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So stellt sich die Ampel-Koalition den Solarausbau vor

Der Koalitionsvertrag steht. Doch tut die neue Regierung genug für den dringend notwendigen Ausbau der Solarenergie? Wir schauen genauer hin. 

Der Koalitionsvertrag der Ampelparteien ist seit Mittwoch öffentlich. Neben einem anvisierten Kohleausstieg und 15 Millionen E-Autos bis 2030 haben SPD, Grüne und FDP auch Pläne für einen Ausbau der Solarenergie vorgestellt. 200 GW Solarleistung bis 2030, so das übergeordnete Ziel. Ende 2020 waren in Deutschland etwa 54 GW Solar installiert. Damit müsste der Bestand an Solaranlagen bis 2030 mehr als verdreifacht werden. Auch wenn das zunächst ambitioniert klingt, ist ein solcher Ausbau dringend nötig. Das Fraunhofer Institut schätzt, dass sogar eine Photovoltaikleistung zwischen 300 und 450 GW notwendig wäre, um den gesamten Energiebedarf aus Erneuerbaren Energien zu decken.

Aktuell werden jährlich etwa 5 GW Photovoltaik zugebaut. Um das 200 GW Ziel bis 2030 zu erreichen, müssten es hingegen mehr als 15 GW jährlich sein. Doch wie soll das gelingen?

Im Koalitionsvertrag heißt es hierzu: Zur Erreichung des Ziels beseitigen wir alle Hemmnisse, u. a. werden wir Netzanschlüsse und die Zertifizierung beschleunigen, Vergütungssätze anpassen, die Ausschreibungspflicht für große Dachanlagen und die Deckel prüfen. Auch innovative Solarenergie wie Agri- und Floating-PV werden wir stärken und die Ko-Nutzung ermöglichen.

Außerdem hat die künftige Regierung das Ziel, alle geeigneten Dachflächen künftig für die Solarenergie zu nutzen. Für gewerbliche Gebäude soll hierzu eine gesetzliche Solardachpflicht eingeführt werden. Wohngebäude sind von einer solchen Pflicht vorerst ausgenommen.

Die Reaktionen auf die Solar-Pläne der Ampel sind gespalten. Der Bundesverband für Solarwirtschaft (BSW) ist zufrieden und sieht in dem Vertrag das Signal für die dringend nötige Entfesselung der Solarenergie. „Der Koalitionsvertrag ist eine solide Startrampe für die erfolgreiche Solarisierung der Energieversorgung in Deutschland. Damit diese Solar-Rakete rasch abheben kann, müssen jetzt schnell die Triebwerke gezündet werden.“ äußert sich Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands für Solarwirtschaft. Kritischer positioniert sich der Solarenergie Förderverein Deutschland. Vieles bleibe im Ungefähren und zudem seien die anvisierten 200 GW immer noch deutlich zu kurz gegriffen. 

Nicht nur der Ausbau von Solar, auch der Ausbau der Windkraft soll vorangetrieben werden. Hier plant die Ampel 2% der Landesfläche für Windenergie auszuweisen. Windenergie auf der See soll bis 2030 auf 30 GW und bis 2045 auf 70 GW anwachsen. 

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