich jedoch nicht sinken, da durch die Energiekrise höhere Kosten für die Stromerzeugung prognostiziert werden. Bereits im April hat der Strompreis für Neukunden mit 42 Cent einen neuen Höchststand erreicht.

Schließlich fällt auch ein erheblicher Teil der Stromkosten für Netzentgelte an. Mit 23,4% stehen diese an dritter Stelle der Strompreisbestandteile. Netzentgelte sind Kosten, die der Netzbetreiber für die Durchleitung des Stroms durch die Netze erhebt. 2022 sind die Netzentgelte im Vergleich zum Vorjahr um 4% gestiegen.

Strompreisbestandteile 2022
Quelle: STROM-REPORT

Fazit

Die Stromkosten in Deutschland sind überproportional hoch und werden auch in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Kurzfristig können die Stromkosten durch Stromsparmaßnahmen im Haushalt gesenkt werden. Doch auch dort ist der Hebel schnell erschöpft. Wer sich langfristig unabhängig von steigenden Stromkosten machen möchte, sollte auf eine eigene Solaranlage setzen. Diese erzeugt über Jahrzehnte hinweg kostengünstig und zudem nachhaltig Strom.

Jetzt Solaranlage planen & Stromkosten sparen

Das könnte Sie auch interessieren